Drei Freibäder stehen (fast) bereit

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Mit Flatterband ist das Strandbad in Rönsahl abgesperrt. Außerdem informiert ein Hinweisschild darüber, dass aufgrund der Coronakrise weder Bad noch Gelände genutzt werden dürfen.

Rönsahl/Meinerzhagen – Die Corona-Krise schränkt auch die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung der Menschen massiv ein. Die zeigt sich unter anderem daran, dass in dieser Zeit, in der normalerweise der Saisonstart bevorstehen würde, Bäder – aus Sicherheitsgründen – geschlossen bleiben müssen. So auch das Strandbad in Rönsahl und die Bäder in Meinerzhagen und Valbert.

In Rönsahl wurde am Samstagnachmittag mit Flatterband die Absperrung des Strandbadgeländes vorgenommen, damit Unbefugte dieses nicht betreten können. Zudem wurden Hinweisschilder angebracht. Bereits in den vergangenen Wochen musste eine ganze Reihe von Terminen des Strandbadvereins abgesagt beziehungsweise mit noch ungewissem Nachholzeitpunkt verschoben werden.

„Das Vereinsleben liegt auf Eis – mindestens bis zum 3. Mai“, sagt Michael Merschmann, Vorsitzender des Strandbadvereins. Entsprechend stellt die Corona-Krise den Verein vor zeitliche Schwierigkeiten. Im Strandbad – bei dem es sich um ein Naturbad und -gelände handelt – müssen wichtige Arbeiten, die sonst üblicherweise im April stattfinden, warten. Die Corona-Vorschriften lassen kaum Möglichkeiten für ein effizientes Arbeiten. Dies betrifft zum Einen die Umlage, also unter anderem Grünanlage, Spielplatz und Umkleiden. Und zum Anderen – den Badebereich an sich.

„Das Wasser muss raus“, erklärt Michael Merschmann. Es gebe eine entsprechende Wasserrichtlinie, die einzuhalten ist. „Dreimal pro Jahr werden Proben entnommen, die dann vom Kreis untersucht werden“, erläutert der Vorsitzende. Tatkräftige Unterstützung erfährt der Verein bei Leerung und Wiederbefüllung des Badebereichs von den Stadtwerken. Doch in diesem Jahr kann man wegen Corona nur abwarten.

Beim Strandbadverein hofft man, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten bei ihrer nächsten Schaltkonferenz am 4. Mai Entscheidungen treffen, die es den Kommunen ermöglichen, in dringenden Fällen Ausnahmeregelungen zu treffen. Gegebenenfalls könnte man im Strandbad dann – „grünes Licht“ seitens der Stadt vorausgesetzt – die notwendigsten Arbeiten möglichst zeitnah durchführen.

Immerhin: Sorge um den Verein selbst brauchen sich die Mitglieder nicht zu machen. „Wir haben ein gutes finanzielles Polster. Der Fortstand des Vereins ist nicht gefährdet“, sagt Merschmann. Auch in Meinerzhagen sieht es im Moment so aus, als hätte das Wetter in diesem Jahr mitgespielt. Denn anders als in den vergangenen Jahren, ist der Sauerländer Frühling durchaus „freibadtauglich“. Vor allem wenn man bedenkt, dass zum anstehenden traditionellen Saisonstart am 1. Mai bereits rund 14 Tage lang aufgewärmtes Wasser die Badegäste umspülen würde.

In diesem Jahr könnten diese, so denn eine Möglichkeit zum Betreten der Anlagen bestünde, jedoch trockenen Fußes durch die Schwimmbecken gehen.

Die Saison könnte aus Sicht von Carina Dittmer (links) und Julia Pauls in Valbert starten.

„Wir haben im Moment keinerlei gesicherte Erkenntnis, wann wir einen Badebetrieb aufnehmen könnten. Würde es eine positive Entscheidung geben, brauchten wir etwa einen zweiwöchigen Vorlauf“, so Fachbereichsleiter Heinz-Gerd Maikranz auf Anfrage der MZ. Im Hinblick auf die Besucherstatistik für dieses Jahr, lässt diese Aussage wenig Spielraum für eine positive Entwicklung gegenüber 2019. Wie stets in den Jahren zuvor, schafften es die Badbesucher auch im vergangenen Jahr nicht, mit ihrem Eintrittsgeld die Kosten auch nur annähernd zu decken.

Beinahe so viele wie im Vorjahr waren es mit 27 142 (2018 = 27 493) in Meinerzhagen und 8235 (2018 = 11298) in Valbert. Damit stand fest, dass jede Eintrittskarte für das Freibad in Valbert mit deutlich mehr als 17 Euro und in der Volmestadt selbst mit etwa 8 Euro bezuschusst werden musste, um den laufenden Betrieb zu sichern. Im Zusammenhang mit den Bädern erkennt man bei einem Blick in den Etat 2020 und den dort festgelegten Summen keine erheblichen Abweichungen gegenüber dem Vorjahr.

Neben anderen Aspekten besonders bedauerlich: Beide Bäder wurden in den vergangenen Jahren intensiv aufgewertet, saniert und energetisch verbessert. In Valbert steht in diesem Zusammenhang nur noch die Sanierung des Beckenkopfes an.

Die Mitarbeiter in den beiden Bädern hatten indes vom Prinzip her bis jetzt noch einen normalen Arbeitsablauf, die üblichen Vorbereitungen wurden erledigt. Dementsprechend könnte daher aus ihrer Sicht die Badesaison beginnen. Da dieses jedoch zum 1. Mai nicht so sein wird, prüft man derzeit im Rathaus die zur Verfügung stehenden arbeitsrechtlichen Möglichkeiten. Zu denen könnten auch nach der neuesten Regelung des „Tarifvertrag Covid“ eine Kurzarbeit-Regelung zählen.

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