Finanzielle Einbußen machen sich bei Vereinen bemerkbar

Kierspe – „Was passiert mit Königin und Prinz? Bleiben die jetzt vier Jahre im Amt?“, Peter Schrade beantwortet diese Fragen mit: „Wir wissen es noch nicht.“

Zu dieser Verunsicherung trägt auch bei, dass der Verein nicht zusammenkommen kann und im Rahmen einer Jahreshauptversammlung Beschlüsse fassen kann. Eine Situation, die derzeit viele Vereine betrifft – aber längst nicht alle. Dass in diesem Jahr ein Schützenfest stattfindet, hält Peter Schrade, der Vorsitzende des ASV, für kaum vorstellbar. Auch wenn die Feier erst für den August geplant sei, sieht Schrade keine Chance auf ein Fest in seiner bisherigen Weise. Kosten durch das ausgefallene Fest sieht er aber auch nicht, da er denkt, dass alle Verpflichtungen, die der Verein schon bezüglich des Festes eingegangen ist, bei einer Absage durch ein Verbot größerer Veranstaltungen kostenfrei stornierbar sind. „Aber uns fehlen vor allem die Einnahmen durch das Schützenfest und auch weitere geplante Feste“, so der Vorsitzende. Da sieht es im Dorf in diesem Jahr ganz anders aus. Jörg Makowski, Vorsitzender des KSV: „Wir haben zum Glück in diesem Jahr keine größeren Veranstaltungen. Unser Schützenfest findet ja erst wieder im kommenden Jahr statt.“ Auch gebe es keine Probleme durch eine ausgefallene Jahreshauptversammlung, da diese noch im März habe stattfinden können. „Am letzten Wochenende, an dem so etwas noch möglich war“, erzählt Makowski, der weiter ausführt, dass man den Schießbetrieb natürlich eingestellt habe. Ebenfalls Glück hatte der SGV Kierspe mit seiner Jahreshauptversammlung, die noch wie geplant stattfand. „Das Turmfest muss nicht entfallen, weil wir dieses ja bereits seit zwei Jahren nicht mehr ausrichten. Und unser Sommerfest für die Vereinsmitglieder findet ja sowieso immer erst im Herbst statt“, teilt die Zweite Vorsitzende des SGV Hanneli Sure mit. Gemeinsame Wanderungen würden derzeit natürlich nicht stattfinden, wohl aber die Auszeichnung der Wege, aber dabei sei man ja auch nicht mit mehreren unterwegs. Härter trifft das Kontaktverbot da schon den Heimatverein, wenn auch nicht durch die ausgefallene Jahreshauptversammlung. „Das hat bei uns keine Auswirkungen, da wir keine festen Fristen haben“, erklärt die Vorsitzende Silvia Baukloh. Man müsse lediglich 14 Tage vor einer Versammlung einladen. Wann dieses wieder der Fall sein wird, weiß die Kiersperin natürlich nicht. Derzeit hat sie noch die Hoffnung, dass die jährliche Jahresausstellung wie immer am Sonntag nach dem Geburtstag von Fitz Linde in dem nach dem Heimatdichter benannten Museum am Höferhof stattfindet. Das wäre dann der 26. Juli. Denn die finanziellen Einbußen durch das Kontaktverbot machen sich bemerkbar. So ist ein fester Betrag eingeplant, der durch Vermietungen, das Ausrichten von Veranstaltungen und Feiern sowie Kuchenverkauf in die Kassen des Heimatvereins kommt und mit dem das Fitz-Linde-Museum unterstützt wird. Gleiches trifft natürlich auch auf das Bakelit-Museum und den Schleiper Hammer zu. Dort wird zwar kein Eintritt genommen, aber Gruppen, die dort Besuch und Führung buchen, lassen üblicherweise eine Spende zurück. Etlichen Gruppen musste der Verein nun schon absagen. Darunter auch einer Gruppe der Universität Köln, die sich in den beiden Museen über die Bakelitherstellung informieren wollte. „Wir kommen aber auch mit den Arbeiten, die wir uns für dieses Jahr vorgenommen hatten, nicht weiter“, sagt Baukloh. So habe man eigentlich die Turbine im Hammer wieder instand setzen wollen, das sei nun aber nicht möglich, weil diese Arbeiten die Anwesenheit von mehr als zwei Ehrenamtlern erfordern würden. „Da müssen wir auch besonders vorsichtig sein, denn alle, die bei uns tätig sind, gehören alleine aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe“, so Baukloh. Hart getroffen seien auch die Mitglieder des Schalke-Fanklubs Kerspe-Knappen, teilt der Vorsitzende Klaus Müller mit. Nicht so sehr durch die fehlenden Einnahmen aus der wöchentlichen Öffnung des Klubheims, sondern vielmehr durch den Wegfall der Gemeinschaft. „Das fehlt den Leuten schon sehr, natürlich auch die Fahrten zu den Spielen“, so Müller. Er rechnet nicht damit, dass in absehbarer Zeit wieder Bundesligaspiele mit Zuschauerbeteiligung stattfinden können. Müller: „Da muss man sehen, was im Klubhaus erlaubt ist. Ob die Regeln für solche Treffen gelockert werden, ob dann Abstand zu wahren ist oder eine Maske getragen werden muss, werden wir hoffentlich bald erfahren.“ Probleme durch die ausgefallene Jahreshauptversammlung sieht der Vorsitzende nicht. „Wir haben zwar Fristen in unserer Satzung und hätten die Versammlung bis Ende März veranstalten müssen, aber durch das Infektionsschutzgesetz kann durch eine Verschiebung rechtlich nichts passieren“, erklärt Müller.

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