Premiere in der Pfarrei

Nach Corona-Zwangspause: Erste Messe mit Maske

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Erste Messe nach der Corona-Pause: Voneinander entfernt und mit Mundschutz nahmen die Besucher an der Messe in St. Josef teil.

Kierspe/Meinerzhagen - 200 katholische Christen hatten gestern die Möglichkeit, eine Messe zu besuchen – mehr wären aus Platzgründen nicht in den beiden Kirchen untergekommen.

Knapp die Hälfte nahm letztlich das Angebot an. Jeweils um 9.30 und 11 Uhr fanden Messen in St. Marien in Meinerzhagen und in St. Josef in Kierspe statt. Doch ganz spontan dort hinzugehen, war nicht möglich: Die Gläubigen mussten sich entweder telefonisch oder per E-Mail für eine der Messen anmelden. Ein Prozedere, das sich offenbar noch einspielen muss. 

Dennoch: Die erste Messe nach der langen Pause war für die Besucher, aber auch die Priester gelungen, wenn auch gewöhnungsbedürftig. Vieles lief anders als sonst. Schon im Eingangsbereich wies eine Tafel auf die Regularien hin. Mund- und Nasenschutz, Hände desinfizieren, nur zwei Personen in einer Bank und das Einhalten des Mindestabstandes: All das galt es einzuhalten. 

Coronavirus-Ansteckungsgefahr soll so gering wie möglich gehalten werden

In der Messe selbst erklang zwar die Orgel, doch gesungen wurde gestern nicht. Die beiden Messdienerinnen in St. Josef, Laura und Karola Gaida, kamen bewusst aus derselben Familie, um das Ansteckungsrisiko niedrig zu halten. Das alles entsprach dem Hygienekonzept, welches die Gemeinden vom Bistum Essen erhalten hatten. 

„Es ist furchtbar, den Mundschutz die ganze Zeit über tragen zu müssen“, gaben Silke Groll und ihre Tochter Merle nach der Messe an. „Das Atmen fiel uns sehr schwer. Ansonsten war ich froh, dass wir wieder eine Messe feiern konnten.“

Ulla und Klaus Ostermann gehörten ebenfalls zu den Ersten, die zur Messfeier kamen. „Ich war erst unsicher, doch so schlecht war das mit den Hygieneregeln doch nicht“, sagte Ulla Ostermann. „Lediglich bei der Kommunion wusste ich erst nicht, wohin mit der Hostie. Ich nahm sie dann mit in die Bank.“ 

"Würdige Atmosphäre"

Auch bei der anschließenden Besprechung mit Pfarrer Peter Kroschewski, Pastor Gregor Myrda, dem Gemeinderatsvorsitzenden Uli Jatzkowski, Kirchenmusiker Tobias Spenke und Klaus Ostermann vom Kirchenvorstand kamen unterschiedliche Wahrnehmungen zur Sprache. „Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt“, sagte Pfarrer Peter Kroschewski. „Es war eine normale Sonntagsmesse, zwar ohne Gesang, doch in würdiger Atmosphäre.“ 

Dennoch sei es für ihn ungewohnt gewesen, in Gesichter mit Masken zu schauen. „Das machte das Ganze anonym. Gerade bei der Predigt konnte ich nicht erkennen, ob die Gläubigen mir interessiert zuhörten oder nicht. Ich habe da über die Köpfe hinweggesehen, weil mir die Maskengesichter unheimlich waren. Was die Messe ausmacht, ist die Gemeinschaft.“ 

Pastor Gregor Myrda hatte sich morgens bei der ersten Messe noch unwohl gefühlt. Das sei in der 11-Uhr-Messe nicht mehr der Fall gewesen. Für Uli Jatzkowski war das Blicken in Gesichtern mit Masken befremdlich. 

Grotewiese schon "ausgebucht"

Wie es mit den Messen in der Pfarrei St. Maria Immaculata in Meinerzhagen, Kierspe und Valbert weitergehen wird, soll vorerst von Woche zu Woche vom Pastoralteam neu entschieden werden. Am kommenden Mittwoch wird es in Grotewiese um 17 Uhr die erste Messe geben. An dieser können höchstens sieben Personen teilnehmen. Die Höchstanzahl ist nach erfolgten Anmeldungen bereits erreicht. 

Wie es in St. Christophorus weiter gehen wird, soll ebenfalls noch erörtert werden. Dort können höchstens elf Personen die Messe besuchen. „Wir überlegen noch, ob wir hier anstelle einer Sonntagsmesse eine Werktagsmesse anbieten“, sagte Pfarrer Kroschewski gestern.

Zuvor hatte die katholische Gemeinde während des Cornavirus-Lockdowns Online-Gottesdienste angeboten.

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