„Distanzlernen“ der Schulen läuft gut

Digitalisierung in der Schule
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Die heimischen Schulen ziehen insgesamt eine positive Resonanz – das Lernen auf Distanz laufe gut.

Kierspe/Meinerzhagen - „Es läuft richtig gut“, zieht nicht nur Johannes Heintges, Leiter der Gesamtschule Kierspe (GSK), am (eigentlich) letzten Schultag vor den Osterferien ein positives Fazit, was die Versorgung der Schüler mit (Haus-) Aufgaben in den Zeiten der Coronavirus-Pandemie angeht. Auch Miriam Haarbach, stellvertretende Leiterin des Evangelischen Gymnasiums Meinerzhagen (EGM), freut sich nicht nur darüber, wie konsequent sich alle Kollegen einsetzen, sondern besonders über die große Bereitschaft der Jugendlichen und Kinder.

Ähnliche Erfahrungen hat Christiane Dickhut, Leiterin der Sekundarschule in Meinerzhagen gemacht: „Es ist wie eigentlich immer, viele Schüler machen die Aufgaben, einige wenige winden sich heraus.“ Überwiegend positive Rückmeldungen von den Eltern erhalten auch Sibylle Eich, Leiterin der Grundschule Am Kohlberg in Meinerzhagen, und Stefanie Fischer, Rektorin der Verbundschule Bismarck und Servatius in Kierspe.

Bei allen Schulleitern gibt es aber auch Elternstimmen, die sagen, es sei genug – wohlwissend, dass es für die Eltern eine große Herausforderung ist, ihren Kindern bei der Erledigung der Aufgaben zu helfen. Doch das sind auch eigentlich schon im Wesentlichen die Gemeinsamkeiten der Grund- und weiterführenden Schulen in den beiden Volmestädten, denn die Handhabung ist durchaus recht unterschiedlich, teilweise individuell.

Das EGM nutzt das Stundenplanprogramm Webuntis, dort können alle Aufgaben eingestellt werden. Die Schüler können über ihren eigenen Account darauf zugreifen. Wird zusätzliches Material benötigt, kommt dies via E-Mail. Mittels elektronischer Post kommen die erledigten Aufgaben auch wieder zurück. Darüber hinaus würden ihre Kollegen, so erklärt Miriam Haarbach, telefonischen Kontakt zu den Schülern halten, nachfragen, wie es laufe.

Ebenso weiß die stellvertretende EGM-Leiterin von Zoom-Konferenzen sowie der Nutzung eingerichteter Office-365-Gruppen oder des Transportwegs Dropbox. „Wir suchen aber nach weiteren Möglichkeiten, es noch kompakter zu gestalten“, sagt Haarbach. Denn die geschaffenen Angebote würden gut ankommen. Aus Datenschutzgründen spielen Messenger-Dienste wie Whatsapp eine untergeordnete Rolle, wenn, dann würden vergleichbare Dienste gesucht, erklärt Christiane Dickhut.

An der Sekundarschule Meinerzhagen wurden am letzten Schultag den Kindern nicht nur die Arbeitshefte (Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch, Spanisch) mitgegeben. Die Aufgaben sind von den Schülern auch auf der Homepage abrufbar und werden, wenn erledigt, als Foto oder Datei per E-Mail zurückgesendet. Die große Herausforderung für die Schüler sei, dass sie selbst gesteuert, völlig selbstständig arbeiten müssten, und ihr Tag aktuell nicht mehr so strukturiert sei.

Dankbar ist Christiane Dickhut, dass die Sekundarschüler nicht ein Arbeitsblatt nach dem anderen erhielten, sondern von vielen Seiten andere Medien zur Verfügung gestellt würden, die man nun nutzen könne. Auch aufseiten der Schule spielt das Telefon eine wichtige Rolle: Es gab einen Elternsprechtag via Telefon. „Es ist eine spannende Zeit“, derzeit vermag Dickhut nicht zu sagen, ob die Kinder nach den Osterferien wieder in die Schule kommen dürfen. Daher wird in der Sekundarschule nach weiteren Lösungsmöglichkeiten gesucht.

Mithilfe eines Elternbriefs waren die E-Mail-Adressen der Gesamtschüler erfragt worden, um gezielt einzelne Schüler ansprechen zu können. Zur Aufgabenverteilung, erklärt GSK-Leiter Johannes Heintges, würde der Schulmanager – wo die Schüler mit ihrem eigenen Code den Zugang erhalten und die Aufgaben herunterladen können – genutzt. Ebenso der Postweg, bei denen, die kein Internet zur Verfügung haben, und auch das interaktive Portal „Padlet“ kommt zum Einsatz. Letzteres zumeist aber nur dort, wo Padlet auch im Unterricht schon genutzt wurde, so Heintges.

Videokonferenzen und telefonischen Kontakt sind ebenfalls Möglichkeiten für die Lehrer der GSK, bei diesem „Distanzlernen“ Kontakt zu den Schülern zu halten. Überwiegend positiv seien die Resonanzen der Schüler und Eltern, erklärt Johannes Heintges. Es gebe aber auch Extreme: Die Coronavirus-Krise werfe bei einigen ein ganz anderes Licht auf das Bild des ganz normalen Berufs des Lehrers.

An der Meinerzhagener Grundschule Am Kohlberg werden der Wochenplan und andere Aufgaben per E-Mail an die Kinder übermittelt, wie Leiterin Sibylle Eich erklärt. Auf demselben Weg kämen die erledigten Hausaufgaben als Foto oder auch eingescannt zurück. Darüber hinaus arbeitet man in der Grundschule an der Einrichtung des Schulmanagers, um auch diesen nutzen zu können. Denn Eich vermag ebenso wenig wie alle anderen Schulleiter eine Prognose zu stellen, ob es nach den Osterferien mit normalem Schulunterricht weitergeht oder dieser erst im Mai oder noch später wieder möglich ist.

Bis dahin gibt es aber einige recht kreative Hausaufgaben, wie zum Beispiel Briefe an die Bewohner des Wilhelm-Langemann-Hauses, die auf Besuch verzichten müssen, zu schreiben. In der Bismarck- und Servatiusschule in Kierspe wurden vor der Schließung vor drei Wochen Arbeitspakete verteilt. Einige Kollegen, wie beispielsweise in Rönsahl, weiß Schulleiterin Stefanie Fischer, hätten auch schon Rundfahrten unternommen, um die Schüler mit Aufgaben zu versorgen. Die kämen dann per Post, in den Briefkasten eingeworfen oder auf elektronischem Weg (E-Mail) zurück. „Es läuft“, zeigt sich Fischer zufrieden, zumal in dieser Ausnahmesituation auch viel auf Vertrauen basiere. „Schließlich steht die Gesundheit an erster Stelle.“

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