Vorbeugen ist das Gebot der Stunde

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Feuerwehrpressesprecher Christian Schwanke präsentiert eine selbst genähte Gesichtsmaske, mit denen die Kiersper Feuerwehr – als Eigenschutz – ausrücken wird.

Kierspe - Seit gut 14 Tagen hat das Land Nordrhein-Westfalen einschneidende Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus vorgegeben. Also mussten auch innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Kierspe Entscheidungen gefällt werden, wie damit umgegangen wird.

Denn die Feuerwehr ist – entgegen anderer Gruppen und Vereine – weiterhin für die Gefahrenabwehr und somit zum Schutz der Bevölkerung da. Da sie zur kritischen Infrastruktur einer Kommune zählt, kann die sich nicht leisten, dass ganze Einheiten beispielsweise durch Quarantäne-Maßnahmen ausfallen könnten. Daher gelten für die Feuerwehr in Kierspe seit Mitte März umfangreiche Regelungen, die dies verhindern sollen. Und damit die Bürgerinnen und Bürger auch weiterhin auf die Hilfe durch die Feuerwehr vertrauen können.

Die Regelungen gelten sowohl für die Einsatzabteilungen als auch die Kinder- und Jugendfeuerwehr, die Musikeinheit und die Ehrenabteilungen. Konkret heißt das, erläutert Christian Schwanke, Pressesprecher der Kiersper Wehr, es finden keine Übungs- oder Ausbildungsdienste in den Einheiten statt. Zudem wird auf Dienstbesprechungen und Arbeitstreffen verzichtet, sofern diese nicht zwingend notwendig sein sollten.

In sämtlichen Gerätehäusern und Räumen der Feuerwehr ist der Zutritt von Nichtangehörigen der Wehr untersagt. Die gründliche Hygiene-Etikette ist strikt einzuhalten und bei ersten Krankheitsanzeichen muss die jeweilige Zugführung benachrichtigt werden. Dringend notwendige Tätigkeiten zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft sind mit maximal fünf Personen auszuführen.

Schutzmaßnahmen ausgeweitet

Nun gehe die Feuerwehr Kierspe, wie Schwanke weiter ausführt, noch einen Schritt weiter: Im Kampf gegen das Coronavirus sind die eigenen Schutzmaßnahmen weiter erhöht worden. Dabei gehe es insbesondere um den Einsatzdienst und damit um den Kontakt zu Menschen, Patienten und potenziellen Infizierten. Denn gerade Einsätze wie beispielsweise Tragehilfe oder anderer Art von Unterstützung des Rettungsdienstes würden Gefahren der Ansteckung bergen.

Erhöhtes Risiko in den Fahrzeugen

Schließlich kann man – aufgrund der stetig steigenden Zahlen in der Region – nicht mehr sicher sein, dass nicht auch Mitglieder der Feuerwehr unwissentlich und ohne Symptome mit dem Coronavirus infiziert sind. In den Fahrzeugen oder ebenso in beengten Räumen gäbe es ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko für die gesamte Mannschaft. „Dies gilt es zu verhindern“, betont der Pressesprecher.

Daher stehe jedem Löschzug in Kierspe seit dem vergangenen Wochenende ein „Corona-Schutzpaket“ zur Verfügung. Die Kosten dafür hat die Stadt übernommen, während die kurzfristige Realisierung auf die Eigeninitiative der Wehrleitung zurückzuführen ist. Denn an bezahlbares Material zu kommen, sei sehr schwierig. da primär medizinische Einrichtungen ausgestattet würden. Die Corona-Schutzpakete für die Kiersper Wehr beinhalten zehn sogenannte FFP2-Masken, die im direkten Umgang mit einem Patienten zu tragen sind.

Außerdem gibt es fünf Einwegschutzanzüge, die bei einem bestätigen Fall getragen werden müssen. Ein weiterer Bestandteil des Pakets sind 50 waschbare Gesichtsmasken für den Eigenschutz. Diese sollen bereits auf der Anfahrt zu einem Einsatz getragen werden, wenn mehr als fünf Wehrmänner oder -frauen im Löschfahrzeug sitzen. Die Masken werden nach dem Einsatz eingesammelt und gewaschen. Anschließend können sie wiederverwendet werden.

Mehr als 100 Masken genäht

Dass die Kiersper Feuerwehr im Besitz dieser Masken ist, dafür sorgten neun Frauen und Männer. „Es handelt sich um Angehörige von Wehrleuten, die in den letzten Tagen mehr als 100 Masken genäht haben. Dafür sagt die Freiwillige Feuerwehr Danke“, lobt der Pressesprecher das Engagement der Maskennäher.

Die Schutzmasken wurden in den letzten Tagen von neun fleißigen Näherinnen und Nähern hergestellt.

Die Masken würden zwar keinen 100-prozentigen Schutz bieten, seien aber besser, als gar keine zur Verfügung zu haben. Die Bevölkerung müsse sich also keine Sorgen machen, wenn Einsatzkräfte mit Schutzmasken zur Hilfe anrücken – dies diene dem Eigenschutz, sagt Schwanke. Mit diesen Maßnahmen sowie denen des Robert-Koch-Instituts sollte für die Feuerwehr Kierspe ein größtmöglicher Schutz gewährleistet sein. „Die Bevölkerung kann sich auf eine einsatzbereite Feuerwehr verlassen!“

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