Reaktionen auf das Coronavirus: Erste Kündigungen durch Mieter

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Das Mehrfamilienhaus an der Fritz-Linde-Straße wurde gerade aufwendig saniert. Deshalb sind derzeit auch keine größeren Arbeiten für Häuser des Bauvereins geplant.

 „Wohnungsmieter haben bisher glücklicherweise noch nicht angekündigt, die Miete zu kürzen oder die Zahlung ganz einzustellen“, sagt Thilo Frischholz von der Firma Frischholz und Cie., die als Immobilien- und Hausverwalter auch in Kierspe aktiv ist.

Kierspe - Ganz anders sehe aber die Situation bei den Geschäftsinhabern und Gewerbetreibenden aus, deren Mietobjekte von der Kiersper Firma betreut werden. „Wir haben die Immobilienbesitzer angesprochen, wie sie mit der Krise umgehen möchten. Danach konnten wir den Mietern und Gewerbetreibenden mitteilen, dass ihnen, wenn notwendig, die Miete für April überlassen wird“, erzählt Frischholz auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung.

Insgesamt verwalte seine Firma, so der Kiersper, rund 70 Gewerbeobjekte, von denen 15 direkt betroffen sind, darunter Blumengeschäfte, Reisebüros und auch ein Atelier, wobei nicht alle diese Unternehmen in Kierspe ihren Sitz haben. „Drei Mieter mussten uns mitteilen, dass sie sich sehr über das Angebot freuen, sie aber trotzdem das Mietverhältnis kündigen würden, da sie jetzt schon wüssten, dass sie die Krise wirtschaftlich nicht überleben würden“, berichtet Frischholz.

Jacek Okulinski, Vorstand des Bauvereins, ist froh, dass es bislang noch keine Ankündigungen der Mieter gibt, Zahlungen zurückzuhalten oder einzustellen.

Auch der Bauverein, der in Kierspe 455 Wohnungen in der Vermietung hat, berichtet, dass es bislang noch keine Aussagen von Mietern gebe, dass sie die Miete kürzen oder einbehalten wollen. „Glücklicherweise! Aber jetzt starten ja auch erst die Überweisungen für die April-Miete. Dann werden wir sehen, ob wir Bankrückläufer von Kunden haben, die nicht mehr zahlen können“, teilt der Vorstand des Bauvereins Jacek Okulinski mit. Trotzdem ist er froh, dass in diesem Jahr keine außergewöhnlichen Sanierungsarbeiten geplant sind.

Coronavirus in Kierspe: Übliche Arbeiten gehen weiter

Okulinski: „Wir haben ja gerade erst das große Projekt an der Fritz-Linde-Straße abgeschlossen, deshalb sind auch keine umfangreichen Arbeiten geplant.“ Wobei der normale Betrieb und die üblichen Arbeiten weitergehen würden. Dazu gehöre auch die Ausrüstung von Häusern des Vereins in Rönsahl mit neuen Balkonen. Trotz der Krise würden bislang die normalen Reparaturen in den Wohnungen weitergehen. So begründe sich auch der ganz geringe Leerstand aus zwei bis drei Wohnungen dadurch, dass man dort größere Renovierungsarbeiten plane und ausführe, bevor diese wieder auf den Markt kommen.

„Bei den Vermietungen hat sich aber einiges geändert. Wir nehmen keine gemeinsamen Wohnungsbesichtigungen mehr vor. Interessenten können sich aber einen Schlüssel holen und die Wohnung alleine anschauen. Alles andere wird am Telefon oder per E-Mail geklärt, dabei ist aber klar, dass der persönliche Kontakt auf Dauer nicht ersetzt werden kann“, erklärt der Vereinsvorstand.

Anders sei das auch nicht möglich, da die Geschäftsstelle an der Bachstraße für den Publikumsverkehr geschlossen bleibe. Auch Abnahmen von Wohnungen würden derzeit nicht gemeinsam vorgenommen. Der Verein würde sich die Wohnungen erst anschauen, wenn der Mieter den Schlüssel abgegeben habe. „Gerade jetzt zum Monatswechsel hatten wir das schon einige Male und bis jetzt hat das auch sehr gut funktioniert“, erklärt Okulinski.

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