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Coronatests: Schulen ziehen erste Bilanz

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Von: Johannes Becker

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Nur wenige Schüler wurden an den Kiersper Grundschulen und an der Gesamtschule positiv auf das Coronavirus getestet. An einer Schule gab es sogar keinen einzigen Fall.
Nur wenige Schüler wurden an den Kiersper Grundschulen und an der Gesamtschule positiv auf das Coronavirus getestet. An einer Schule gab es sogar keinen einzigen Fall. © Marijan Murat

Zumindest eine Kiersper Schule kann durchweg Positives melden, auch wenn das „negativ“ ist. Denn negativ war das Ergebnis aller Pooltests, die am Montag im Verbund aus Pestalozzi- und Schanhollenschule gemacht wurden.

Kierspe - Es dauerte bis in die späteren Abendstunden, bevor Rektor Thomas Block die entsprechende Nachricht des Labors erhielt und allen Schülern beziehungsweise Eltern das Ergebnis auf digitalem Wege zukommen lassen konnte.

Doch auch an diesen beiden Grundschulen hinterlässt das Corona-Virus seine Spuren. Denn einzelne Kinder sind erst gar nicht nach den Ferien in die Schule gekommen, weil sie entweder infiziert sind oder sich aufgrund von Covid-19-Fällen in der Familie in Quarantäne befinden, wie Block mitteilt.

Ganz so viel Glück hatte man am Verbund aus Bismarck- und Servatiusschule nicht. „Wir hatten einen positiven Pool“, teilt Petra Nikolaus, die die Schule derzeit kommissarisch leitet, auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung mit.

Wie viele Kinder genau mit dem Coronavirus infiziert sind und an welchem der beiden Standorte sich die Klasse mit den positiven Ergebnissen befindet, möchte sie nicht mitteilen.

„Wir hätten mit mehr Infizierten gerechnet“, sagt der Leiter der Gesamtschule Johannes Heintges. Zwei Schüler wurden durch die am Montag verwendeten Selbsttests (POC-Text) als positiv identifiziert.

Neun weitere Schüler waren aufgrund einer eigenen Infektion oder weil sie sich in Quarantäne befinden, erst gar nicht zur Schule gekommen. Gleiches gilt auch für vier Lehrer der Gesamtschule, die sich trotz Booster-Impfung infiziert haben.

Unglücklich ist Heintges über die Regelung der Quarantäne, die für die Kontaktpersonen gilt: „Nach wie vor werden nur die Schülerinnen und Schüler, die positiv getestet wurden, in Quarantäne geschickt. Alle anderen Schüler bleiben in der Schule. Wäre es bei einer Variante wie Omikron, die sich immer weiter ausbreitet und die deutlich ansteckender sein soll, nicht sinnvoll, auch die Sitznachbarn und die Mitschüler, mit denen die Infizierten am Mittagstisch in der Mensa saßen, in Quarantäne zu schicken?“

An der Gesamtschule werden auf eigenes Betreiben derzeit die Eltern der Kontaktpersonen informiert. Entscheiden sie sich dafür, dass ihr Kind weiter zur Schule geht, muss es eine FFP2-Maske tragen und nicht nur drei Mal die Woche zum Test, wie üblich, sondern täglich.

Verärgert ist Johannes Heintges aber auch darüber, dass es keinen vorgeschriebenen Weg gibt, wie Kinder, die in der Schule positiv getestet werden, nach Hause kommen. „Üblicherweise holen dann die Eltern das Kind ab. Am Montag hatten wir aber den Fall, dass ein Schüler aus dem fünften Jahrgang infiziert war, die Eltern kein Auto haben und zusätzlich in einer Nachbarstadt wohnen“, schildert der Schulleiter einen Fall. Bevor sich die hochansteckende Variante Omikron ihren Weg gebahnt habe, hätte ein Schulsozialpädagoge das Kind dann nach Hause gefahren.

Diesen Weg wollte man aber eigentlich nicht gehen, da der Pädagoge geschützt werden sollte. Doch weder das Ordnungsamt, noch das Gesundheitsamtes des Kreises oder auch die Bezirksregierung hätte sich zuständig gefühlt. Letztgenannte Behörde verwies auf die Eltern.

„Während all dieser Zeit hat das elfjährige Kind allein in einem Raum gesessen. Es wurde zwar mit Getränken versorgt, aber es konnte sich ja schlecht jemand dazu setzen“, so Heintges.

Als klar gewesen sei, dass von behördlicher Seite keine Hilfe komme, habe sich dann ein Schulsozialpädagoge bereit erklärt, das Kind zu fahren – mit geöffneten Fenstern und unter dem Schutz von FFP2-Masken.

„Diesem Vorgehen hat dann auch das Gesundheitsamt zugestimmt. Ich würde mir doch sehr wünschen, dass es für solche Fälle klare Abläufe gibt“, so Heintges.

Weniger Ausfall durch neues Testverfahren

Seit Montag dieser Woche wird an den Grundschulen ein neues Testverfahren angewendet. Bislang wurden ausschließlich Pools gebildet, in denen sich alle Proben einer Klasse befanden. Verlief der PCR-Test positiv, mussten alle Schüler der Klasse am nächsten Tag einen neuen Test machen und zuhause bleiben, bis das Ergebnis vorlag und damit klar war, welcher Schüler infiziert wurde. Seit Montag machen die Kinder zwei Tests, einer wird wie bisher im Pool getestet. Kommt es dann zu einem positiven Ergebnis, werden die „Einzelproben“ ausgewertet. Damit wissen die Schulleiter noch vor Unterrichtsbeginn des kommenden Tages, welches Kind nicht teilnehmen kann – alle anderen können jedoch zur Schule kommen. Damit sollen die Ausfallzeiten minimiert werden.

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