Corona: Stadt Kierspe gibt viel Geld für Desinfektion, Reinigung und Schutz aus

Die Reinigung wird teuer

Alleine für Handdesinfektionsmittel, die dazugehörigen Spender, Sprühflaschen, zusätzliche Seife und zusätzliche Einmalhandtücher hat die Stadt Mehrausgaben von 12 000 Euro gehabt – bis Ende September. 	Fotos: DPA
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Alleine für Handdesinfektionsmittel, die dazugehörigen Spender, Sprühflaschen, zusätzliche Seife und zusätzliche Einmalhandtücher hat die Stadt Mehrausgaben von 12 000 Euro gehabt – bis Ende September.

Kierspe – Abgerechnet wird zum Schluss – doch wann das Ende erreicht ist, weiß noch niemand. Was man bei der Stadt aber schon weiß: die Corona-Pandemie wird teuer. Es fehlen nicht nur Steuereinnahmen, sondern es muss auch viel Geld für zusätzliche Reinigung und Schutzausrüstung ausgegeben werden.

Im Frühjahr gab es erst einmal rein rechnerisch kein Minus, weil die Schulen geschlossen hatten und dadurch auch nicht gereinigt werden mussten. „Die zusätzlichen Reinigungen, die dann kurz vor und vor allem nach den Ferien dazukamen, konnten wir mit den Stunden verrechnen, die wir schon an die Firmen bezahlt hatten, die aber aufgrund der Schulschließungen nicht erbracht wurden“, sagt Rainer Schürmann, in dessen Sachgebiet auch das Gebäudemanagement fällt.

Mittlerweile sei dieses „Polster“ aber längst aufgebraucht und die zusätzlichen Kosten müssten von der Stadt getragen werden. Allein für die Reinigung der öffentlichen Gebäude waren das bis einschließlich September rund 43 000 Euro. Zu diesen Gebäuden gehören neben den Schulgebäuden auch das Rathaus, die Gerätehäuser der Feuerwehr, die Jugendzentren, Sporteinrichtungen und das Alte Amtshaus.

Viele Kontaktflächen müssen nun häufiger gereinigt werden. Das schlägt sich im städtischen Haushalt nieder.

Vor allem die Desinfektion der Flächen – also all jenes, was angefasst wird, wie Tische, Handläufe, Türklinken, Lichtschalter und ähnliches – hat zu den Mehrkosten geführt. „Da wurde natürlich früher auch schon gewischt, aber längst nicht in diesen kurzen Intervallen und nicht mit Desinfektionsmittel“, so Schürmann.

„Dazu kommen aber noch Kosten für Schutzausrüstung wie Visiere, Masken oder Acryglasabtrennungen in Höhe von 23 000 Euro, auch diese Summe bezieht sich nur auf die Ausgaben bis einschließlich September“, erläutert der Sachgebietsleiter, der mit seiner Aufzählung aber noch nicht am Ende angekommen ist.

Denn die Kosten für Handdesinfektionsmittel, Desinfektionsmittel-Spender, Sprühflaschen, zusätzliche Seife und zusätzliche Einmalhandtücher betragen – natürlich wieder nur bis Ende September – rund 12 000 Euro.

Die Schüler müssen selbst für einen Mund-Nasenschutz sorgen. Trotzdem musste die Stadt für eigene Mitarbeiter diese Schutzausrüstung besorgen.

Schürmann weist darauf hin, dass in dieser Aufzählung die zusätzliche Schutzausrüstung für die Feuerweh – wie Mund-Nasen-Schutz, FFP2-Masken und Einmalanzüge – noch gar nicht enthalten sei, weil diese von der Wehr selbst angeschafft worden sei und noch nicht bei der Stadt erfasst wurde.

„Bis zum Jahresende werden wir all das zusammenrechnen, auch in der Hoffnung einen Teil der Kosten durch Fördermittel erstattet zu bekommen. Um welche Summe es sich dabei handeln könnte und ob es überhaupt Geld gibt, ist derzeit noch völlig offen“, sagt der Sachgebietsleiter.

Die Frage, ob der vermehrte Einsatz von Desinfektionsmitteln auch zu Materialschäden führen wird, konnte von Schürmann noch nicht beantwortet werden. „Türklinken und Handläufe sind ja meist aus Metall, da wird es sicher keine Schäden geben. Was mit lackierten Oberflächen ist, müssen wir sehen, da wir noch nicht wissen, ob die alkoholhaltigen Mittel die Lacke angreifen.“

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