Müllberge in Kierspe wachsen: 193.000 Kilogramm Sperrmüll

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Die Zeit des Kontaktverbots am Anfang der Corona-Pandemie haben viele Kiersper genutzt, um aufzuräumen. In der Folge musste deutlich mehr Sperrmüll abgefahren werden.

Kierspe – Die Baumärkte und Möbelhäuser gehörten bislang zu den Gewinnern der Krise, da viele die Zeit der Ausgangssperre nutzten, um zu renovieren und auch, sich neu einzurichten. So gesehen, gehören auch die Abfallunternehmen zu den Gewinnern, denn diese mussten mehr Müll beseitigen als in den Vorjahren.

Immer mittwochs finden sich in Kierspe vor den Wohngebäuden mehr oder minder große Haufen mit Sperrmüll, denn an diesem Tag kommt der Entsorger, um abzufahren. Im April sind die Fahrzeuge in Kierspe an diesen Tagen im Dauereinsatz gewesen, da die Abfallmenge deutlich über der üblichen lag. „Normalerweise werden pro Monat in Kierspe etwas mehr als 100 Tonnen Sperrmüll abgeholt. 

Im April waren es jedoch 193 Tonnen“, teilt Klaus Müller, der bei der Stadt Kierspe für die Abfallentsorgung zuständig ist, auf Anfrage der Meinerzhagener Zeitung mit, wobei er einschränkt, dass Monate mit fünf Abholtagen immer etwas stärker ausfallen würden – wenn auch noch nie so wie im April dieses Jahres. Selbst aufs Halbjahr gerechnet, wird deutlich, dass dieses Frühjahr auch beim Abfall außergewöhnlich war. Wurden im vergangenen Jahr zwischen Januar und Ende Juni 734 Tonnen Sperrmüll abgeholt, waren es in diesem Jahr 836 Tonnen im gleichen Zeitraum. Zum Vergleich: im ersten Halbjahr 2018 wurden 737 Tonnen Sperrmüll abgefahren und von Januar bis Juni 2017 waren es 696 Tonnen.

Aber nicht nur der Sperrmüll hat zugenommen, sondern auch der Hausmüll. Werden, nach Müllers Angaben, üblicherweise im Monat 230 Tonnen Hausmüll abgefahren, waren es im März dieses Jahres 272 Tonnen, im April 215 Tonnen, im Mai 250 Tonnen und im Juni 255 Tonnen.

Beim Papiermüll ist dagegen keine Steigerung zu verzeichnen. So wurden in der Zeit zwischen Januar und Juli dieses Jahres 510 Tonnen Papier und Pappe entsorgt, waren es im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres 523 Tonnen, ein weiteres Jahr zuvor 569 Tonnen und 2017 gar noch 583 Tonnen. Dazu muss dann noch das Altpapier gerechnet werden, das in den Containern, die im Stadtgebiet stehen, landet: Dort wurden im ersten Halbjahr dieses Jahres 58 Tonnen eingeworfen, 2019 waren es in den ersten sechs Monaten 50 Tonnen, 2018 wurden 42 Tonnen gezählt und 2017 sogar 62 Tonnen Altpapier.

Erfreut zeigt sich Müller darüber, dass bei den wilden Müllkippen keine Zunahme erkennbar ist, „aber auch leider keine Abnahme.“

Beim Grünschnitt werde in diesem Jahr sehr viel mehr abgegeben beziehungsweise abgeholt, teilt der Verwaltungsmitarbeiter noch mit. Allerdings hänge das mit dem bislang durchschnittlich nassen Sommer zusammen. „In den Jahren 2018 und 2019 ist aufgrund der Trockenheit weniger gewachsen, da musste auch weniger abgefahren werden“, so Klaus Müller abschließend.

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