Gerätehaus: Ein Zug, zwei Einsatzgruppen

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Allzeit bereit. In den Umkleideräumen hängt die Einsatzkleidung. Neue Spinde, neue Räume und viel Platz zeichnen das neue Gerätehaus aus – natürlich gibt es die Einrichtungen – nach Geschlecht getrennt – zweimal.

Kierspe – „Am Anfang war es schon sehr ungewohnt, bei der Fahrt zum Einsatz nicht in die üblichen Gesichter zu schauen“, sagt Christian Schwanke. Er ist aktiver Wehrmann der Kiersper Feuerwehr, Mitglied im Spielmannszug und Pressesprecher der Wehr.

So gesehen hat er das neue Gerätehaus schon aus verschiedenen Perspektiven kennen und lieben gelernt. Dass es aber durch die Aufteilung des Personals nun andere Kameraden in seiner Gruppe hat, daran muss er sich erst noch gewöhnen.

„Das neue Gerätehaus ließ den Abschiedsschmerz schnell verschwinden. Das wurde schon am Tag des Umzugs klar“, berichtet Schwanke. Doch er erzählt eben auch, dass die neue Organisation zumindest ungewohnt ist. Statt zwei Löschzügen gibt es nun zwei Einsatzgruppen in einem Zug. „Dabei haben wir darauf geachtet, dass die Gruppen möglichst gleich aufgestellt sind, also beispielsweise die gleiche Anzahl von Fahrern vorhanden ist und auch die einzelnen Fachausbildungen sich gleichmäßig verteilen“, erläutert Mike Budde, stellvertretender Wehrleiter. Das hat zur Folge, dass sich Mitglieder der Wehr, die seit Jahren und Jahrzehnten zusammen ihren Dienst verrichten, nicht mehr so häufig zusammen sind. Schwanke: „Ich habe einige Kameraden seit Wochen nicht mehr gesehen.“

Aus dem Obergeschoss gibt es einen Einblick in die Fahrzeughalle.


Ursächlich dafür ist die Corona-Pandemie, die nach wie vor dafür sorgt, dass nur in kleinen Gruppen geübt werden kann. An ein Zusammenspiel der beiden Gruppen im Rahmen einer Zugübung ist so nicht zu denken. „Das hatten wir uns anders vorgestellt, müssen aber jetzt mit den Vorgaben leben“, erzählt Budde, der darauf hinweist, dass das neue Gebäude viele Chancen bietet, gerade in Zeiten der Pandemie. Denn durch die zahlreichen Schulungs- und Gruppenräume können sich die Wehrmitglieder bei Lehrgängen oder auch den Übungsstunden des Musikzugs verteilen.

Der stellvertretende Wehrleiter Mike Budde (links) und Pressesprecher Christian Schwanke im Schulungsraum.


Als ausgesprochen gut bezeichnen die beiden Wehrleute die Vorbereitungszeit, in der sich die Mitglieder der beiden Züge aneinander gewöhnen konnten. Budde: „Wir werden das zweite Halbjahr nutzen, um an Stellschrauben in den Bereichen zu drehen, wo es noch Verbesserungsbedarf gibt.“

Von dem neuen Gebäude ist der stellvertretende Wehrleiter genau so begeistert wie sein Pressesprecher. An machen Stellen wird derzeit noch klar, dass noch nicht alles perfekt, aber vieles besser als in den alten Wehrhäusern ist. Fehlende Antennen sorgen derzeit noch dafür, dass der Funkraum noch nicht genutzt werden kann, noch nicht gelieferte Schränke lassen Musikinstrumente im Raum stehen und eine nicht angeschlossene Waschmaschine sorgt dafür, dass derzeit die Einsatzkleidung noch in Lüdenscheid gewaschen werden muss. In Zukunft hofft man, mit der neuen Maschine und einem Trockenschrank schneller wieder einsatzfähig zu sein, wenn die Kleidung durch Rauch kontaminiert wurde.

Gemütlich: Nach dem Einsatz oder der Übung ist ein Zusammensitzen möglich.


Hinter einer Tür neben dem neuen Waschraum findet sich die Kleiderkammer, in der zukünftig Kleidungsstücke für alle Kiersper Züge verwaltet wird. Ein paar Türen weiter, gleich im Anschluss an die neuen sanitären Anlagen, finden sich die Umkleideräume, die nahezu komplett mit neuen Spinden ausgerüstet wurden.

Während im Untergeschoss ein Raum mit gemütlicher Bestuhlung und ansprechenden Tischen samt Theke und aufgearbeiteter Küche auf Wehrleute wartet, die nach Einsatz oder Übung noch ein wenig zusammensitzen wollen, gibt es im Obergeschoss eine weitere Küche, die im Anschluss an die Schulungsräume gelegen, eine Versorgung bei Lehrgängen und größeren Einsätzen sicherstellt.

Da das Gerätehaus in Falle einer Katastrophe oder bei einem längeren Stromausfall als sogenannter „Heller Punkt“ dienen soll, gibt es dann dort auch die Möglichkeit, beispielsweise Babynahrung zu wärmen. Damit das eben auch dann gelingt, wenn kein Strom mehr aus der Steckdose kommt, wurde ein Generator eingebaut, der das komplette Gebäude versorgen kann – 1000 Liter Diesel stellen sicher, dass das auch über einen längeren Zeitraum gelingt.

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