Neues Programm ist witzig, frech und frivol

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Sein mitreißendes drittes Solo-Programm hat Comedian Michael Eller mit witzig-frechen Gags gespickt. ▪

KIERSPE ▪ Nachdem er bereits Auftritte im Fernsehen, auf Kreuzfahrtschiffen, im Waschsalon oder Schwimmbad hatte, feierte Comedian Michael Eller am Freitagabend seine Premiere in einem Feuerwehrgerätehaus.

Bei der Reihe „Comedy meets Feuerwehr“ hieß ihn das gespannte Publikum in Vollme schon mit Applaus willkommen. Ganz ungekünstelt plauderte der Wahl-Mainzer bereits vor dem Rolltor mit einigen Besuchern.

Einen unmittelbaren Draht zu seinem Publikum hatte er auch im Handumdrehen von der kleinen Bühne aus hergestellt. „Wenn euch etwas lustig vorkommt, dann haut es raus“, ermunterte er die Gäste. Die ließen sich nicht lange bitten und reagierten mit treffenden Zwischenrufen, Beifall und Lachsalven.

Mit seinen witzig-frechen Gags und Geschichten hielt Eller vor allem der Generation 40 Plus auf humorvolle Weise den Spiegel vor. Gewürzt mit einer guten Prise Selbstironie lachte er immer wieder gemeinsam mit seinem Publikum, auch auf seine eigenen Kosten. Zum Thema alternde Männer hatte Michael Eller vom vorzeitigen Haarverlust bis zur Prostatavorsorgeuntersuchung einiges an Erfahrungen im Gepäck: „Fallen die Haare auf dem Kopf aus, wachsen sie dafür an anderen Körperstellen umso besser. Manche Männer könnten sich aus einer einzelnen Augenbraue ein Stirnband flechten und mit den Haaren in ihrem Ohr, klingt jede Unterhaltung bestimmt flauschiger“, stichelte er.

Aber letztlich sei das Alter doch vor allem eine Frage der Perspektive, stellte Eller fest. Während er selbst als Jugendlicher einem Mittvierziger noch über die Straße geholfen habe, heiße es heute eher: „Ey Alter, dich hätten sie bei den Eskimos auch schon lange auf die Scholle gesetzt und angeschoben.“

In der Pause ließ sich das Publikum von den Kameraden der Feuerwehr mit Würstchen vom Grill und Getränken an der Cocktailbar bewirten. „Tolles, witziges Programm in ganz besonderer Atmosphäre“, lautete der Kommentar vieler gut gelaunter Besucher. Auch Organisator Jörg Sengsmann zeigte sich vollauf zufrieden mit seiner diesjährigen Wahl für das Programm.

Spritzig und temporeich ging es im zweiten Teil weiter. Beim Thema Emanzipation verkaufte Eller seine leicht frivole Sicht mit den Worten: „Das ist nicht frauenfeindlich, das sind Lehrinhalte.“ Mit seinen frechen Sprüchen traf er immer wieder den Nerv des Kiersper Publikums, das ihn mit Gelächter und Applaus anfeuerte.

Und auch erfolgreiche Castingshows im Fernsehen waren vor der spitzen Zunge des Comedian nicht sicher. Das deutsche Format „Bauer sucht Frau“ werde mittlerweile in 33 Ländern und 42 Sprachen gesendet, ließ er die Zuschauer wissen. „In Polen heißt es ‘Bauer klaut Frau’, im Iran ‘Bauer haut Frau’ und in Österreich ‘Bauer versteckt Frau’. Den Vogel schießen aber wie üblich die Amerikaner ab: Sie jagen die gesamte durchtrainierte Baywatch-Belegschaft mit ihren schönen Körpern in Gummistiefeln über den Acker“, zählte er locker flockig auf.

Spielfreudig und schlagfertig überzeugte Michael Eller mit seinem dritten Solo-Programm „Zwischen Hardrock und Rollator“ von Anfang bis Ende. Zu drei Zugaben klatschte ihn das begeisterte Publikum lautstark auf die Bühne zurück. - von Rolf Haase

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