UWG bemängelt Zustand des Heiratswäldchens

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Das Kiersper Heiratswäldchen soll ein Ort der schönen Erinnerungen sein. Doch durch den ungepflegten Zustand wirkt die Fläche auf einige Hochzeitspaar sehr abschreckend.

Kierspe - Es gibt ein Ort in Kierspe, an dem Hochzeitspaare in den Erinnerungen an den schönsten Tag in ihrem Leben schwelgen können oder zumindest sollten. Doch das Heiratswäldchen an der Osemundstraße ist derzeit kein schöner Ort.

Überall wuchert ungebremst das Gras und Unkraut. Die Pflege der Fläche an der Kerspe lasse zu wünschen übrig, so formuliert es Clemens Wieland von der Unabhängigen Wählergemeinschaft in Kierspe. Der Vorsitzende sei nach eigenen Angaben von mehreren Seiten auf den Zustand des Wäldchens angesprochen worden. „Eine gewisse Grundfläche muss sein“, stellt er klar.

Vor 30 Jahren wurden auf der grünen Wiese, die in Nachbarschaft zur Firma Louvrette liegt, die ersten kleinen Bäume gesetzt – mittlerweile hat die Vegetation in dem Bereich größere Dimensionen angenommen. Seit 1987 wurden dort schon rund 180 heimische Laubbäume gepflanzt.

Clemens Wieland, Vorsitzender UWG, bemängelt die Situation des Heiratswäldchen schon seit längerem.

Die Geschichte des Heiratswäldchen nahm aber eine traurige Wende. Der Heimatverein, dem die Fläche damals von der Stadt übertragen wurde, kämpft wie viele andere Gruppen in der Stadt mit dem demografischen Wandel. Einige der Mitglieder sind mittlerweile an die 70 Jahre alt. Die Pflege des Bereichs fällt den Verantwortlichen deshalb immer schwerer. Dabei gehe es nicht um das gesamte Waldstück, 300 Quadratmeter seien ansehnlich, so Wieland, „Die Leute sind regelrecht geschockt, wenn sie sich im hinteren Teil umschauen.“ Teilweise seien sogar Heiratswillige wieder von der Idee abgewichen, dort für rund 30 Euro einen Baum zu pflanzen.

Der UWG-Politiker bedauert diesen Zustand. „Ich finde die Idee, eine emotionale Bindung für die Paar mit ihrer Stadt aufzubauen, super. Das ist wie ein Denkmal, ähnlich wie die Liebes-Schlösser an der Kölner Brücker.“ Doch er habe festgestellt, dass sich gerade die „Eigentümer“ der frischen Setzlinge nicht ausreichend kümmern.

Das Heiratswäldchen an der Osemundstraße liegt zwischen der Firma Louvrette (links) und einem Gebäude der Mark E (rechts).

Dass das Heiratswäldchen wegen der Nähe zur Kerspe in einer sogenannten Wasserschutzzone 2 liegt, sollte für das „grüne Denkmal“ eigentlich ein Vorteil sein. Doch durch die Vorschriften im Bezug auf solche Schutzbereiche kamen in der Vergangenheit zahlreiche Fragen, wie „was darf dort zur Pflege eigentlich gemacht werden?“ auf. Wieland gibt eine Antwort: „Bestimmte Dinge darf man nicht, wie Düngen zum Beispiel. Aber da es sich nicht um ein offizielles Biotop handelt, kann man da auch mal mit der Sense durch.“

Kein Vorwurf an Stadtverwaltung oder Heimatverein

Dem Vorsitzenden der Unabhängigen und seinen Mitstreitern ist der ungepflegte Zustand des Wäldchens ein Dorn im Auge. Er mache weder dem Heimatverein noch der Stadtverwaltung einen Vorwurf. Im Gegenteil: Er habe bereits mit beiden Stellen Kontakt aufgenommen, um eine Lösung zu finden. „Ich habe auch Zusagen, im kommenden Jahr die Pflege finanziell oder personell zu unterstützen.“

Für Abhilfe könnte nach Meinung Wielands ein stärkeres Engagement der Kiersper Bürger sorgen. „Es ist nicht die Aufgabe der Stadt, sondern die aller. Wenn man die Idee des Heiratswäldchen wertschätzt, dann muss man es auch pflegen. Sonst braucht man das überhaupt nicht machen.“ Sein Vorschlag: Einmal im Jahr treffen sich alle Beteiligten und legen mit den Verantwortlichen Hand an, damit wild wachsendes Gras und Unkraut chancenlos sind.

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