"Christsein in Kierspe": Veranstaltung zum Thema Buße und Gebet

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Präses Ansgar Hörsting hielt die Predigt am Buß- und Bettag.

Kierspe - Büßen und Beten ist nicht nur etwas für Mönche oder alte Frauen mit Dutt, denn der Glaube hat auch immer etwas mit der Chance auf Umkehr und Neuanfang zu tun, dies wollten die Veranstalter der Aktion „Christsein in Kierspe“ am Mittwochabend vermitteln.

„Zurück auf Los“ hieß es am Buß- und Bettag – und das Thema war für so viele Frauen und Männer so interessant, dass die Margarethenkirche nahezu voll besetzt war. In einem Sketch ging es darum, dass vieles nicht so ist, wie es scheint.

Dagmar Schröder-Becker wurde von einer Kirchenbesucherin angepfiffen, weil sie mit ihrem Handy telefonieren wollte. Sauer geworden steckte sie es ein und wunderte sich, dass Ille Ochs begann, eine Banane zu essen. „Darf man in der Kirche essen?“, fragte sie Ochs, doch diese bestritt, eine Banane zu essen.

"Manchmal sind die Dinge nicht so, wie sie scheinen“, erklärte George Freiwat den Sketch. „Wer an Gott glaubt, hat eine Vorstellung von ihm. Oft ist die jedoch ganz anders als die anderer Menschen.“ Martin Schriever blickte dann auf den biblischen David.

„David hat schöne Dinge geschrieben, er war aber nicht frei von Schuld. Er hatte Ehebruch begangen und getötet.“ Jürgen hatte der Gemeinde etwas anderes zu sagen. Er beschrieb seinen Lebensweg, der schon früh über Drogen, Dealen und Kriminalität bis fast zum Selbstmord ging.

Im Leben "Zurück auf Los" gehen und neu anfangen

„Ich fragte mich, warum meine Eltern morgens frohgemut aufstanden und ich nicht“, schilderte er seine damalige Lebenssituation. „Ich fing an zu beten aber mein erstes Gebet war pure Arroganz. Ich wollte etwas von Gott.“ So bat er ihn um Schlaf, weil dieser ihm fehlte. „Ich bekam 14 Stunden Schlaf am Stück und als ich wach wurde, hatte ich Hunger auf Gott und besuchte eine Bibelschule.“

Jürgen war dankbar, dass er in seinem Leben wieder „Zurück auf Los“ gehen und neu anfangen konnte. Über das Büßen in seiner negativen und positiven Form machte sich auch Präses Ansgar Hörsting aus Witten einige Gedanken.

„Zu den negativen Formen des Büßens gehören wohl Bußgeldbescheid oder Büßergewänder“, so Hörsting. „Zu den positiven Formen das Beichten.“ So berichtete er von einer eigenen Erfahrung als Achtjähriger. „Nachdem ich gebeichtet hatte, hatte ich das Gefühl, ich schwebe nach Hause. Buße empfinde ich heute als nötig, fröhlich machend und befreiend.“

Buße kann wehtun

Die Buße fordere den Menschen auf, neu zu denken und neu zu leben. Für Menschen ohne Gott gebe es keine Sünde, sie würden nur Fehler machen, kleinere oder größere. Buße kann weh tun, das musste auch Martin Luther lernen.

„Erst einmal muss man durch die Tiefe, das tut weh“, erkannte Luther damals und lebte zur Belohnung als befreiter Mensch weiter. An drei Gebetsstationen – über die Kirche verteilt – hatten nun die Besucher die Möglichkeit, persönliche Bitten entweder auf einen Zettel zu schreiben und in eine Box zu werfen oder sie persönlich vorzubringen.

Viele der Besucher nutzten diese Gelegenheit – während dieser Zeit sangen die weiteren Besucher christliche Lieder. Zum Abschluss spendete Pastor Siegfried Ochs den Segen. Zu Pizzaschnecken blieb noch die Möglichkeit sich auszutauschen und so den Abend am Buß- und Bettag ausklingen zu lassen.

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