Fußball steht im Fokus

+
Pfarrer Eckhart Link und Jan Hedfeld wechselten zum Abschluss des Abends ihre Trikots.

Kierspe - „Fußball und Christ sein – passt das zusammen?“ Dieser Frage stellten sich beim zweiten Abend von „Christsein in Kierspe“ der ehemalige Pfarrer der Kapelle in der Arena auf Schalke Norbert Filthaus und der Vorsitzende des CSV Sportfreunde Bochum-Linden Torsten Berger im Vollmer Gemeindehaus.

Genau wie im richtigen Fußballleben, machten die beiden Gäste sowie die Moderatoren Pfarrer Eckart Link und Jan Hedfeld aus ihrer Vereinszugehörigkeit keinen Hehl. Während auf dem T-Shirt von Filthaus der Spruch „Mit Gott auf Schalke“ prangte, erschien Link in Schwarz-Gelb und Jan Hedfeld in Königsblau. Sogar die Schokoladennikoläuse auf der Couchablage fühlten sich einem Verein zugehörig und trugen das in ihren Farben zur Schau.

Über 30 Jahre war Norbert Filthaus Pfarrer in der Kapelle auf Schalke. Gebürtig ist er aus Schwerte und anfangs kein Schalke-Anhänger. „Doch ich wurde von Jahr zu Jahr blauer“, gestand er. „Die Kapelle auf Schalke ist inzwischen ein Ort geworden, in dem wir taufen und trauen.“

Auch die Spieler zögen sich dorthin zurück. Berger als Vorsitzender des CSV Sportfreunde Bochum-Linden ist stolz auf das „C“, das im Vereinsnamen für „christlich“ steht. „Fußball steht im Fokus unserer Gesellschaft und ich bin der Ansicht, dass wir unsere Talente für Gott einsetzen sollen.“

Der CSV ist der einzige christliche Fußballverein in Deutschland und das übergroße „C“ im Logo solle verdeutlichen, dass Christ sein den Fußball umschließe. „Wir haben auch keinen Vereinswimpel, wir übergeben bei Spielen stattdessen eine Sportlerbibel. Das irritiert oft unsere sportlichen Gegner.“

Das Thema „Fußballgott“ sehen Filthaus und Berger unterschiedlich. „Wir wollten und mussten aufsteigen“, berichtete Berger von einer Begebenheit. „In der 89. Minute bekamen wir einen Freistoß. Unser Spieler betete, bekreuzigte sich und schoss den Ball ins Netz.“ Berger selbst habe hinter dem Tor gestanden und gedacht: „Gott hat uns dieses Tor geschenkt.“

Gerade Spieler aus Südamerika oder Afrika ständen zu ihrem Christsein, berichteten beide Gäste. Sich im Spiel als Christ zu zeigen sei oft schwierig. „Von uns wird oft erwartet, dass wir eine besonders faire Mannschaft sind. Wir Christen sind aber nicht die besseren Menschen“, so Torsten Berger. „Unsere Spieler sind zum Teil Strafgefangene oder kommen aus den Slums von Brasilien. Diese Spieler haben ein ganz anderes Sozialverhalten als wir.“ Norbert Filthaus erkennt in einem Fußballspiel viele Elemente, die auch ein Gottesdienst hat. „Lieder werden mit voller Inbrunst gesungen und die Wandlung ist für die Fans Bratwurst und Veltins.“

„Die christlichen Gemeinden wachsen da, wo die Menschen unter Druck stehen“, so Berger. „Wir als Fußballer können aber Botschafter des Glaubens sein.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare