Erster „Bufdi“ der Stadt arbeitet im Jugendzentrum

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Begrüßten Kierspes ersten Bundesfreiwilligendienstleistenden Jan Christopher Meitz (Zweiter von links): Bürgermeister Frank Emde, Verwaltungsmitarbeiterin Petra Werth und Jugendzentrumsleiterin Susanne Sattler (links).

KIERSPE - Als die Bufdis noch Zivis hießen, hatte das Jugendzentrum keine Chance, eine solche Stelle zu besetzen. Doch die Zeiten und mit ihnen die Gesetzgebung haben sich geändert – und so ist Jan Christopher Meitz der ersten Bundesfreiwilligendienstleistende, der bei der Stadt Kierspe seinen Dienst antrat.

Von Johannes Becker

„Wir freuen uns, erstmals einem jungen Menschen eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst anbieten zu können. Natürlich freuen wir uns aber auch, damit Unterstützung für das Jugendzentrum zu bekommen“, erklärt Bürgermeister Frank Emde. Man habe bereits vor Jahren einmal versucht, in diesem Bereich eine Zivildienststelle einzurichten, doch die damalige Gesetzgebung und auch formale Gründe hätten letztlich dieses Angebot verhindert. Emde: „Da gibt uns die Gesetzgebung im Zusammenhang mit dem Bundesfreiwilligendienst viel mehr Möglichkeiten.“

Mit Jan Christopher Meitz ist auch genau solch ein junger Mann gefunden worden, für den der Bundesfreiwilligendienst wie maßgeschneidert wirkt. Nach dem Abitur an der Gesamtschule im vergangenen Jahr begann der Kiersper eine Ausbildung, bemerkte aber schnell, dass er mit dieser Entscheidung nicht glücklich wird. Nun möchte er auf Lehramt oder Agrarwissenschaft studieren, wobei die konkrete Entscheidung noch nicht gefallen ist. Um die Zeit zu überbrücken, entschied sich der 19-Jährige dann für den Bundesfreiwilligendienst. Im Internet stieß er dann auf die Stelle im Jugendzentrum. „Der Dienst wird auf die Wartezeit bei Studiengängen mit NC angerechnet. Das ist sicher auch ein nicht zu unterschätzender Vorteil“, erklärt Meitz einen Teil der Motivation. Aber auch der tägliche Umgang mit Kindern und Jugendlichen ist sicher eine nicht zu unterschätzende Erfahrung für einen Mann, der sich mit dem Gedanken trägt, Lehrer zu werden.

Eingesetzt wird Meitz in allen Bereichen des Jugendzentrums, dazu gehören natürlich Hausmeistertätigkeiten, aber eben auch das pädagogische Arbeiten. Vor allem die Jungen, die das kleine Fitnesszentrum des Jugendzentrums nutzen, zeigten sich schon mal begeistert von Meitz, der seit Jahren ins Studio geht. Mit seinem E-Gitarren-Spiel liegt er ebenfalls auf einer Linie mit den Interessen vieler Jugendzentrumsbesucher.

„Bei unseren Aktionen die außerhalb des Jugendzentrums liegen, fehlt uns häufig ein dritter Fahrer, das Problem düfte sich nun auch erledigt haben“, betont Susanne Sattler auch die praktischen Seite der Neueinstellung.

Kontakte zu dem Jugendzentrum hatte der Kiersper im Vorfeld so gut wie keine, wenn man mal von seiner Teilnahme am Stöbertag im Grundschulalter absieht.

Neben den Erfahrungen, die der Kiersper nun in seiner täglichen Arbeit – auch im Jugendzentrum Rönsahl – und im Gespräch mit seinen Kollegen sammeln kann, finden auch „überbetriebliche“ Seminare statt, das erste bereits Anfang Februar.

Geplant werden kann mit der zusätzlichen Kraft für ein Jahr. Und Kosten außerhalb des bisherigen Etats kommen auf die Stadt auch nicht zu, da sich der Bund beteiligt und auch bislang Honorarkräfte für die Arbeit im Kiersper Jugendzentrum vorgesehen sind.

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