Publikum verlangt Zugabe bei Orgelkonzert

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hristian Domke wählte zum Auftakt das Choralvorspiel „Vater unser im Himmelreich“ von Georg Böhm.

KIERSPE ▪ Die Freude bei Pastor George Freiwat war groß, als er den Kirchenmusiker und Organisten Christian Domke am Sonntag in der Margarethenkirche begrüßte. „Ich freue mich, dass so viele gekommen sind, um diesem Konzert beizuwohnen“, sagte Freiwat.

Auch für Christian Domke, heute Kantor und Organist in Schwerin und viele Jahre als Organist in der Margarethenkirche, war es ein Wiedersehen mit vielen Bekannten aus Kierspe aber auch aus Meinerzhagen, die an diesem Sonntag zu einem ganz besonderen Orgelkonzert gekommen waren.

Es sei an ihn immer mal wieder der Wunsch herangetragen worden, ein Konzert in Kierspe zu geben. Nun habe es geklappt, dann auf seinem Weg aus dem Süden nach einem Konzert in Rothenburg, sei er gerne nach Kierspe gekommen, sagte Domke. Es sei ihm auch deshalb eine Freude, weil er damit einen Beitrag leisten könne, etwas für diese schöne Kirche zu tun. Denn der Erlös aus diesem Konzert sei für die Renovierung des Glockenturms bestimmt. Nach einer kleinen Einführung nahm Chrisitan Domke seine Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine Reise von der Barockzeit bis zur Moderne.

Er habe Musik ausgesucht, die zu der Orgel aus dem Jahr 1827 passe, sagte Domke. Den Anfang seines Konzerts machte er mit dem Choralvorspiel „Vater unser im Himmelreich“ des deutschen Organisten und Komponisten Georg Böhm (1661 bis 1733). Bei dieser sehr gefühlvoll getragenen Komposition konnten sich die Zuhörer ganz den Klängen hingeben und die Musik auf sich wirken lassen. Mit den kraftvollen und in vollem Volumen ertönenden Orgelklängen der Komposition „Kleine Orgelsymphonie“ des deutschen Musikers, Komponisten und Pädagogen Christian Fink (1831 bis 1911) setze Domke einen imposanten Kontrast zu dem vorher Gehörten. In vier Sätzen erlebten die Besucher ein großartiges pastorales Werk, bei dem die Orgel in ihrer vollen musikalischen Bandbreite ertönte.

Mit Max Regers Choralvorspiel op. 67, „Vater unser im Himmelreich“, das 1902 erschienen ist, setzte Domke sein beeindruckendes Konzertprogramm fort. Max Reger (1873 bis 1916) erlangte besonders durch seine Kompositionen für Orgel Berühmtheit. Danach folgte ein weitere musikalischer Hörgenuss mit „Marche nuptiale“ von Théodore Dubois (1837 bis 1924). Diese Komposition, eine Bearbeitung eines bekannten Orchesterwerks von Felix Mendelssohn Bartholdy, ist auch als Hochzeitsmarsch auf vielen Hochzeiten zu hören.

Im Anschluss an dieses beeindruckende Werk intonierte Christian Domke eine eigene Komposition. Mit der Meditation „Vater unser im Himmelreich“ und dem Präludium und Fuge im romantischen Stil begeisterte Christian Domke auch als Komponist die Zuhörer.

Den Abschluss dieses grandiosen Konzertgenusses bildete das Orgelwerk von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) „Vater unsere im Himmelreich“, „Präludium“ und „Tripelfuge“ zu fünf Stimmen in Es BMV 552 pro Organo pleno aus dem dritten Teil der Clavierübung, die 1739 veröffentlicht wurde. Mit großem Applaus bedankten sich die begeisterten Besucher für dieses beeindruckende Konzerterlebnis. „Eigentlich gibt man ja keine Zugabe bei Orgelkonzerten“, sagte Domke, nachdem Pfarrer George Freiwat ihm mit einem Präsent für diesen wunderbaren Konzertnachmittag dankte. Doch für sein Kiersper Publikum machte der Organist dann doch eine Ausnahme und spielte eine muntere Folge von Variationen volkstümlicher Abendlieder.bel

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