Chance für Neubeginn an Rönsahler Schule

Petra Schreiber verlässt die Servatiusschule in Rönsahl in Richtung Halver.

KIERSPE ▪ Der Rat der Stadt Halver hat einstimmig beschlossen, dass Petra Schreiber neue Schulleiterin der Grundschule Auf dem Dorfe werden soll. Schreiber, die bislang Rektorin der Rönsahler Servatiusgrundschule war, hat sich entschlossen nach Halver zu wechseln, wo sie bereits seit Jahren wohnt.

„Wir gehen davon aus, dass die Bezirksregierung jetzt entscheidet, wann die Umbesetzung und wie in Rönsahl die Neubesetzung erfolgt“, erklärte dazu gestern Kierspes Hauptamtsleiterin Dorette Vormann-Berg. Sie ergänzte, dass sie aufgrund der bisherigen Verhandlungen den Grundschulstandort im Grenzdorf jedoch nicht mehr als gefährdet ansieht. Damit wendet sich gegen die von Schreiber geltend gemachten Gründe für ihre Entscheidung, Rönsahl zu verlassen und sich auf die Stelle in Halver zu bewerben. So hatte sie erklärt, persönlich keine Perspektiven mehr an der Servatiusschule zu sehen, die von sinkenden Schülerzahlen betroffen ist.

Schulausschussvorsitzender Clemens Wieland erfuhr von dem Weggang der Rektorin gestern aus der Zeitung und zeigte sich überrascht. Nach seiner Einschätzung wird es extrem schwierig werden, die nun vakant werdende Schulleitungsstelle neu zu besetzen, was sich bereits an der Pestalozzischule und der Schanhollenschule gezeigt habe. Doppelt problematisch sei das im Fall der Rönsahler Schule, weil der Standort in der Vergangenheit immer mal wieder gewackelt habe. Allerdings habe die rot-grüne Landesregierung inzwischen signalisiert, dass die dezentral gelegenen Kleinstschulen erhalten werden sollen. „Trotzdem ist aus dem Grund natürlich jeder Abgang aus Schulleitungsfunktionen zu bedauern“, betonte Wieland.

Als ungünstig bewertet er allerdings den Zeitpunkt, zu dem diese Entwicklung kommt, weil Kierspe gerade dabei sei, den neuen Grundschulverbund aus Pestalozzischule und Schanhollenschule mit Leben zu füllen.

Wieland lenkt die Aufmerksamkeit darauf, dass der Wechsel Schreibers nicht nur ein Loch reißt, was die Schulleitung angeht, sondern dadurch zudem eine Lehrerin fehle. Das Schulamt des Märkischen Kreises sieht er daher nun in der Pflicht, mindestens diese Reduzierung beim Lehrpersonal umgehend zu kompensieren.

Er verweist auf einen UWG-Antrag, mit dem die Verwaltung beauftragt werden soll, den interkommunalen Ausschuss mit Meinerzhagen einzuberufen, um die Schulentwicklungsplanung beider Städte und die damit verbundenen Probleme wie Lehrermangel oder auch Schwierigkeiten durch Quereinsteiger zu thematisieren und gegebenenfalls eine Resolution dazu an die Landesregierung zu beschließen.

Clemens Wieland machte deutlich, dass sich die scheidende Rektorin sehr für den Schulstandort Rönsahl engagiert habe, was er anerkannte. Er verhehlte allerdings wiederum nicht, dass die 55-Jährige während ihrer rund zehnjährigen Wirkungszeit „stark unter Druck gestanden“ habe wegen der Standortgefährdung, der sinkenden Schülerzahl sowie der Probleme, die es mit baptistischen Eltern gab.

Bekanntlich haben einige Eltern aus Rönsahl, vor allem eben aus der baptistischen Gemeinde, ihre Kinder bislang zur benachbarten Schule nach Wipperfürth-Ohl geschickt, weil es zu Konflikten mit der Schulleitung an der Servatiusschule kam. Auch das hatte die Schülerzahlen nochmals negativ beeinflusst.

Petra Schreiber war in Rönsahl umstritten gewesen. Aus dem Grund verspricht sich Rönsahls Ortsbürgermeister Horst Becker von ihrem Weggang nun die Chance für einen Neubeginn. Er sagte, dass viele den Wechsel Schreibers positiv aufnehmen würden. Auch aus der baptistischen Gemeinde sei bereits signalisiert worden, dass im Falle eines Schulleitungswechsels, die Kinder wieder an der Rönsahler Grundschule angemeldet würden. Becker appelliert an die Eltern, das nun umzusetzen. Für die Zukunft kann er sich vorstellen, um den Schulstandort langfristig zu sichern, in Kierspe eine zweite Verbundschule zu bilden, indem Bismarckschule und Servatiusschule zusammengefasst werden. Dann sei auch das Problem der fehlenden Schulleitung gelöst. ▪ Von Rolf Haase

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