CDU-Generalsekretär Oliver Wittke in Kierspe

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Gemeinsam mit Mitgliedern der Kiersper CDU setzte der ehemalige CDU-Verkehrsminister Oliver Wittke (Mitte) ein Zeichen für den Bau einer Umgehungsstraße in Kierspe. J

KIERSPE ▪ Obwohl keine der Oppositionsparteien im Düsseldorfer Landtag derzeit den Eindruck erweckt, dass sie wirklich Neuwahlen anstrebe, wehte gestern ein Hauch von Wahlkampf durch Kierspe. Der frühere Verkehrsminister und jetzige CDU-Generalsekretär Oliver Wittke kam für ein paar Minuten in die Volmestadt, um auf Straßenbauprojekte aufmerksam zu machen, die nach seiner Meinung von der Landesregierung verhindert würden.

Mit nur fünf Minuten Verspätung traf Wittke auf dem Montignyplatz ein, um mit örtlichen CDU-Mitgliedern vor einem eigens für die Veranstaltung herangefahrenen Plakat Aufstellung zu nehmen.

Insgesamt standen gestern sieben Stationen im Land auf dem Programm Wittkes. Von Medebach reiste er über Eslohe, Kierspe, Kreuztal, Much und Hennef nach Niederkassel, um für seine Kampagne „Wachstum braucht Wege“ Werbung zu machen.

Anhand eines Luftbildes ließ sich der Generalsekretär der Landes-CDU den Verlauf des geplanten Lausebergaufstieges erklären.

„Wir müssen derzeit erleben, wie die Landesregierung ein Straßenprojekt nach dem anderen stoppt. Und dies aus reiner Willkür und ohne sich mit der Verkehrssituation vor Ort auseinandergesetzt zu haben“, so Wittke, der den örtlichen CDU-Mitgliedern riet, den SPD-Landtagsabgeordneten mit ins Boot zu holen, um für die Straße Werbung im Landtag zu machen. Allerdings sah Peter Schrade als Vorsitzender der Kiersper CDU wenig Hoffnung, dass sich dieser dafür mobilisieren lasse: „Mir kommt es so vor, als ob Gordan Dudas gar nicht weiß, wo Kierspe liegt.“

Wittke ließ sich aber in diesem Punkt nicht beirren: „Der Druck muss von unten kommen. Und wenn die Genossen vor Ort für die Straße sind, dann müssen sie ihre Meinung auch in Düsseldorf vertreten.“ Hingewiesen auf die Anwohner der neuen Trasse, die ihren Protest durchaus äußern würden, meinte der Landespolitiker: „Ich will aber doch stark hoffen, dass die Menschen, die jetzt durch den Verkehr belastet werden, sich ebenfalls zusammenschließen und ihren Unmut kundtun. Allen Beteiligten muss klar werden, dass solch eine Straße weder schwarz noch rot ist, sondern vernünftig.“

Peter Schrade nutzte die Gelegenheit aber auch, um darauf hinzuweisen, dass alle Bestrebungen, die Kölner Straße im Rahmen der Regionale im unteren Bereich wieder attraktiver zu machen, durch die fehlende Umgehungsstraße konterkariert würden: „Wir brauchen die Straße möglichst bald.“

Wittke riet den Parteifreunden in Kierspe, der Landesregierung nicht zu glauben, dass das Bauvorhaben an fehlenden Mitteln scheitere: „Mangels Geld ist noch kein Straßenbauprojekt im Land unrealisiert geblieben. Und wenn in fünf oder sechs Jahren doch die Maut für alle Autobahnnutzer kommt, dann werden zuerst die Straßenbauprojekte umgesetzt, deren Planung weit fortgeschritten ist.“

Von Johannes Becker

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