Cantamus begeistert mit Händels Messias

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Das Konzert des Kiersper Chores Cantamus begeisterte 300 Besucher. ▪

KIERSPE ▪ Mehr als dreieinhalb Stunden war die katholische Kirche St. Josef am Samstagabend erfüllt von der Lebensgeschichte Jesu, musikalisch umgesetzt im Messias von Georg Friedrich Händel. Der Kiersper Chor Cantamus, bekannt durch seine anspruchsvollen Konzerte aus dem Bereich der sakralen Kirchenmusik, hatte sich dieses bekannte und wunderschöne Werk für sein Konzert ausgesucht.

Es war nicht das erste Mal, dass Cantamus den Messias aufführte. Bereits 1997 und 1998 hatte sich der Chor an diesen populären Klassiker herangewagt, jedoch 1997 noch in Auszügen und 1998 in einer stark gekürzten Fassung. Ganz anders war es am Samstag. Trotz der Vorschläge des Herausgebers der Gesangspartitur für eine gekürzte Fassung, die immerhin noch über zweieinhalb Stunden dauern konnte, entschloss sich Chorleiter Frank Bisterfeld für eine komplette Aufführung, bei der letztendlich lediglich ein Chor fehlte. Auch wenn das Konzert somit bis um 22.30 Uhr dauerte, es hatte sich gelohnt, bis zum letzten Ton dabei gewesen zu sein. Nicht umsonst gilt der Messias als das weltweit beliebteste Werk von Georg Friedrich Händel und ist ein besonderes Erlebnis für die Zuhörer.

Doch nicht nur das Werk für sich war an diesem Abend stark beeindruckend. Ein Juwel hatte der Chor in der Mezzosopranistin Elvira Bill gefunden, die in ihren Soli die Zuhörer mit ihrer beweglichen, durchsetzungsfähigen und großen Stimme sofort in ihren Bann zog. Aufmerksam geworden ist auf diese außergewöhnliche Sängerin der Vorsitzende Ralf Nebel, der sie bei einer Aufführung in der Kölner Philharmonie erlebt hatte. „Damals machte ich mir in mein Programm sofort die Randnotiz ,die musst du kriegen, wenn du sie bezahlen kannst’“, berichtete er später.

Es war ein rundherum gelungenes Konzert, welches Cantamus wieder seinen Fans geboten hat. Mit den Solisten Antje Bischof (Sopran), Elvira Bill (Mezzosopran), Ulrich Cordes (Tenor) und Christian Palm (Bass) hatten sie wieder Stimmen verpflichtet, die in der ersten Liga des klassischen Gesangs vertreten sind. Dass dies so ist beweist unter anderem die Auszeichnung von Johannes Martin Kränzle zum Sänger des Jahres bei der Kritikerumfrage der Zeitschrift „Opernwelt“, der 2009 zusammen mit Cantamus die Matthäuspassion in Kierspe gesungen hatte.

Auch der Gesamtchor überzeugte. Besonders eindrucksvoll waren die Werke „Denn die Herrlichkeit Gottes“ und das „Halleluja“, die den Zuhörern ein Gänsehautgefühl vermittelten. Bemerkenswert stark zeigte sich der Sopran, der klar, auch hohe Töne souverän meisternd, klanglich wohltuend hervorstach. Bezahlt machte sich für Cantamus die Treue zum Kourion-Orchester Münster pflegt. Bereits zum vierten Mal stehen sie gemeinsam vor heimischen Publikum und bilden ein gewachsenes Ganzes.

Rund 300 Besucher gönnten sich Samstagabend dieses musikalische Erlebnis in der katholischen Kirche St. Josef. Der Meinerzhagener Bürgermeister Erhard Pierlings zählte, wie viele andere Volmetaler, zum Stammpublikum des Chores, die bereits viele Vorstellungen besucht haben.

Berauschend wie der Messias selbst, war am Ende des Konzertes der Beifall des Publikums für ein Konzert, welches der Chor selbst ihrer verstorbenen Sängerin Renate Christmann gewidmet hatte.

„Wer unsere Vorstellung verpasst hat, dem ist dennoch zu helfen“, informierte der Vorsitzender Ralf Nebel. „Am 14. Januar findet im Sauerlanddom St. Johannes Baptist in Attendorn ab 19.30 Uhr noch eine Aufführung des Messias statt.“

Von Gertrud Goldbach

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