Nach Bauabnahme startet nun der Betrieb am ZOB

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Zum Abschluss des ZOB-Großbauprojekts ziehen Tiefbauamtsleiter Karsten Seil, Bürgermeister Frank Emde und der Planer vom Schmallenberger Ingenieurbüro, Burkhard Sasse, ein positives Fazit. ▪

KIERSPE ▪ Der Zentrale Omnibusbahnhof ist nach einer Bauzeit von gut einem Jahr jetzt fertiggestellt worden. Am Freitag fand die Bauabnahme statt und am Mittwoch, 22. August, steht die Inbetriebnahme bevor.

Ab dann werden die Busse der Märkischen Verkehrsgesellschaft ihn anfahren. Die beiden gefährlichen Haltestellen am Tannenbaum fallen weg. Stattdessen steuern sämtliche Busse künftig den ZOB an. Um dies reibungslos zu gestalten, sind die Ampeln busabhängig gesteuert, so dass die Fahrzeuge GPS- und funkgesteuert Grünphasen anfordern können. Sie halten an einem der Wartehäuschen und drehen dann. Damit ist für die Fahrgäste nun ein sicheres Umsteigen gewährleistet. Die Haltestelle „Bahnhof“ wird umbenannt in „Hammerkamp“, um Verwechslungen zu vermeiden. Die Haltestelle am Busbahnhof heißt dann „Kierspe ZOB“. Angefahren wird diese durch die Linien 58, 59, 82 und 94 sowie durch den Bürgerbus.

Es handelte sich um ein Großbauprojekt mit einem Finanzvolumen von insgesamt zwei Millionen Euro, wofür die Stadt allerdings Zuschüsse in Höhe von einer halben Millionen Euro erhielt. Wie sich gestern bei der Bauabnahme herausstellte, gibt es keine größeren Mängel und Beanstandungen, sondern ausdrücklich seitens des städtischen Tiefbauamtsleiters Karsten Seil sogar Lob für die Baufirma Kriesten, die eine gute Arbeit geleistet und, abgesehen von wenigen kleineren Restarbeiten, auch den Zeitplan weitgehend eingehalten hätte. „Die Zusammenarbeit hat prima funktioniert“, befand Seil.

Dabei beinhaltete das Projekt planerisch wie auch bautechnisch durchaus größere Herausforderungen. „Der Bereich ist extrem eng und trotzdem musste so geplant werden, dass die Radien und maximalen Steigungen eingehalten wurden.“ machte der Tiefbauamtsleiter aufmerksam. Daher habe weit in den Hang hinein gegangen und dieser aus dem Grund durch Stützmauern und Gambionenwände abgefangen werden müssen. Trotz des Wenderadius von 25 Meter am Ende des Busbahnhofs konnte dort allerdings auf eine Mauer verzichtet werden und der Hang stattdessen mit einem Felsnetz gesichert werden. Die Planung lag in den Händen von Burkhard Sasse. Der Ingenieur von dem Büro aus Schmallenberg war gestern bei der Bauabnahme natürlich ebenfalls anwesend, zudem Bauhofleiter Wolfgang Schäffler und als Vertreter der Firma Kriesten Lars und Bernd Kriesten.

Eine große bautechnische Herausforderung beim ZOB-Bau, so Karsten Seil, bedeutete die 80 Meter lange und sechs Meter hohe Stützmauer zum Hammerkamp hin, die aufwändig mit Ankern am Hang befestigt werden musste. Nicht weniger auch die Verlegung der Gashochdruckleitung, wofür aber RWE-Ferngas verantwortlich war. Auch hier wurden die Arbeiten durch Kriesten ausgeführt.

Vor Ort war gestern außerdem kurz Bürgermeister Frank Emde, um sich ebenfalls vom positiven Ergebnis der Baumaßnahme zu überzeugen. „Alles ist gut gelungen“, lautete sein Fazit, wobei er anmerkte, dass das neue Kiersper Verkehrsdrehkreuz natürlich noch nicht fertig sei, sondern bis zur für Ende 2015 geplanten Aufnahme des Schienenpersonennahverkehrs noch weitere Arbeiten folgen. Ab dem Winterfahrplan sollen dann die Nahverkehrszüge wieder durchs Volmetal fahren. Für das laufende Jahr soll an der Bahnstrecke weitergearbeitet und voraussichtlich im Oktober das zweite Gleis am Kiersper Bahnhof verlegt werden, der auf der Strecke der Begegnungshaltepunkt wird. Neben der Bahn wird zudem der Radweg über den Busbahnhof führen und es gibt rund 20 P+R-Parkplätze, die auch für Pendler interessant sind. Wenn der Radweg weitergeführt wird, sind im hinteren Teil abhängig von der vorgesehen Begrünung und vom Bedarf noch weitere 30 bis 50 P+R-Parkplätze vorgesehen.

Emde informierte gestern, dass für die nächsten Maßnahmen jetzt auf die Förderbescheide im Rahmen der Regionale gewartet werde: So gibt es für die Freifläche zwischen den Parkplätzen und den Buswartehäuschen Planungen wie den vom Stadtmarketingverein angeregten Infopoint, eine öffentliche Toilettenanlage und einen Kiosk, dessen Betrieb für eine soziale Kontrolle dieses Bereichs sorgen würde, wie der Bürgermeister anmerkte.

Er kündigte gestern zudem die ZOB--Einweihungsfeier zusammen mit den betroffenen Anwohnern von Hammerkamp, Humecke, Berkesfeld und Volmehang, der Märkischen Verkehrsgesellschaf, dem beauftragten Bauunternehmen und dem Ingenieurbüro, weiteren interessierten Bürgern sowie den Politikern für Montag, 27. August, um 17.30 Uhr an Ort und Stelle an. Emde versprach: „Für Getränke und Verpflegung ist gesorgt.“ Hieran beteilige sich ebenfalls das Bauunternehmen Kriesten. Zur Einweihung spiele die Stadtkapelle unter Leitung von Götz Land auf. Bürgermeister Frank Emde, dankte allen betroffenen Bürgern nochmals für ihr Verständnis während der Bauphase.

Rolf Haase

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