„Familie Nilgans“ fühlt sich an der Lingese wohl

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Ursprünglich im fernen Afrika beheimatet, sind die bunt gefiederten Nilgänse inzwischen auch in weiten Teilen Mitteleuropas, so beispielsweise in kleiner Population auch an der Lingese- Talsperre, zuhause.

Rönsahl - Um eine weitere Gattung reicher geworden ist mittlerweile das durch seine reiche Tier- und Pflanzenwelt bei Naturfreunden hoch im Kurs stehende Territorium rund um die Lingese-Talsperre.

Von Rainer Crummenerl

Dank des permanenten Einsatzes im Dienste des Naturschutzes, den Organisationen wie zum Beispiel Nabu und Bund, aber auch Jagdbevollmächtigte und Angler, und insbesondere der Wupperverband, in dessen räumlichen Zuständigkeitsbereich Pflege und Bewirtschaftung fallen, leisten, gilt der engere Bereich um die Lingese-Talsperre seit Jahr und Tag als eine Art kleines Paradies für die Tier- und Pflanzenwelt.

So finden beispielsweise im teils dichten Bewuchs der Uferzonen und vornehmlich auch im Bereich des Vorstaubeckens und den Zonen, in denen das Betreten untersagt ist, auch teils selten gewordene und unter Naturschutz stehende Wasservögel geradezu ideale Voraussetzungen zum Nisten. Auch das dort vorhandene Nahrungsangebot kommt der Aufzucht der Jungvögel und damit der Arterhaltung sehr entgegen.

Zur ohnehin artenreichen Familie der im Sperrenbereich zu beobachtenden gefiederten Bewohner hat sich seit geraumer Zeit ein weit gereister Gast gesellt. Die Rede ist von der aus Afrika stammenden Nilgans (lateinisch Alopotum aegyptiacus), deren Verbreitungsschwerpunkt in den Savannensümpfen und Flussläufen Ostafrikas liegt.

Schon in der Mythologie der alten Ägypter kam der Nilgans eine gewisse Bedeutung zu. Sie galt dort als heiliger Vogel, der dem Schöpfergott Amun gewidmet war. Es wird ferner berichtet, dass der durch sein buntes Gefieder auffallende und zur Familie der Entenvögel und der Gattung Halbgans zählende Vogel bereits Ende des 18.Jahrhunderts als Ziergeflügel in England und später auch in Holland gehalten wurde. Diesen Berichten zufolge begann Ende der 1970er Jahre die Ausbreitung der Nilgans, nachdem einige Tiere ausgesetzt wurden oder sich aus ihren Gehegen befreien und vermehren konnten. Über den Rhein und seine Nebenflüsse fanden die Nilgänse auch den Weg in unsere Breiten. So wurden die ersten Exemplare dieser Spezies im hiesigen Raum bereits vor Monaten gesichtet.

Naturfreunde und die zahlreichen Wanderer, die im dortigen Naherholungsbereich unterwegs sind, freuen sich in diesem Zusammenhang darüber, dass in diesem Frühjahr ein Nilgans-Pärchen an der Lingese-Sperre nistete und seitdem dort mit Erfolg seinen Nachwuchs aufzieht. Die Tiere ernähren sich hauptsächlich von allerlei Gräsern und Pflanzen, die an den Randzonen der Sperre reichlich zu finden sind und gehören nun schon fast zum gewohnten Bild an der Lingese.

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