Stadt ist zugepflastert mit Plakaten zur Bundestagswahl

Am Alten Amtshaus steht eine von nur zwei Plakatwänden in Kierspe, der Platz der CDU ist leer.

KIERSPE - Die FDP war die erste Partei und die schnellste, als es ums Plakatieren ging. Vor etwas mehr als zwei Wochen hätte der Bürger im Stadtbild noch wenig vom Bundestagswahlkampf gemerkt, wenn nicht die Liberalen gewesen wären. Da bekam man zum Teil das Gefühl als lachten der heimische Kandidat Johannes Vogel und andere FDP-Politiker von jedem zweiten oder dritten Laternenmast herab. Inzwischen haben die Mitbewerber nachgezogen.

Von Rolf Haase

Die Wahlberechtigten sehen sich jetzt, zweieinhalb Wochen vor der Bundestagswahl am 22. September, mit einer Fülle von Informationen und jeder Menge Werbung konfrontiert, ob die Printmedien aus allen möglichen Perspektiven und über sämtliche Aspekte berichten oder genauso Fernsehen und Radio. Die Parteien schalten Anzeigen und Fernsehspots. Und die Straßen in den Städten wirken zugepflastert mit Plakaten. So werden die Bürger auf verschiedenste und vielfältige Weise mit den Zielen der Parteien konfrontiert, in der Plakatwerbung natürlich nur schlagwortartig. Sie hören dadurch, wofür diese im aktuellen Wahlkampf stehen und was sie beabsichtigen, wenn sie ins Parlament in Berlin einziehen oder sogar Regierungsmacht erreichen.

In Kierspe stehen diesmal nur zwei große Plakatwände, wo für die Parteien jeweils Platz freigehalten ist. In Meinerzhagen sollen es 15 sein. An den grünen Laternen sind Plakate grundsätzlich verboten, damit keine Kratzer entstehen, nur an den alten Masten sind diese noch erlaubt. Zudem werden vielfach Plakatreiter genutzt. Laut der städtischen Sondernutzungssatzung entstehen eigentlich pro Plakatstandort und Tag Kosten von 40 Cent, doch kam die Kommune den Parteien kürzlich entgegen und nimmt nur die Mindesgebühr von insgesamt 15 Euro. Außerdem ist die Parteiwerbung auf 25 Plakate beschränkt.

Es kamen in dem Zusammenhang bereits Beschwerden, dass die FDP alle Plätze schon belegt habe. Einige heimische Kandidaten waren auch persönlich unterwegs, um zu kleben wie der Vertreter der Freien Wähler.

Die zwei großen Plakatwände stehen am Alten Amtshaus und in Rönsahl. Am alten Amtshaus haben die Parteien den zur Verfügung stehenden Raum genutzt bis auf die CDU, die im Stadtgebiet überwiegend mit Reitern arbeitet und meist drei im Dreieck aufgestellt hat. Da findet sich der heimische Kandidat Matthias Heider mit dem Slogan „Erste Wahl fürs Sauerland“ genauso wie Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem Werbespruch „Gemeinsam erfolgreich“. Ansonsten werben die Christdemokraten mit Slogans wie „Starke Wirtschaft“, „Sichere Arbeit“ oder „Mehr für Familien“.

Petra Crone ist als Porträt auf dem sozialdemokratischen Plakat und Peter Christian Schröder für die Freien Wähler, beide ohne großen Werbespruch. Bei der SPD-Kandidatin steht nur ganz klein gedruckt „Das Wir entscheidet“.

Johannes Vogel für die Liberalen vermittelt, dass nur mit der FDP die „Schulden gesenkt statt Steuern erhöht“ werden. Auf der Plakatwand am Alten Amtshaus sind ansonsten noch die Linke mit den plakativen Worten „Genug gelabert! 10 Euro Mindestlohn jetzt“ und die Piraten erklären „ Wir halten uns an das Grundgesetz“, da sind wir konservativ“. Auf den Plakaten der Grünen finden sich ebenfalls Werbesprüche immer mit der Frage verbunden „Und du?“. Da sagt ein junger Mann „Meine Freiheit ist unanzapfbar“ und ein kleiner Junge „Eure Schulden will ich nicht.“ FDP-Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr will „Moderne Medizin statt alter Rezepte“. Bundesaußenminister Guido Westerwelle ist mit dem Slogan „Solide Finanzen für Deutschland und Europa“ präsent und der liberale Spitzenkandidat Rainer Brüderle fischt auf einem Großplakat an der Waldheimstraße Stimmen mit dem Slogan „Soli abschaffen. Deutschland entlasten. Zweitstimme der FDP“.

Ein weiteres Großplakat hat die SPD an der Heerstraße errichtet: Peer Steinbrück zeigt hier mit dem Finger auf den Betrachter und betont „Sie haben es am 22.9 in der Hand, SPD zu wählen.“

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