Radtour auf Asphalt – mit Verleih und Tunnel

Zwischen Lüdenscheid-Brügge und Schalksmühle soll der Volmetalradweg auf der Bahntrasse verlaufen – in direkter Nachbarschaft zum Zugverkehr. - Montage: ASS

Volmetal - Ein Pilotprojekt, bundesweit beispiellos, planerisch enorm herausfordernd: Der Volmetalradweg ist für alle Beteiligten ohne Zweifel ein besonderes Projekt.

Das wurde am Donnerstagabend im Pädagogischen Zentrum (PZ) der Gesamtschule deutlich, als sich die Planungsausschüsse Halvers, Schalksmühles, Kierspes und Meinerzhagens sowie Vertreter der Stadt Lüdenscheid trafen (wir berichteten). Dabei wurden auch erste Details zur späteren Streckenführung bekannt.

Ist der Weg erst einmal fertiggestellt – drei bis fünf Jahre werden dafür veranschlagt – sollen Radler und Inline-Skater auf einem 2,50 Meter breiten Weg mühelos und vor allem sicher vom Bahnhof Meinerzhagen bis zum Bahnhof Schalksmühle fahren können. Und zwar durchgängig auf asphaltierten Wegen, wie Ludger Siebert von der Südwestfalen-Niederlassung des Landesbetriebs Straßen.NRW erklärte. „Alles andere würden wir nicht bezahlen, da die ganze Palette des Freizeitangebots möglich sein muss.“ Ziel müsse schließlich sein, möglichst viele Nutzer anzusprechen.

In seinen Ausführungen wies Siebert auch darauf hin, dass über dem Status der Bundesstraße das „Damoklesschwert der Herabstufung“ schwebe: Der Bund sei bestrebt, keine Bundesstraßen zu unterhalten, die parallel zu Autobahnen verlaufen – wie eben die B 54. Die permanente Überlastung der A 45 lasse die Kategorisierung als Landesstraße aber nicht zu – womit die erste Hürde genommen war: Der Bund kam nämlich erst dadurch als Geldgeber überhaupt infrage.

Eine parallele Radwegführung an der B 54 war allerdings ausgeschlossen: Zu kurvig gestaltet sich die Straße insbesondere zwischen Lüdenscheid-Brügge und Schalksmühle. Die enge Tallage böte nicht ausreichend Platz für Autos und Fahrradfahrer, so dass Felsen hätten abgetragen werden müssen. „Das hätte wohl das Fünf-, Zehn- oder Fünfzehnfache gekostet“, sagte Hans-Joachim Hamerla vom Büro ASS, der umso erleichterter war, das einstige zweite Gleis der Bahnstrecke nutzen zu können – zumindest theoretisch, da rechtlich noch nicht alle Hürden für diese bundesweit einmalige Nutzung genommen sind (wir berichteten gestern). Für die Absicherung zum befahrenen Gleis soll ein so genannter Stabgitterzaun errichtet werden. Zudem kann auf dem Bahntrassenradweg ein 200 Meter langer Tunnel genutzt werden, in dem kein Zug verkehrt.

Fest steht, dass auf der 23 Kilometer langen Strecke sämtliche Regionale-Leitprojekte wie das Stadthallen-Umfeld in Meinerzhagen, der Volme-Freizeit-Park in Kierspe, der Bahnhof in Halver-Oberbrügge oder der Volmepark in Schalksmühle auf der Route angebunden werden sollen. Die Bahnhöfe sollen zudem zu „Radbahnhöfen“ ausgebaut werden, an denen Zweiräder – auch E-Bikes – ausgeliehen werden können.

Und doch gibt es auch noch manch schwierige Situationen, die es zu klären gilt: Etwa in Lüdenscheid-Brügge, wo die Streckenführung ohne Nutzung der B54 unmöglich scheint. Zudem müssen Flächen von Privateigentümern erworben oder zumindest für die Nutzung zur Verfügung gestellt werden.

Nach Informationen unserer Zeitung rechnet der Bund mit Gesamtkosten im oberen einstelligen Millionenbereich. Auf die Kommunen kommen in der Planungsphase lediglich Verwaltungskosten zu – etwa für die Vorbereitung von Grundstücksankäufen. Ein Modell, das nicht zuletzt aufgrund der guten Zusammenarbeit der Kommunen zustande gekommen sei, wie Schalksmühles Bürgermeister Jörg Schönenberg erklärte: „Die Kommunen haben in den vergangenen Jahren Hand in Hand zusammengearbeitet“, blickte er zurück.

Frank Zacharias

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