Mit Engagement und Eimern gegen das Krötensterben

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Gudrun Barth vom BUND zeigte den jugendlichen Helfern, wie die Stangen in den Boden gesetzt werden müssen.

Kierspe - 1887 Erdkröten wurden im vergangenen Jahr durch Gudrun Barth vom BUND und fleißige Helfer von Hegering und Nabu sicher aufgefangen und über die Straße in die Kerspetalsperre in Mühlenschmidthausen gebracht. Sicherlich wären nicht alle durch vorbeifahrende Autos getötet worden, bestimmt jedoch eine beachtliche Anzahl.

Von Gertrud Goldbach

Bald ist es wieder soweit. Die Temperaturen steigen und sobald die Acht-Grad-Marke überschritten ist, erwachen die Erdkröten aus ihrem Winterschlaf. Seit 2010 wird im Bereich Kerspetalsperre ein Amphibienzaun gesetzt, um die Tiere zu schützen. 15 ehrenamtliche Helfer von Hegering und BUND machten sich am Samstag daran, 350 Meter Zaun zu setzten – ganze 100 Meter mehr als im vergangenen Jahr.

Nötig wird dies, weil die Kröten ihr Winterquartier bald verlassen werden und zu ihren Laichplätzen wollen, die auf der anderen Straßenseite entlang des Ufers der Kerspetalsperre liegen.

Über den Beginn der Schutzmaßnahmen wird nach dem Wetterbericht entschieden. Da dieser für die kommenden Tage Temperaturen im zweistelligen Bereich angekündigt hat, wurde es für die ehrenamtlichen Helfer nun Zeit, sich zu treffen. Sie setzten den Amphibienzaun und versenkten Eimer in der Erde, in die die Kröten fallen sollen.

Wenn nun zu den gestiegenen Temperaturen Regen hinzukommt, beginnt die Wanderung der Tiere. Dann schauen Gudrun Barth und ihre Helfer täglich in die Auffangeimer und tragen die Kröten darin sicher über die Straße.

„Mitte April, wenn die meisten Tiere unterwegs sind, haben wir manchmal bis zu 120 Kröten in den Eimern gefunden und sie über die Straße gebracht“, berichtete Gudrun Barth. Bis Ende Mai dauert die Wanderung der Tiere, dann haben alle ihre Laichplätze erreicht.

In den Jahren 2010 und 2011 betreute die Anwohnerfamilie Cramer noch die Schutzzäune, seit 2012 kümmern sich darum die Ortsgruppe Kierspe-Meinerzhagen des BUND, der Hegering Kierspe-Rönsahl, die Landwirte und der Nabu zusammen mit engagierten Naturschützern.

In den vergangenen Jahre ließ sich jedoch eine beunruhigende Entwicklung beobachten: 2010 fanden sich in den Eimern noch 3888 Tiere, im Jahr 2011 waren es 3832, 2012 noch 1986 Tiere, 2013 2005 und 2014 nur noch 1887 Kröten.

Den Grund für die Abnahme der gefangenen Amphibien sieht Barth in der landwirtschaftlichen Nutzung der umliegenden Fläche. Ebenso trage auch der vermehrte Autoverkehr auf dieser Strecke, die in Navigationsgeräten als kürzeste Verbindung zwischen Kierspe und Halver aber auch als landschaftlich schöne Strecke in Motorradratgebern ausgewiesen ist, zum Rückgang der Tiere bei.

Wenn die Kröten mit ihren Wanderungen beginnen, müssen die Eimer zweimal täglich geleert werden – früh morgens gegen 6 Uhr und spät abends, zwischen 21 und 23 Uhr. Für diese Aufgaben sucht Gudrun Barth noch Helfer. Wer Interesse daran hat, kann sich unter der Rufnummer 0 23 59 / 45 38 bei ihr melden.

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