BUND und Hegering pflegen Hecken

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Entlang der Pferdekoppel von Gut Bremecke beschnitten die Helfer Apfelbäume.

Kierspe - Naturschutz braucht Zeit und Ausdauer. In jedem Herbst zieht deshalb ein Trupp Freiwilliger von BUND und Hegering sowie Vertreter der Heesfelder Mühle Richtung Kerspetal und Eickener Mühle, um die Hecken zu pflegen, die vor fast 30 Jahren gepflanzt wurden.

„1990 haben wir angefangen“, erzählte Organisatorin Gudrun Barth. Damals pflanzte der BUND mit Genehmigung der Eigentümer mehrere Hundert Meter Hecke zwischen den Wiesen und Pferdeweiden von Gut Bremecke. Seitdem werden die Wildsträucher und Obstbäume regelmäßig beschnitten.

Wobei „Hecke“ für die Umweltschützer etwas anderes bedeutet als für den durchschnittlichen Hobbygärtner. Mit akkurat geschnittenen Koniferen als Grenze zwischen Straße und Privatgarten haben sie nichts zu tun. „Kleinstlebensräume“ nennt Gudrun Barth diese Biotope aus Hundsrose und Haselnuss, Schlehen, Weißdorn, Hainbuche, Pfaffenhütchen und Hartriegel, die sich zwischen den Weiden und entlang von Wegen ziehen. Brennnesseln wachsen natürlich auch, haben aber ebenfalls ihre ökologische Berechtigung. „Sie dienen als Futterpflanzen.“

Was der unbedarfte Spaziergänger lediglich als nett anzusehende Untergliederung der Landschaft wahrnimmt, sei in Wirklichkeit ein „lebendiges Band“, für viele Tierarten ein mitunter überlebenswichtiger Übergang zwischen Wald und Weide. Den Rückschnitt lassen die Helfer überwiegend liegen, denn zahlreiche Insektenarten, Ringelnattern und Igel leben im Totholz. Auch Pilze siedeln sich hier bevorzugt an. Junghasen finden in den Hecken Nahrung und Schutz vor Greifvögeln, das wissen auch die Jäger zu schätzen. Überhaupt sei ein gutes Miteinander von Naturschutz und Landwirtschaft unbedingt nötig, denn die Pflegemaßnahmen des BUND finden auf Privatgrund statt.

Ein Landwirt ist an diesem Tag auch dabei. Wolfgang Käse ist im Bereich der Eickener Mühle damit beschäftigt, Weißdornbüsche „auf den Stock zu setzen“ – gemeint ist ein kräftiger Rückschnitt ein bis zwei Handbreit über dem Boden. Einige Meter weiter hantiert Wilhelm Heveling vom Hegering mit Motorsäge und Astschere. Ihr Werkzeug haben die Helfer selber mitgebracht. Ihren Arbeitseinsatz beenden die Aktiven auch in diesem Jahr im Haus der Familie Barth. Dort treffen sie sich regelmäßig zu einer kräftigen Suppe.

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