Bürgerzentrum „Hand in Hand“ eröffnet

+
Christel Erlhöfer ordnet kurz vor der Eröffnung des „Kleiderschranks“ noch einmal die Schuhe. ▪

KIERSPE ▪ Dort wo der Staat nicht mehr genügend Unterstützung leistet, müssen die Bürger einspringen. So auch in Kierspe mit dem Bürgerzentrum „Hand in Hand“.

Wie notwendig eine Einrichtung wie das Bürgerzentrum „Hand in Hand“ in Kierspe ist, zeigte sich gestern unmittelbar nach der offiziellen Eröffnung. Da bildete sich vor der Lebensmittelausgabe eine lange Schlange. Und auch die Kleiderkammer, liebevoll „Kleiderschrank“ genannt, wurde gut besucht. Zahlreiche Kleidungsstücke und auch Schuhe wechselten gegen kleines Geld den Besitzer. Vor allem leichtere Kleidung für die Übergangszeit wurde gesucht – und in den meisten Fällen auch gefunden.

Dieser rege Zuspruch bestätigte dann die kleine Rede des ersten Vorsitzenden des Vereins „Hand in Hand“ Martin Ahlhaus, der darauf verwies, dass der Bedarf an sozialer Hilfeleistungen spürbar zunehme. „Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander, da ist dann das bürgerliche Engagement immer stärker gefragt“, so Ahlhaus, der die Gelegenheit nutzte, den vielen ehrenamtlichen Helfern zu danken, die eine solche Einrichtung überhaupt erst möglich gemacht hätten. Dabei vergaß er aber auch nicht die Sponsoren und die Vertreter der Stadt. Er schloss mit der Aufforderung an diesen Kreis, doch auch in Zukunft „Hand in Hand“ für das Wohl der Kiersper zusammen zu arbeiten.

„Auch mein Dank gilt in erster Linie den vielen Helfern, die dieses Zentrum erst möglich gemacht haben“, schloss sich Bürgermeister Frank Emde in seinem Grußwort an. Der Vertreter der Stadt beendete seine Rede mit den Worten: „Ich glaube, hier wächst etwas Gutes heran.“

Das konnte Hans-Jürgen Vormschlag vom Diakonischen Werk des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg nur bestätigen, wenn er auch aufgrund seiner Erfahrungen mit solchen Einrichtungen darauf hinwies, dass noch einiges auf die Mitarbeiter des Bürgerzentrum zukomme.

Die Gäste, zu denen neben Vertretern der Stadt und zahlreicher Vereine auch etliche Mitglieder des Rates gehörten, konnten nach der offiziellen Eröffnung einen Blick in die einzelnen Räume werfen und mit den Mitarbeitern ins Gespräch kommen. Möglich war dies auch in dem Café, das in Zukunft immer geöffnet sein soll, wenn Lebensmittel ausgegeben oder Kleidungsstücke verkauft werden. Gerade von diesem Raum versprechen sich die Mitarbeiter viel. Ahlhaus: „Wir müssen die Menschen miteinander ins Gespräch bringen. Dazu bietet dieses Haus die Möglichkeit.“

Und nach einem ersten Eindruck, den die gestrige Veranstaltung vermittelte, scheinen die Verantwortlichen mit ihrem Konzept in diesem Punkt auf einem guten Weg zu sein. ▪ jobek

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare