Volme-Freizeit-Park wird langsam etwas konkreter

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Die Bürger diskutierten in der Versammlung über die Chancen, aber auch die Grenzen bei der Gestaltunng des Volme-Freizeit-Parks. ▪

KIERSPE ▪ Zur Gestaltung des Volme-Freizeit-Parks gibt es jede Menge Ideen, Wünsche und Anregungen seitens der Bürger, wie die Versammlung zu diesem Starterprojekt der Regionale 2013 am Donnerstagabend im Bürgerzentrum am Felderhof zeigte. Rund 30 Interessierte nahmen daran teil.

Zu Beginn gab Bürgermeister Frank Emde einen kurzen Überblick zu dem Vorhaben: Anfang des Jahres habe das Projekt „Oben an der Volme – ein Fluss verbindet“ den dritten Stern bekommen, womit grundsätzlich feststehe, dass dieses vom Land gefördert werde. „Das heißt aber nicht, dass 2013 alle Maßnahmen umzusetzen sind“, erklärte er. Die Veranstaltung diene dazu, Vorschläge für den Volme-Freizeit-Park zu sammeln, um sie dann den Fachbüros an die Hand zu geben, die sich an dem städtebaulichen Wettbewerb beteiligen, der im Frühjahr ausgeschrieben werden soll.

Jutta Gruß-Rink von der ASS, dem Büro für Architektur, Stadtplanung und Stadtentwicklung aus Düsseldorf, das die Regionale-Teilnahme der vier Kommunen Kierspe, Meinerzhagen, Halver und Schalksmühle begleitet, betonte anschließend, dass die Arbeiten an dem Konzept schon ziemlich weit fortgeschritten seien. Die Schwerpunkte seien schnell verteilt gewesen mit der Art Volmetal in Halver, dem Tourismus in Meinerzhagen, wo auch im Hinblick auf die Wirtschaftsförderung mittlerweile eine Menge in Bewegung sei, dem Radweg mit den verschiedenen Stationen in Schalksmühle und dem Freizeitangebot sowie Kindern und Jugendlichen in Kierspe. Daher komme dem Park, um den es an diesem Abend ging, auch eine sehr große Bedeutung zu. Nicht zu vergessen, dass die Bahnlinie und der geplante Volmetalradweg unmittelbar daran vorbeiführen.

„Ein Ziel ist, die jungen Leute stärker an die Region zu binden“, so Gruß-Rink. Wichtig für die Stadt sei die Aktivierung der Fläche aber besonders, weil sie am Eingang der Stadt ein attraktives und repräsentatives Tor bilde könne. Zu guter Letzt solle der Problemstadtteil Bahnhof mehr nach vorne gebracht werden. Die ASS-Vertreterin verwies darauf, dass für Regionale insgesamt Fördermittel von 17 Millionen Euro generiert werden, zusammen mit anderen Programmen sogar 65 Millionen Euro. Emde ergänzte, dass Kierspe allein 6,5 Millionen Euro an Zuschüssen angemeldet habe, wobei es sich um Städtebau- und Wasserbaumittel handele. Es sei extrem schwierig, beides aufeinander abzustimmen, da es jeweils unterschiedliche Förderrichtlinien gebe. Für Kierspe bleibe ein Eigenanteil von 20 bis 30 Prozent.

Keinen Zweifel ließ er daran, dass die Regionale eine nicht wiederkommende große Chance für die Stadt sei. Wenn sie nicht genutzt werde, bleibe am Ende alles so, wie es sich derzeit darstelle. Wie es weitergeht in dem Gebiet zwischen B 54, Kölner Straße, Wehestraße, Windfuhr und Genossenschaft, hänge entscheidend von dem städtebaulichen Wettbewerb und dem letztlich von der Jury prämierten Vorschlag ab. Zum zeitlichen Rahmen gab er die Aussicht, dass das Projekt vielleicht innerhalb von fünf Jahren umgesetzt werden könne, Jutta Gruß-Rinke meinte um einiges optimistischer sogar in nur zwei Jahren.

Im Zuge des Vorhabens soll die Volme revitalisiert werden und weiter weg von der Bundesstraße verlegt werden, so dass ein Erlebnisraum entsteht. Integriert werden sollen auf dem 3,6 Hektar großen Areal Ruhebereiche und Flächen zum Sonnen. Gruß-Rink erwähnte, dass sich schon einige Bürger gefunden haben, die sich bei diesem Projekt engagieren möchten. Wichtig auch der Hinweis, dass bis 2020 die Wasserrahmenrichtlinie umgesetzt werden und daher ohnehin etwas mit der Volme passieren muss.

Erste Vorschläge der ASS sind: Bühne mit Sitzreihen, Matschplätze für Kinder, Kletterwand, Heckenlabyrinth und begehbare Furt. Hallen für Volleyball oder anderes sind, so versicherte Bürgermeister Emde, wohl doch eher Zukunftsmusik und ließen sich aufgrund der schwierigen Finanzierbarkeit höchstens mit Investoren realisieren. Er rechnet eher mit einer abgespeckten Variante des Volme-Freizeit-Parks: „Ein Rummelplatz wird es jedenfalls nicht“. Gruß-Rink hielt eine Indoorhalle trotzdem im Hinblick auf Regenwetter für wichtig, möglich wären attraktive, aber doch einfache Gebäude.

Der städtische Planer Rainer Schürmann listete dann auf, was seitens der Bürger schon alles an Anregungen eingereicht wurde: Boccia-Platz, Hängebrücke über die Vollme, Waldspielplatz mit Figuren, Graffitiwand als „Volme-Galerie“, Kierspe-Schriftzug am Hang, Bücherklappe, Wasserspielplatz für Kinder, Skater- und Biker-Parcour, Spielangebote für alle Altersgruppen, Wetterstation und vom Imkerverein unter dem Titel „Kierspe blüht auf“ ein landschaftsgärtnerisch nachhaltig gestalteter Naturraum für Mensch und Tier mit heimischen Bäumen, Sträuchern, Stauden und anderen Wildpflanzen, die nur einen geringem Pflegeaufwand bedingen. Ein Gemeinschaftshaus wird von den Bienenfreunden ebenfalls angeregt. Eine Idee, die auch bei Frank Emde Begeisterung auslöste: „Denn Ich bin ein Fan eines naturbelassenen Freizeitraumes“, sagte er.

Bei der Veranstaltung am Donnerstagabend wurden genauso ausreichend Parkplätze sowie auch die Zuwegungen von der B 54 und fußläufig vom Kamperbach und der Wehestraße aus angesprochen. Andere Besucher begrüßten den Erhalt des hochstämmigen Baumbewuchses mit Eichen, Eschen und anderen Gehölzen.

Genauso wünschten manche, vielleicht das eine oder andere Beispiel der alten Industriekultur weiterzunutzen. Konkret genannt wurde die aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert stammende Fabrik Goseberg und Grashoff sowie der Windfuhrer Hammer, der zu den ältesten in Kierspe zählt. In dem Zusammenhang kamen auch Überlegungen auf, den Obergraben zu erhalten und die Wasserkrafttechnik mit einem Wasserrad erlebbar zu machen. Emde bedauerte, dass der Obergraben laut hydrologischem Gutachten für die Volmeverlegung gebraucht werde.

Eine Hangelbahn kam ebenfalls als Idee sowie Tischtennisplatten, ein Volleyballfeld und der dringende Appell, gerade auch an die Jugend zu denken, weiterhin Grillplatz, Minigolf, Gewässer mit Floß, Erlebnisbereich mit Klanganlage und Fühlgarten oder auch QR-Codes an Bäumen, damit technikbegeisterte Jugendliche mit ihren Handys Infos über die Gewächse abfragen können.

Als Probleme wurden schlussendlich mögliche Altlasten auf dem Gelände sowie die hohe Wassermenge und Fließgeschwingkeit der Volme angesprochen. Der Bürgermeister versicherte, dass all das Gegenstand der weiteren Untersuchungen sei. ▪ Rolf Haase

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