Vorstand legt sich früh fest

CDU macht Olaf Stelse zum Bürgermeister-Kandidaten

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Die CDU hat sich festgelegt: Sie unterstützt Olaf Stelse bei der Bürgermeisterwahl.

Kierspe - Olaf Stelse soll Bürgermeister werden, zumindest wenn es nach dem Willen der CDU – und wohl auch der SPD und UWG – geht. Das zumindest bestätigte der Vorsitzende der Kiersper CDU Holger Scheel gegenüber der Meinerzhagener Zeitung.

Eröffnet hatte die SPD vor zwei Wochen das Rätselraten um den Kandidaten, der bei der Bürgermeisterwahl im kommenden Jahr antritt. Die SPD hatte in ihrer Einladung zur Mitgliederversammlung in der kommenden Woche zumindest den Tagesordnungspunkt „Wahl eines Bürgermeisterkandidaten“ aufgeführt. Zu der Personalie selbst wollte aber niemand aus der Partei Stellung nehmen.

Das hat nun die CDU für die Genossen erledigt. Erst war es nur ein Gerücht aus dem Umfeld der Christdemokraten, doch bereits kurz darauf gab es auf Nachfrage der MZ die Bestätigung durch den Vorsitzenden Scheel. 

„Wir setzen uns bereits seit geraumer Zeit mit der Personalie Olaf Stelse auseinander. Unserer Meinung nach hat er als Kämmerer einen guten Job gemacht – und aus unseren eigenen Reihen hat niemand sein Interesse an einer Kandidatur geäußert“, sagt Scheel im Gespräch mit der MZ. Mittlerweile gebe es auch einen einstimmigen Beschluss des Vorstands der CDU Kierspe zu Stelse.

Olaf Stelse ist "in Kierspe verankert"

Scheel: „Für uns ist wichtig, dass Olaf Stelse in Kierspe verankert ist. Aber noch entscheidender ist, dass er ein Verwaltungsfachmann ist. Denn was passiert, wenn man keinen Fachmann als Bürgermeister hat, konnte man in der Vergangenheit in einigen Kommunen sehen – unter anderem derzeit in Wipperfürth.“

Deutlich zurückhaltender ist Clemens Wieland, Vorsitzender der UWG Kierspe bei diesem Thema. „Wir befinden uns in einem abschließenden Meinungsprozess, der bis zum 1. April abgeschlossen sein wird“, sagt Wieland – und bezieht sich auf das Datum der Jahreshauptversammlung, bei dem die endgültige Abstimmung darüber erfolgen soll, welchen Kandidaten die Wählergemeinschaft unterstützt.

Der Vorsitzende der UWG schiebt aber nach, dass die Meinung in der Wählergemeinschaft eindeutig pro Stelse sei. „Wir sind schon seit eineinhalb Jahren mit Olaf Stelse im Gespräch. Doch die Aussage, dass er als Kandidat antreten möchte, kam erst am vergangenen Montag, da hat er die CDU und uns informiert“, so Wieland. 

Mit der SPD habe Stelse wohl schon früher gesprochen – und diese hätte auch eigentlich vorgehabt, die Unterstützung als erste Partei in Kierspe bekannt zu geben. Darin ist sicher auch der Grund zu finden, warum die SPD-Politiker keine weitere Auskunft zu diesem Thema geben wollen – und nun erst noch einmal Gesprächsbedarf innerhalb der Partei sehen.

UWG-Chef sieht noch Klärungsbedarf

Wieland machte aber auch deutlich, dass er vor einer Festlegung durch die Mitglieder auf den Kandidaten Stelse noch Klärungsbedarf sehe. „Wir müssen natürlich auch genau wissen: Was will Stelse und mit welchem Programm tritt er an?“ Als Beispiel nannte er die Gewerbesteuer. Dort würde sich die SPD eine Erhöhung wünschen, die UWG auf keinen Fall. „Da müssen wir schon wissen, wie sich Olaf Stelse positioniert“, sagt Wieland.

Abschließend bringt der UWG-Chef noch seine Hoffnung zum Ausdruck, dass es trotz der Festlegung der größten Fraktionen im Rat eine echte Wahl für die Kiersper gebe. Davon geht Holger Scheel mit großer Sicherheit aus: „Es wird einen Gegenkandidaten geben.“ Wer dieser sein wird und welche Fraktion diesen aufstellt oder unterstützt, dazu wollte der CDU-Vorsitzende allerdings nichts Abschließendes sagen.

Olaf Stelse

Olaf Stelse kann sicher als Ur-Kiersper bezeichnet werden: Er ist in Kierspe zur Schule gegangen und hat an der Gesamtschule sein Abitur gemacht. Danach folgten seine Bundeswehrzeit bei den Fallschirmjägern in Iserlohn sowie ein Maschinenbaustudium an der Fachhochschule Gummersbach. Dieses brach er aber nach sechs Semestern ab, um stattdessen bei der Stadt Lüdenscheid die Laufbahn für den gehobenen Verwaltungsdienst einzuschlagen. Verbunden war das mit einem berufsbegleitenden Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Dortmund, das er mit dem Diplom als Verwaltungsbetriebswirt abschloss. Nach Lüdenscheid waren die weiteren Stationen für Stelse, dessen Familie aus Rönsahl, 1997 Drensteinfurt und 1999 Radevormwald. In beiden Städten war sein Aufgabengebiet das Hauptamt, wobei er in Drensteinfurt auch die Wahlorganisation hatte. Erstmals wurde Stelse im Jahr 2009 zum Beigeordneten gewählt, im vergangenen Jahr wiederholte der Rat diese Wahl und bestätigte damit Stelse.

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