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Bürgermeister sauer über oberbergische S-Bahn-Pläne

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Von: Johannes Becker

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Gemeinsames Ziel: (von links) Die Bürgermeister Jan Nesselrath (Meinerzhagen), Olaf Stelse (Kierspe), Michael Brosch (Halver) und Sebastian Wagemeyer (Lüdenscheid) sowie der Landtagsabgeordnete Gordan Dudas fordern, dass die Bahnstrecke RB25 nicht nur bis in den Oberbergischen Kreis, sondern bis nach Lüdenscheid elektrifiziert wird.
Gemeinsames Ziel: (von links) Die Bürgermeister Jan Nesselrath (Meinerzhagen), Olaf Stelse (Kierspe), Michael Brosch (Halver) und Sebastian Wagemeyer (Lüdenscheid) sowie der Landtagsabgeordnete Gordan Dudas fordern, dass die Bahnstrecke RB25 nicht nur bis in den Oberbergischen Kreis, sondern bis nach Lüdenscheid elektrifiziert wird. © Becker, Johannes

Lange Fahrzeiten und eine unterschiedliche Tarifstruktur erschweren es der Bahn schon jetzt, Kunden auf die Schiene zu locken, um aus dem Märkischen Kreis in Richtung Köln zu reisen. Nun deutet sich ein weiteres Hemmnis an – die Teilelektrifizierung der Strecke mit einem dann erzwungenen Umstieg in Marienheide oder Gummersbach. Das wollen die Bürgermeister aus Lüdenscheid, Halver, Kierspe und Meinerzhagen sowie der Landtagsabgeordnete Gordan Dudas (SPD) nicht unwidersprochen hinnehmen.

Kierspe - In einer Pressekonferenz sprachen sich Olaf Stelse (parteilos, Kierspe), Michael Brosch (SPD, Halver), Sebastian Wagemeyer (SPD, Lüdenscheid) und Jan Nesselrath (CDU, Meinerzhagen) für einen Ausbau der elektrifizierten Strecke bis nach Lüdenscheid aus. „Wenn die Elektrifizierung in Gummersbach oder Marienheide endet, dann müssen die Bahnreisenden aus dem Märkischen Kreis in einer der beiden Städte eine Zwangspause von rund zehn Minuten einlegen, um in die dann im 20-Minuten-Takt verkehrende S-Bahn umzusteigen. Dadurch würde die Fahrt noch länger und deutlich unattraktiver“, fasste Dudas die Bedenken zusammen. Deshalb forderte er genauso wie die Bürgermeister eine durchgehende Elektrifizierung.

„Wir fühlen uns mal wieder abgehängt“, machte Jan Nesselrath seine Stimmung und die seiner Amtskollegen deutlich. Sebastian Wagemeyer führte an, dass es für die Mobilitätskonzepte der Zukunft nicht sinnvoll sei, auf eine Technik zu setzen, die immer mehr an Bedeutung verliere. Und sein Amtskollege Brosch wies darauf hin, dass die Bahnlinie ein Ankerprojekt der Regionale 2013 gewesen sei. „Nun habe ich große Sorge, dass die Strecke durch die neuen Planungen beschädigt wird.“ Und auch Olaf Stelse sah in den Plänen eine Gefahr für die Nutzung der Bahn: „Die Menschen interessieren beim Reisen vor allem zwei Dinge: der Fahrpreis und die Fahrzeit. Da sind zehn Minuten mehr nur schwer zu erklären.“

Schon jetzt ist die Bahnfahrt von Kierspe nach Köln aufgrund des Preises unattraktiv. Die Bürgermeister der Volmetalkommunen befürchten, dass ein zusätzlicher Umstieg die Attraktivität noch weiter schwinden lässt.
Schon jetzt ist die Bahnfahrt von Kierspe nach Köln aufgrund des Preises unattraktiv. Die Bürgermeister der Volmetalkommunen befürchten, dass ein zusätzlicher Umstieg die Attraktivität noch weiter schwinden lässt. © Becker, Johannes

Ursächlich für die Planungen, den Ausbau der Oberleitung nur bis Marienheide oder Gummersbach zu betreiben, sind nach Aussagen von Dudas die Kosten. „Das lasse ich aber so nicht gelten, denn dann wäre es ja noch billiger, mit der Elektrifizierung in Engelskirchen aufzuhören.“ Er verwies auch auf die Millionen Euro, die man aufgewendet habe, um die Strecke zwischen Marienheide und Lüdenscheid zu reaktivieren, „im Vertrauen auf eine durchgängige Strecke von Köln bis Lüdenscheid.“

Brosch befürchtete abschließend auch, dass durch die Pläne der Teilelektrifizierung die Bemühungen in der Region konterkariert würden: „Wir arbeiten im Volmetal mit einer Verknüpfung der Verkehrswege an der Attraktivitätssteigerung der Strecke, da spielt auch der noch zu bauende Radweg eine Rolle.“

In ihrem Bemühen um den weiteren Ausbau der Oberleitung wollen sich die Volmetalkommunen nun weitere Partner suchen. „Da werden wir nun erst einmal auf den Landrat zugehen, damit uns der Kreis unterstützt.“

Kosten

Zu den Kosten, mit denen bei einer Elektrifizierung der Bahnstrecke zu rechnen sei, konnte Gordan Dudas nichts sagen. Schaut man sich in den verschiedenen Bahnforen im Netz um, dann kostet wohl jeder Kilometer Oberleitung knapp 2 Millionen Euro. Bedenkt man, dass mit der Maßnahme erst 2030 begonnen werden soll, dürfte es letztlich teurer werden.

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