Bürgerbusverein wird ausgezeichnet

Die Bürgerbusfahrer wurden für ihr Engagement geehrt.

KIERSPE ▪ Der Bürgerbus ist für etliche Kiersper seit Jahren eine Bereicherung. Er fährt auch in die abgelegenste Winkel der Stadt. Die Bürgerbus-Fahrgäste sind eine eingeschworene Gemeinschaft, man kennt sich untereinander. So wird die Fahrt schnell zu einer Art Kaffeekränzchen. Für seinen Einsatz wurde der Verein nun vom Regierungspräsidenten ausgezeichnet.

Für die Anschaffung der Fahrzeuge hat das Land Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr seinen Zuschuss erhöht, aber: „Das Ehrenamt ist der wichtigste Faktor beim Betrieb der Bürgerbusse“, betonte Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann. Das erste Bürgerbusforum am Mittwoch sollte vor allem ein Zeichen der Wertschätzung für die von den Vereinen geleistete Arbeit sein.

Von den 99 Bürgerbusvereinen in NRW fahren 33 im Regierungsbezirk Arnsberg. Zum Vergleich: In allen anderen 15 Bundesländern zusammen gibt es nur rund 60 weitere Bürgerbusvereine. Die Bürgerbusse, so der Regierungspräsident, ermöglichten vielen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, indem sie ihre Mobilität auch in Gegenden und zu Tageszeiten mit schwächerer Nachfrage sicherstellten. Darüber hinaus sorgten die Fahrer für eine Atmosphäre, in der die individuellen Bedürfnisse der Menschen berücksichtigt werden: „Durch Sie werden Bürgerbusse in vielen Fällen auch zu einem Ort der Kommunikation – denn ein paar nette Worte sind hier ganz selbstverständlich.“

Im Rahmen der Veranstaltung zeichnete der Regierungspräsident die fünf Bürgerbusvereine aus, die schon seit 15 oder mehr Jahren Lücken im öffentlichen Personennahverkehr schließen: Als erster im Regierungsbezirk (und fünfter in NRW) war vor 23 Jahren (1988) der Bürgerbus Schalksmühle an den Start gegangen. Seit 17 Jahren und somit an zweiter Stelle, ist der Bürgerbus Kierspe unterwegs. Der Verein zählt 120 Mitglieder und 20 Fahrer. Allein im vergangenen Jahr wurden 10 637 Fahrgäste auf den zwei Linien transportiert: Der Bus war insgesamt 660 Mal und 2310 Stunden über eine Strecke von 40473 Kilometern im Einsatz.

Vor der Ehrung hatte Franz Heckens, Vorsitzender des Vereins „Pro Bürgerbus NRW“, die Geschichte des Erfolgsmodells Bürgerbus beleuchtet. Zusammen mit seiner Vorstandskollegin Hannelore Maria Krieg-Werner wurde er anschließend ebenfalls für sein Engagement ausgezeichnet.

Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Informationsaustausch zwischen den einzelnen Bürgerbusvereinen zu fördern, ihren Zusammenhalt untereinander zu stärken, für neue Projekte zu werben und bei ihrer Einrichtung zu helfen.

Bürgerbusse werden vom Land NRW mit einer jährlichen Organisationspauschale von 5000 Euro und einer Festbetragsfinanzierung von 35 000 bis 47 000 Euro je nach Fahrzeugart und -ausstattung – für die Anschaffung des Bürgerbusses gefördert.

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