Bürger zeigen sich erneut sehr spendenfreudig

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Es mutete auf dem Abladeplatz an der Kreisstraße 25 wie beim schwedischen Knutfest an: Die Tannenbäume flogen in hohem Bogen in das Feuer. ▪

KIERSPE ▪ 12 852,29 Euro, das ist das Sammelergebnis der diesjährigen Weihnachtsbaumsammlung. Damit lagen die Jugendfeuerwehr und die ehrenamtlichen Sammler mit 205,56 Euro unter dem Ergebnis des letzten Jahres. Schon morgens um acht Uhr trafen sich rund 180 Frauen und Männer der Jugendfeuerwehr, der Freiwillige Feuerwehr, der Spielmannszug, des sozialen Bürgerzentrums Hand in Hand, aber auch Sammler ohne Vereinszugehörigkeit in der Gesamtschule zu einem gemeinsamen Frühstück. Starker Kaffee und frische Brötchen sollten den Helfern die Energie geben, die sie nun beim Weihnachtsbaumschubsen und beim Sammeln von Tür zu Tür brauchten.

Bei Dominik Backhaus von der Kiersper Feuerwehr bekamen die Sammler ihre Büchsen und auch ihren Bezirk zugeteilt. Ähnlich erging es den Besatzungen der 22 Fahrzeuge, die die Weihnachtsbäume aufnehmen sollten. Vor neun Uhr aufzubrechen, machte für die Helfer wenig Sinn, da um diese Zeit noch viele Kiersper mit dem Aufstehen und dem Frühstück beschäftigt waren. Doch dann strömten die Helfer in Kierspes Straßen. Einige der Gruppen haben schon lange ihren Sammelbezirk. So sind Dirk Drosdowski, Michael Wern und Oliver Knuf seit einigen Jahren zusammen und fahren den Bordinghauser Weg und die Thingslindestraße ab. Eine erste Pause machen sie zumeist bei Matthias Karloff am Bordinghauser Weg. Hier wartete schon auf sie heißer Kaffee.

Auch Lea und Jenny Bednarek freuen sich mit ihrer Mutter Juliane über diese Pause. Sie waren das erste Mal dabei und hatten gerade ihre ersten Erfahrungen als Sammlerinnen gemacht. „Die meisten sind sehr freundlich“, konnten sie berichten. „Doch es gab auch andere. Ein Bewohner sagte uns an der Tür, er ginge Geld holen, kam dann aber nicht wieder. Richtig unfreundlich war aber niemand zu uns.“

Je nach Größe der Lkw waren die ersten schon ab zehn Uhr am Abladeplatz an der Kreisstraße 25 vor Berkenbaum und die dort wartenden Feuerwehrmänner konnten mit dem Verbrennen der Weihnachtsbäume beginnen. Es mutete wie das schwedische Knutfest an, das nach dem dänischen König Knut IV. benannt worden ist. Die Weihnachtsbäume flogen in hohen Bögen nur so in das Feuer und brannten sofort lichterloh. Neben dem Abladeplatz bringen die Sammler die Weihnachtsbäume aber auch noch zum Kleingartenverein und zu einem privaten Einwohner in Höhlen. Sie nutzen die Bäume für ihre Osterfeuer. Für die meisten Teams war der Einsatz gegen Mittag dann auch schon erledigt.

Der Abschluss bildete für sie ein warmes Mittagessen, welches dieses Mal von Ilka und Helge Schumacher aus Elbringhausen gekocht worden ist. 20 Kilogramm Gehacktes hatten sie für die Pizzasuppe angebraten, denn es sollten 200 Portionen werden. „Wir haben alles in allem zwölf Stunden gebraten, geschnibbelt und gekocht“, berichtete Ilka Schumacher. Das Ergebnis war überzeugend, nicht ein Teller Suppe ist übriggeblieben.

Viel Arbeit stand für das Zählteam der Freiwilligen Feuerwehr und des Spielmannszuges an. Das Hartgeld musste leider von Hand gezählt werden, da die geliehene Zählmaschine streikte. Fast vier Stunden waren Oliver Knuf, Helge Schumacher und Udo Budde beschäftigt, bis das Endergebnis feststand. Die Hälfte des Geldes geht an die beteiligten Vereine Hand in Hand und Essen auf Rädern und die andere Hälfte kommt der Jugendfeuerwehr zugute. Die 30 Mädchen und Jungen der Jugendfeuerwehr erhalten von diesem Geld Ausrüstung und Bekleidung aber auch ein Teil wird für gemeinsame Ausflüge verwandt.

Seit 1971 sammelt die Jugendfeuerwehr zusammen mit der Freiwilligen Feuerwehr und dem Spielmannszug die Weihnachtsbäume jährlich ein. Der Erlös der ersten Sammlung war noch für die Aktion Sorgenkind und brachte damals 3600 Mark ein. Wie sich die Weihnachtsbaumsammlungen zu dem entwickelt haben, was sie heute sind, das ist eine andere Geschichte. Sie wird demnächst von Udo Budde, einem Mann der ersten Stunden, in dieser Zeitung berichtet werden. ▪ Gertrud Goldbach

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