Ideen für den geplanten Volme-Freizeit-Park gefragt

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Planer Rainer Schürmann stellt die nächsten Schritte in Sacheb Volme-Freizeit-Park vor und ruft die Bürger auf, ihre Ideen in den Regionale-Prozess einzubringen. Dafür gibt es in eineinhalb Wochen eine Bürgerversammlung. ▪

KIERSPE ▪ Was den Volme-Freizeit-Park angeht, kann sich die Stadtverwaltung noch so um eine sachliche Information bemühen, es geistern trotzdem in den Köpfen der Menschen immer noch die kuriosesten Vorstellungen herum. Daher klärt der städtische Planer Rainer Schürmann nochmals auf, dass es nicht um einen Freizeitpark nach dem Vorbild eines Panoramaparks, Phantasielands oder Movie-Parks gehe, noch nicht einmal annähernd.

Sondern wesentlicher Bestandteil der Planungen bei diesem Regionale-Starterprojekt ist die Revitalisierung der Volme, der Abbruch der alten Industriebrachen und die Zugänglichmachung des Bereichs als Grünfläche und Naturraum für die Bürger, dies verbunden mit der Schaffung von ganz wenigen Angeboten zur Steigerung der Aufenthaltsqualität wie Spazierwegen, Sitzmöglichkeiten und anderem mehr. Was dort konkret im Einzelnen entstehen wird, um zu einer Wohnumfeldverbesserung in diesem Gebiet beizutragen, was ein vorrangiges Ziel der Maßnahme sein soll, wird die Ausschreibung des städtebaulichen Wettbewerbs für Fachbüros wie Raumplaner, Landschaftsgestalter oder Architekten ergeben. Um denen dann die Wünsche der Kiersper mit an die Hand zu geben, wird zunächst eine Bürgerversammlung veranstaltet, die am Donnerstag, 22. November, um 18 Uhr im Gemeindehaus Felderhof stattfindet. Dabei sollen Anregungen und Vorschläge aus der Bevölkerung gesammelt werden. Die Jury, die zur Bewertung des Wettbewerbs gebildet wird und für diesen die Vorgaben und den Rahmen erarbeitet, wird sie dann an die teilnehmenden Büros weiterleiten, so dass diese sie in ihre Ausarbeitung mit aufnehmen können.

Einige Ideen hat schon die ASS, das Büro für Architektur, Stadtplanung und Stadtentwicklung von Hans-Joachim Hamerla aus Düsseldorf, die das integrierte Handlungskonzept „Oben an der Volme“ für die Regionale-Teilnahme der vier Kommunen aus dem oberen Volmetal mit Kierspe, Meinerzhagen, Halver und Schalsmühle im Vorfeld eingebracht: So ist in dem Konzept von einer Open-Air-Bühne an der Volmeaue oder einer Kletterwand als Attraktionen die Rede. Ob beides sich dann aber wirklich durchsetzt, muss der Wettbewerb ergeben und bleibt letztlich der Entscheidung der Kommunalpolitik vorbehalten.

Neben der Verlegung und Renaturierung der Volme in ein neues Bett weiter weg von der Straße an die Stelle des alten Obergrabens sind vor allem offene Flächen mit Gras, geschotterten Wegen und Plätzen, Steinen und Wasser angedacht. Der alte Baumbewuchs auf dem Gelände, das von Volme-, Kölner und Wehestraße, Windfuhr sowie der Genossenschaft eingegrenzt wird, soll weitgehend erhalten bleiben. Im oberen Teil gibt es bereits eine große Wiese. Irgendwo da soll auch der neue Volmetalradweg als weiteres Regionale-Projekt münden.

Rainer Schürmann verweist darauf, dass die ersten Bürger sich sogar bereits Gedanken gemacht und Ideen im Rathaus eingereicht hätten: Diese reichen von einem Bocciaplatz über eine Hängebrücke über die Volme, wo auch schon mal eine Furt angeregt worden ist, einen Walderlebnisspielplatz bis hin zu Graffitiwänden. Analog zu dem Hollywood-Schriftzug in den Bergen der US-Filmmetropole könnte ein Kierspe-Schriftzug die Besucher der Volmestadt willkommen heißen. Sogar eine Bücherklappe mit Leseecke ist etwas, das sich die Menschen im Volme-Freizeit-Park vorstellen können. Für das Projekt stellt das Land den Hauptteil der Mittel zur Verfügung, so dass für Kierspe nur ein geringerer finanzieller Beitrag übrigbleibt.

Erst im dritten Bauabschnitt, der aber nicht Bestandteil des Starterprojektes ist, geht es um Hochbauten auf dem Areal wie vielleicht eine Eventhalle, Bowlingbahn oder Squashhalle. Wobei dafür private Investoren gewonnen werden müssten. Dieser dritte Bauabschnitt ist jedoch überhaupt noch nicht konkret und derzeit gar kein Thema. Auch ist völlig unbestimmt, ob es jemals dazu kommt, wie Rainer Schürmann ganz deutlich sagt.

Der städtebauliche Wettbewerb soll im Frühjahr des nächsten Jahres durchgeführt werden. Parallel laufen dann die Grundstücksverhandlungen mit den rund zehn Eigentümern der Flächen, die aber grundsätzliche Verkaufsbereitschaft schon signalisiert haben. Schürmann ruft alle Bürger auf, sich in den Prozess einzubringen und an der Bürgerversammlung in eineinhalb Wochen teilzunehmen.

Rolf Haase

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