"Sagenwelt Oben an der Volme"

Buch und Kurzhörspiele über Schanhollen, Riesen und Silberminen 

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Freizeit- und Naherholungsbeauftragter Ralf Thebrath ist Träger des Projekts „Sagenwelt Oben an der Volme“, für das auch eine Karte erstellt werden soll.

Volmetal - Sie sollen nicht ganz in Vergessenheit geraten, die Sagen und Mythen, die sich im heimischen Raum um besondere Orte und Stellen drehen.

Aus diesem Grund sollen die mystischen Geschichten beispielsweise über Schanhollen in Kierspe, einen Wettstreit von Riesen in Halver oder die Silberminen in Meinerzhagen in einem Buch festgehalten werden. Damit es nicht nur von Erwachsenen, sondern auch von Kindern gelesen werden kann, sollen diese Sagen und Mythen entsprechend aufbereitet werden, erzählt Ralf Thebrath. Der Freizeit- und Naherholungsbeauftragte der Region Oben an der Volme ist Träger des Leader-Projekts „Sagenwelt Oben an der Volme“. Das Vorhaben: Etwa 25 verschiedene Sagen und Mythen aus Schalksmühle, Halver, Kierspe, Meinerzhagen und Herscheid sollen in einer klassischen Broschüre auf rund 50 Seiten festgehalten werden.

Auf einer Seite steht die Geschichte, auf der anderen soll diese bebildert werden. Noch in der Überlegung ist, ob mittels eines QR-Codes die Geschichte auch gehört werden kann. Denn die Sagen sollen auf jeden Fall als Kurzhörspiele vertont werden. Im Internet wird es dann nicht nur die bereits bestehende Freizeit- und Naherholungskarte, sondern auch die Sagen- und Mythen-Karte Oben an der Volme geben. Dort sind die häufig im Wald liegenden Orte, an denen die Geschichten spielten, gekennzeichnet und enthalten gleichzeitig das Kurzhörspiel, das sich jeder anhören kann.

In diesem Zusammenhang weist Ralf Thebrath darauf hin, dass beide Karten erweitert werden müssen – um Herscheid, denn die Gemeinde gehört nun ebenfalls zur Region Oben an der Volme. Die entsprechenden Beschlüsse in den Kommunen seien gefasst, weiß der Freizeit- und Naherholungsbeauftragte. Bedeutet ebenso, dass die aufgestellten Tafeln, beispielsweise am Volme-Freizeitpark oder an der Glörtalsperre, modifiziert werden müssen. Glücklicherweise gebe es eine grüne Fläche, weist Thebrath auf die „Wiese“ zwischen Schalksmühle und Meinerzhagen auf der Karte. Dort werde man Herscheid einarbeiten.

Ähnlich werde die Karte für die Sagenwelt aussehen, eben nur nicht mit den Orten der Freizeitangebote in den fünf Kommunen, sondern mit denen, wo die Sagen entstanden sind. Da diese Mythen-Orte natürlich auf Wanderwegen zu erreichen sind, sollen die Geschichten die Menschen animieren, diese aufzusuchen. „Weil die Leute Erlebnisse wollen“, erklärt Thebrath, dass dieses Projekt ein „Storytelling“ sei. Er sieht darin durchaus einen möglichen Anfang einer neuen Infrastruktur: „Ich kann mit durchaus vorstellen, an den Orten, wo die Geschichten entstanden sind, einen Stein mit einer Info-Tafel aufzustellen“.

An den Info-Tafeln können das Hörspiel (per QR-Code oder ähnlich) hinterlegt werden. Doch das sei derzeit noch Zukunftsmusik, denn erst einmal müsse die Bezirksregierung in Arnsberg die Förderung für dieses von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) beschlossene Projekt – die Unterlagen sind komplett fertig – bewilligen. Durch das Buch und die (digitale) Karte im Internet – ob sie auch im Buch mit abgedruckt wird, ist noch offen – könne man den verschiedenen Orten einen ganz anderen Charakter verleihen, Landschaftsstrukturen mit Leben füllen.

Jetzt wartet der Freizeit- und Naherholungsbeauftragte auf die Bewilligung der Fördermittel durch die Bezirksregierung. Erst dann dürfe mit der Arbeit begonnen werden. Bislang sei es lediglich Recherche-Arbeit: Welche Sagen und Mythen gibt es, in welchen Sammlungen sind sie noch zu finden. Oder existieren sie gar nur noch als reine Erzählung. Denn einige, so weiß Thebrath, gebe es schon gar nicht mehr schriftlich. Wenn dann der Förderbescheid vorliege, könne es richtig losgehen.

Dann werde auch eine Agentur hinzugezogen, die bei der kindgerechten Aufbereitung der Geschichten hilft. Ebenso Künstler, die – vermutlich mit Designprogrammen – die Mythen und Sagen bebildern und Sprecher, welche sie für die Kurzhörspiele erzählen. Ralf Thebrath hofft, dass der Bescheid aus Arnsberg im kommenden Monat kommt, dann seien noch neun Monate Zeit für die Realisierung der „Sagenwelt Oben an der Volme“. Kurz vor Weihnachten könnte das Buch in einer ersten Auflage von 5000 Stück erscheinen und von den Kommunen vertrieben werden.

Kostenlos wird es die Sagenwelt nicht geben: „Wir werden es wohl für einen kleinen Anerkennungspreis abgeben“, schätzt Ralf Thebrath und betont, dass dieser Preis nicht bei 20 Euro, sondern deutlich darunter liegen werde. Dadurch erhalte das Buch auch eine größere Wertigkeit. Welche weiteren infrastrukturellen Schritte man gehen kann, hänge letztlich davon ab, welche Resonanz es in der Bevölkerung auf die „Sagenwelt Oben an der Volme“ geben wird.

Storytelling

Storytelling ist eine Erzählmethode, mit der explizites, aber vor allem implizites Wissen in Form von Leitmotiven, Symbolen, Metaphern oder anderen Mitteln der Rhetorik weitergegeben wird. Es wird hauptsächlich in digitalen Medien angewandt, hat aber eine lange Tradition.

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