Brückenbau und Verkehr beschäftigt die Bürger

Trotz der wenigen Besucher wurde eifrig über aktuelle Themen diskutiert.

KIERSPE ▪ Die Resonanz auf die Aktuelle Stunde der KAB im Gemeindehaus St. Josef am Freitag fiel sehr gering aus.

„Heute hat jeder seinen eigenen Ansprechpartner“, sagte Addis Makowski, der damit die geringe Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an dieser Veranstaltung bedauerte. Die wenigen, die gekommen waren, führten eineinhalb Stunden in launiger Runde anregende Diskussionen. Neben Bürgermeister Frank Emde standen Dieter Grafe (UWG), Jürgen Tofote (CDU), Armin Jung (FDP), Hermann Reyher (Grüne) und Marc Voswinkel (SPD) Rede und Antwort.

Auf die meisten Fragen der Anwesenden gab Bürgermeister Emde Antworten. Da sorgte die neue Brücke im Kerspetal ebenso für Erklärungsbedarf wie der Zustand aller anderen Brücken im Kerspetal. Es soll nun geprüft werden, ob die Brücken der Stadt gehören, denn erst dann wäre sie in der Pflicht, an dem schlechten Zustand etwas zu tun. Die neue Brücke, die scheinbar nur zu einem Anwesen führe, sei aber zudem für den forstwirtschaftlichen Betrieb von großer Bedeutung. Für Ärger sorgt auch immer wieder an Wochenenden der rege Motorrad-Verkehr im Kerspetal. Hierzu informierte Hermann Reyher, dass man dagegen nichts unternehmen könne, Es könnten keine Verbotsschilder aufgestellt werden. Zuständig für straßenverkehrliche Maßnahmen sei hier zudem der Märkische Kreis, informierte der Bürgermeister.

Die aktuelle Situation an der Schnörrenbach, am Wildenkuhlen und des ehemaligen Dornseifer Marktes waren weitere Punkte, zu denen die Politiker befragt wurden. Die Chancen, dass auf dem Gelände des Dornseifer Marktes bald wieder ein Lebensmittelmarkt entsteht, seien groß, denn die Vielzahl der Eigentümer sei jetzt verkaufsbereit, informierte Hermann Reyher. Er wies darauf hin, dass auf jeden Fall die Eiche auf dem Gelände erhalten bleiben soll. „Sie ist Stadtbild prägend und soll nicht den Parkplätzen zum Opfer fallen“.

Auch das Thema „Spielhalle“ am Wildenkuhlen erregte die Gemüter. „Wir müssen Flächen ausweisen, um an anderen Stellen Spiel-/Vergnügungshallen ausschließen zu können“, sagte Marc Voswinkel. Nach der Spielstättenverordnung sei die Errichtung solcher Betriebe mit einer Fläche bis 100 Quadratmetern ohne besondere Genehmigung zulässig. Daher bestehe die Gefahr, dass Wildwuchs entstehen könne, wenn keine Planung vorgenommen werde.

Auch der Zustand der Wege im Kirchenwald wurde an diesem Abend diskutiert. Dort werde viel Grünabfall abgeladen und die Wege seien in schlechtem Zustand, sagte Addis Makowski. „Wir können nicht verhindern, dass wild abgeladen wird. Das ist leider der Zeitgeist“, erwiderte der Bürgermeister.

Zum dem aktuellen Planungsstand der geplanten Umgehungsstraße nahm der Bürgermeister ebenso ausführlich Stellung wie zur Verkehrsberuhigung in der Friedrich-Ebert-Straße. Wenn die Verkehrs-Zählungen an der Friedrich-Ebert-Straße abgeschlossen seien, gingen die Ergebnisse an den Kreis. „Unser Ziel ist es, auf der ganzen Länge hier eine Tempo 30 Zone einzurichten“, sagte Emde. Beschwerden von den Anwohnern gebe es auch immer noch in der Kölner Straße. Zwar sei die Situation, nachdem die Fahrbahn erneuert wurde, besser geworden, doch es beklagten sich immer noch Bürger über zu viel Verkehrslärm. Jürgen Tofote sagte dazu: Wer den Wunsch nach mehr Ruhe habe, der müsse erst einmal sein Auto abschaffen, dann werde er glaubwürdig. Dann müsse er bereit sein, seine Waren mit der Schubkarre an der Autobahn abzuholen.

Zum Schluss wurde die aktuelle Situation bei der Feuerwehr diskutiert. Es sei zu befürchten, dass es zu bald wenig freiwillige Helfer geben werde, war aus den Reihen der Teilnehmer zu hören. „Es gibt noch genügend Leute, zudem plane die Feuerwehr eine Werbeaktion“, sagte Emde. Sollte es irgendwann einmal keine Freiwilligen mehr geben, dann werde es eine Berufsfeuerwehr geben müssen. „Denn wenn es brennt, muss gelöscht werden.“ ▪ bel

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