Großer Bahnhof zum Hundertjährigen

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Zahlreiche Infos zum „Innenleben“ der Talsperrenmauer und den dort vorhandenen technischen Einrichtungen des Überwachungssystems gab es bei einer Besichtigung des Kontrollgangs im Inneren der Sperrmauer. ▪

KIERSPE ▪ Besser als das am vergangenen Samstag der Fall war, hätten die äußeren Bedingungen für die angesagte offizielle Feier zum 100-jährigen Bestehen der Bruchertalsperre bei Marienheide gar nicht sein können.

Strahlender Sonnenschein an einem Sommertag wie aus dem sprichwörtlichen Bilderbuch stand während des gesamten Tages Pate bei der groß angelegten Geburtstagsparty, die der Wupperverband als Eigentümer und Bewirtschafter der Talsperre initiiert hatte.

Wie es sich bei einem solchen Anlass geziemt, liefen die Geburtstagsfeierlichkeiten für die Brucher als einer der markantesten und wichtigsten Einrichtungen der Wasserwirtschaft mit gleichzeitig bemerkenswert hohem Stellenwert auf dem Freizeitsektor in der Region nicht etwa hinter verschlossenen Türen und im kleinen Kreis ab. Ganz im Gegenteil: Alle, die im näheren und weiteren Umfeld der Sperre leben, waren zum Mitfeiern eingeladen – und ließen sich deshalb auch nicht lange bitten. Wer am Samstagmorgen durch Marienheide fuhr, der konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass praktisch der halbe Ort, angefangen von Gemeindebürgermeister Uwe Töpfer, seiner Stellvertreterin Anke Vetter und eben etlichen Bürgern der Nachbargemeinde im Oberbergischen unterwegs war, um dem „Geburtstagkind“ seine Aufwartung zu machen. Das galt im Übrigen auch für etliche Gäste aus dem Verbreitungsgebiet unserer Zeitung. Auch im Raum Kierspe, Meinerzhagen und Umgebung zählt die Bruchertalsperre mit ihrer waldreichen und für Spaziergänge bestens geeigneten Umgebung zu den bevorzugten Naherholungsgebieten in der Region.

So hatte sich um die frühe Mittagsstunde bereits eine große Zuhörerzahl auf der Sperrmauer eingefunden, als Bürgermeister Uwe Töpfer, dabei assistiert von seiner Stellvertreterin Anke Vetter, gemeinsam mit dem als Hauptredner tätigen Vertreter des Wupperverbandes, Professor Bernd Wille, die Festreden hielten. Dabei kam zunächst Marienheides Bürgermeister auf die in vielfacher Hinsicht große Bedeutung, die diese Sperre von Anfang an für die hiesige Gegend hat, zu sprechen und lobte dabei die kluge Entscheidung der Vorväter, die den Bau der Sperre allen Hemmnissen zum Trotz damals durchgesetzt hatten. Als eine von insgesamt zwölf Einrichtungen dieser Art, so Töpfer, trage die Brucher dazu bei, dass unsere Gegend eine enorme Dichte an Talsperren aufweist und damit als beispielhaft für einen hohen Erholungs- und Freizeitwert wie auch für sanften Tourismus gelte.

Sein wie auch seiner Stellvertreterin Anke Vetter Dank galt dabei dem Wupperverband und dessen Mitarbeitern für entsprechende Weichenstellungen.

Auf die Geschichte der Talsperre und deren Aufgabenstellung bis zum heutigen Tage ging Bernd Wille als Sprecher des Wupperverbandes näher ein: Durch den Bau von Talsperren konnten der Hochwasserschutz verbessert und eine gleichmäßige Wasserführung in Trockenzeiten sichergestellt werden. Die Brucher-talsperre war in den Jahren 1912 bis 1913 errichtet und von dem Aachener Professor Otto Intze nach dem Konstruktionsprinzip einer so genannten Bogenstaumauer geplant worden. Besonders erwähnenswert: Die seinerzeit beim Bau verwendeten Bruchsteine kamen sämtlich aus in der Nachbarschaft vorhandenen Steinbrüchen. 1913 als Brauchwassertalsperre in Betrieb genommen, dient die Brucher nach wie vor dem Hochwasserschutz und der Wasserabgabe in Trockenzeiten. Mit einem Stauinhalt von 3.34 Millionen Kubikmeter ist die Sperre zudem ein wesentlicher Baustein im

Talsperrensystem an der oberen Wupper und erfüllt eine wichtige Aufgabe sowohl im Freizeitbereich wie auch als Refugium für zahlreiche Wasservögel, Fische und Pflanzen.

Von der Anfang der 90er Jahre erfolgten Sanierung der Staumauer nebst der zahlreichen technischen Einrichtungen, die zum Betrieb der Wasserversorgung, zum Gewinnung von Strom aus Wasserkraft und zur Sicherung der Dichtigkeit der Staumauer erforderlich waren und nach wie vor sind, erfuhren die Zuhörer manches Detail. Dieses Wissen konnte später unter anderem bei einem geführten Rundgang durch den Kontrollgang im Inneren der Sperrmauer noch vervollständigt werden.

Zur Abrundung des Tages trugen zudem zahlreiche benachbarte Vereine und Einrichtungen mit entsprechenden Aktionen bei. So der MGV Müllenbach mit dem Oberbergischen Heimatlied, die Jägerschaft Marienheide mit der Rollenden Waldschule, Die DLRG und die Segel- und Kulturgemeinschaft Brucher Stausee wie nicht zuletzt auch das DRK und die benachbarten Gastwirtschaften und Restaurants, die sich um das leibliche Wohl der vielen Gäste aus nah und fern bemühten.

Rainer Crummenerl

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