Aus feinem Garn entstehen zauberhafte Deckchen

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Bezaubernde Decken, Untersetzer und sogar Kragen werden von Brigitte Albertz gestrickt. –

KIERSPE – Egal ob Brigitte Albertz das kleine Schiffchen oder ihre dünnen Stricknadeln benutzt, immer bewegen sich ihre Finger schnell und geschmeidig und es entstehen wunderschöne filigrane Deckchen in den unterschiedlichsten Mustern. Brigitte Albertz beherrscht die Technik Occhi und das Kunststricken perfekt. Von Bärbel Schlicht

Seit mehr als 40 Jahren befasst sich die Hobbykünstlern mit dieser alten Handarbeitskunst. Sie hatte damals ein kleines Deckchen von einer älteren Dame geschenkt bekommen, die diese alte Technik beherrschte und war so fasziniert von der wunderschönen Arbeit, dass sie den Wunsch hatte, so etwas auch zu können. Und so traf sie sich mit ihr und lernte es in mehreren Einzelstunden.

Seit der Zeit haben Brigitte Albertz diese besonderen Handarbeiten nicht mehr losgelassen und seit der Zeit ist die emsige Hobbykünstlerin ununterbrochen damit beschäftigt, viele schöne Decken, Untersetzer, aber auch Kragen aus den sehr dünnen Garnen zu arbeiten. Meistens verwendet sich weißes und beiges Garn. Aber auch Deckchen in roten, grünen und blauen Farben hat sie schon gefertigt. Seit mehr als 20 Jahren schon zeigt Brigitte Albertz ihre Arbeiten auf der Hobbykünstler-Ausstellung. Und jedes Jahr erfährt sie von den Besuchern dann auch ein reges Interesse an dieser Technik. Aufmerksam schaut ihr das interessierte Publikum dann bei der Arbeit über die Schulter und bewundert ihre Fingerfertigkeit.

Winzige Knoten werden auf Trägerfaden gereiht

Das Occhi, auch Schiffchenspitze oder Frivolité genannt, ist eine Technik, die aus lauter winzigen Knoten besteht, die auf einem Trägerfaden gereiht werden. Dieser Trägerfaden wird dann zu einem Ring zusammengezogen und so entstehen kleine „Augen“. Die typischen Spitzen werden aber nicht nur aus Ringen hergestellt, sondern auch aus Bögen, die mit zwei Schiffchen gearbeitet werden. Occhi ist eine Handarbeit, die in ihrer heutigen Form noch gar nicht so alt ist. Die Entdeckung der Bögen geht auf die Mitte des 19. Jahrhundert zurück. Damals war dieses ursprüngliche „Knötchen knüpfen“ hauptsächlich den Damen der oberen Schichten als Zeitvertreib vorbehalten. Die Schiffchen bestanden zu der Zeit oft auch aus Elfenbein, Schildpatt oder Silber. Heute sind sie sehr funktionell aus Kunststoff gefertigt.

„Bei dem Arbeiten mit dem Schiffchen darf man keinen Fehler machen, denn korrigieren lässt sich diese Arbeit nicht“, sagt Brigitte Albertz. Das Kunststricken dagegen ist eine spezielle Art des Strickens und erfordert ebenso viel Geduld und Fingerfertigkeit. Auch diese Technik beherrscht Brigitte Albertz geradezu perfekt. Anleitungen für die verschiedenen zauberhaften Muster bekommt sie aus alten Handarbeitsanleitungen. Ihre ältesten „Burda“-Hefte sind aus den 1970er Jahren. Die Hobbykünstlerin ist jedoch so begabt, dass sie auch Muster, die sie einmal gesehen hat, perfekt nachstricken kann. Diese ganz besonderen Handarbeitskunst wird heute kaum mehr beherrscht. Und wenn Brigitte Albertz einmal ihre Schiffchen oder Stricknadeln beiseite legen wird, dann gibt es – zumindest in Kierspe – niemanden mehr, der diese alte Handarbeit Occhi beherrscht.

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