Kierspe: Briefwahl bleibt hinter den Erwartungen zurück

Auch die Wahlurne im Rathausfoyer, wo Briefwähler schon jetzt ihre Stimme abgeben können, war gestern wieder gut gefüllt, als die Stadtmitarbeiter Georg Seidel und Anja Kluth sie leerten. ▪

KIERSPE ▪ Die Briefwahl ist angelaufen, wenn die Beteiligung bislang auch hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Bis gestern hatten rund 1500 Bürger für die nordrhein-westfälische Landtagswahl Unterlagen angefordert, der Rücklauf ist derzeit natürlich noch geringer. Das könnte wieder auf eine geringe Wahlbeteiligung schließen lassen, eine Einschätzung, die aber eineinhalb Wochen vor dem Wahltermin doch noch etwas verfrüht wäre.

Bei der Bundestagswahl im vergangenen Jahr lag die Beteiligung in Kierspe bei 64,49 Prozent, bei der Kommunalwahl bei 46,16 Prozent und bei der Europawahl bei 35,66 Prozent. Im Fall der Landtagswahl 2005 beteiligten sich noch 56,54 Prozent.

Die Stadt hat am 12. April den 12 415 Wahlberechtigten die Wahlbenachrichtigungen zugestellt. „Die Stimmzettel haben wir am 19. April bekommen und dann sofort mit der Briefwahl begonnen. Schon am nächsten Tag hatten wir die ersten mehr als 100 Briefwähler“, berichtete gestern Wahlorganisator Georg Seidel, der zusammen mit seiner Mitarbeiterin Anja Kluth wieder die Durchführung der Wahl vor Ort regelt.

Verändert werden musste nochmals leicht die Liste der Wahllokale, weil die Gaststätte L’ Amico (ehemals Nordpol) vor einigen Wochen geschlossen wurde: „Wir sind mit dem Wahllokal jetzt in den Mehrzweckraum der Vierfeldsporthalle gewechselt“, berichten Seidel und Kluth. Alle anderen 19 der insgesamt 20 Wahllokale der 17 Wahlbezirke sind wie bei den vergangenen Wahlen so geblieben.

Die Stadt hat die Wahlhelfer für die Wahlvorstände und anderen Aufgaben im Rahmen der Durchführung der Landtagswahl komplett. Es war diesmal auch nicht besonders problematisch, die erforderliche Zahl zusammenzubekommen, was angesichts der verschobenen Kommunalwahl und der dann drei Wahlen schnell hintereinander im vergangenen Jahr schon etwas schwieriger gewesen war. Die Wahlhelfer besetzen die Wahlvorstände, auch die Briefwahlvorstände, stellen den Kurierdienst, sitzen an den Eingabeplätzen im Rathaus oder helfen im Ratssaal. Dort wird abends wieder über den aktuellen Ausgang der Wahl vor Ort sowie auch in den Nachbarkommunen und Kreisen mit Aushängen, an die Wand projizierten Tabellen und Grafiken sowie Fernseher informiert.

Letzte Wahlhelfer an

Gesamtschule gefunden

„Die letzten Wahlhelfer haben wir durch einen Aufruf an der Gesamtschule gefunden, wo sich regelmäßig zahlreiche Jugendliche melden“, merken Seidel und Kluth an. Von morgens an, wenn die Wahllokale um 8 Uhr öffnen, bis zu deren Schließung um 18 Uhr und danach noch für die Dauer der Auszählung der Stimmen sind sie am 9. Mai gefordert.

Die Bürger haben bei der Landtagswahl die Entscheidung. Gegenüber der Wahl zum Düsseldorfer Parlament vor fünf Jahren müssen die Wähler nicht mehr wie bislang nur eine Stimme abgeben, sondern jetzt sind es wie bei der Bundestagswahl zwei, die Erststimme für den Wahlkreiskandidaten und die Zweitstimme für eine Landesliste der Parteien.

Sie können sich unter sechs Wahlkreiskandidaten und 25 Parteien und anderen Gruppierungen entscheiden. Im Einzelnen kandidiert für die CDU der Diplomverwaltungswirt Bernd Schulte aus Lüdenscheid, für die SPD der Ausbildungsleiter Gordan Dudas aus Lüdenscheid, für die Grünen der Tanzlehrer Geza Lang aus Lüdenscheid, für die FDP die Rechtsanwältin Angela Freimuth aus Schalksmühle, für die Linke der Arbeiter Yasin Kut aus Lüdenscheid und für die Rentner-Partei der Kaufmann Hasso Carl-Wilhelm Simon aus Meinerzhagen.

Bei folgenden Parteien und Gruppierungen können die Wähler auf dem Stimmzettel am Wahlsonntag ihr Kreuzchen machen: CDU (Christliche Demokratische Union Deutschlands), SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands), Bündnis 90/Die Grünen, FDP (Freie Demokratische Partei), NPD (Nationaldemokratische Partei), Die Linke, REP (Die Republikaner), ÖDP (Ökologisch-Demokratische Partei), BüSo (Bürgerrechtsbewegung Solidarität), PBC (Partei Bibeltreuer Christen), Die Tierschutzpartei (Mensch, Umwelt, Tierschutz), Familie (Familien-Partei Deutschlands), Die Partei (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elternförderung und basisdemokratische Initiative), Zentrum (Deutsche Zentrumspartei – älteste Partei Deutschlands, gegründet 1870), BGD (Bund für Gesamtdeutschland), AUF (Partei für Arbeit, Umwelt und Familie), Piraten (Piratenpartei Deutschlands), DDP (Deutsche Demokratische Partei), Freie Union, Rentner (Rentner-Partei Deutschlands), Pro NRW (Bürgerbewegung Nordrhein-Westfalen, Die Violetten, BIG (Bündnis für Innovation und Gerechtigkeit), Volksabstimmung (Bündnis für Deutschland, für Demokratie durch Volksabstimmung) sowie FBI/ Freie Wähler (Freie Bürger-Initiative/ Freie Wähler). ▪ rh

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare