Zwischen Asien und dem Sauerland

Schule im MK: Brieffreundschaft zweier Klassen überwindet 9500 Kilometer

Die Post aus Taiwan – mit ein paar landestypischen Leckereien für die Schüler im Sauerland.
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Die Post aus Taiwan – mit ein paar landestypischen Leckereien für die Schüler im Sauerland.

Im Bus ist die „Partnerklasse“ nicht erreichbar, mit dem Flugzeug dauert es lange. Rund 9400 Kilometer trennen die Freie Schule Kierspe und die Taipei European School in Taipeh/Tailand.

Kierspe - Da ist es kein Wunder, dass auch die Post ein wenig länger dauert, bis sie vom Sauerland in der taiwanesischen Hauptstadt eintrifft. Und in die andere Richtung ist der Weg nicht kürzer. Das hält aber weder die Schüler der Klasse 1 aus Kierspe noch die, die die 2. Klasse der Taipei European School besuchen, davon ab, eine Brieffreundschaft aufrecht zu erhalten.

Die Schülerinnen und Schüler fangen ja gerade erst an, schreiben und lesen zu lernen. Trotzdem haben sich die Schüler auf das Experiment einer Brieffreundschaft eingelassen, noch dazu mit Schülern, die sie wahrscheinlich in ihrem Leben nie zu Gesicht bekommen. Wobei, so ganz stimmt das nicht. Denn den ersten Briefen, die im vergangenen Herbst aus dem Sauerland nach Asien gingen, lagen auch selbstgemalte Bilder und Fotos bei, die den Brieffreunden einen Einblick in das Leben an der Freien Schule geben.

Dass der Kontakt zwischen den beiden Klassen überhaupt zustande gekommen ist, liegt an den Klassenlehrerinnen. Daniela Bues unterrichtet an der Freien Schule und ist mit Iris Howorka, die aus Kierspe stammt, seit vielen Jahren befreundet. Die beiden haben auch gemeinsam studiert. „Vor 14 Jahren ist Iris Howorka dann nach Asien gegangen und seit einigen Jahren arbeitet sie an der Schule in Taipeh“, erzählt Bues im Gespräch mit der Meinerzhagener Zeitung.

Der Kontakt sei aber nie abgerissen. Und immer, wenn Iris Howorka nach Kierspe komme, um ihre Mutter zu besuchen, treffe man sich. Bues: „Im vergangenen Jahr war das wieder so, da kam uns die Idee mit der Brieffreundschaft zwischen den Klassen.“

Durch den neuen Kontakt zwischen den Schulen erfahren die Schüler aber nicht nur etwas über die Kultur der entfernten Brieffreunde, ihre Lehrerinnen lernen auch die Eigenarten der Post kennen. „Die Post aus Deutschland ist viel länger unterwegs als die aus Asien. Das liegt daran, dass unsere Briefe, zum Päckchen gepackt, nicht per Luftpost transportiert werden. Dann dauert es ewig, bis die in Taipeh ankommt. Umgekehrt sind die Briefe sehr viel schneller unterwegs“, erzählt Bues. Eigentlich war geplant, dass die Kiersper Schüler in diesem Jahr einen sehr viel tieferen Einblick in das Leben in Taiwan bekommen sollten. Denn ursprünglich sollte Iris Howorka bei ihrem Deutschlandbesuch im Sommer der Freien Schule einen Besuch abstatten, um live von ihrer Klasse, der Schule und dem fernen Land zu erzählen. „Ob das klappt, wird sich zeigen. Derzeit sehe ich meine Klasse zwar täglich in Zoom-Konferenzen, aber wann wir wieder zusammenkommen können, ist ja noch gar nicht abzusehen“, so Bues.

Die deutsche Schule in Taipeh

Die Deutsche Schule Taipei wurde 1990 gegründet, um Kindern deutschsprachiger Familien in Taiwan ein Bildungsangebot nach deutschen Lehrplänen und Standards zu bieten.

Bereits sehr früh fand eine enge Kooperation mit der britischen und französischen Schule statt. Man bündelte Ressourcen und profitierte vom größeren gemeinsamen System der Europäischen Schule in Taipeh. Mit Gründung der Taipei European School Foundation wurde im Jahr 2002 eine Rechtsform gefunden, in der für alle Partner der Schulbetrieb effektiv organisiert und finanziert werden kann.

Unter dem Dach der Taipei European School sind heute die drei ursprünglich eigenständigen Schulen als Deutsche Sektion, British Section und Section Francaise zusammengefasst. Im Jahr 2002 wurde das System um die High School Section ergänzt.

Die Deutsche Schule Taipei bietet einen durchgängigen Bildungsgang nach deutschen Standards bis zur allgemeinen Hochschulreife an. Der Unterricht findet in der Grundschule bis Klasse 4 und in der Sekundarstufe I bis zur Klasse 8 auf der Basis von deutschen Lehrplänen statt. Deren Anforderungen werden in lokale Bezüge gesetzt durch Schulcurricula, die der Genehmigung der Kultusministerkonferenz unterliegen.

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