Leerrohre werden mit Glasfaserleitungen gefüllt

Breitbandausbau in der nächsten Stufe

Kierspe - Breitband - Glasfaser
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Derzeit werden in Kierspe Glasfaserkabel verlegt, um schnelles Internet zu ermöglichen.

Der Breitbandausbau in Kierspe geht in die nächste Stufe. Derzeit sind Bautrupps eifrig damit beschäftigt, die leeren Rohre und Schläuche, die von Tiefbauern unter die Erde gebracht wurden, nun mit Glasfaserleitungen zu füllen.

Das geschieht einerseits mit Hochdruck, so sollen bis Jahresende so viele Leitungen wie möglich gelegt werden, andererseits mit Fingerspitzengefühl. Glasfaser ist ein empfindliches Medium, deshalb müssen die Leitungen vorsichtig behandelt werden.

Auf den schweren Trommeln sind mehr als 6 Kilometer Leitung aufgewickelt. Doch auch die werden mitunter zügig leer: „Wenn alles gerade läuft, können am Stück etwa 1000 Meter eingeblasen werden“, erklärt ein Mitarbeiter auf der Baustelle. Doch auch zwei Kilometer seien schon in einem Rutsch verarbeitet worden. Selbst im kurvigen Terrain mit erheblichen Höhenunterschieden seien Distanzen von mehreren hundert Metern kein Problem, so die Fachleute.

Der Begriff „einblasen“ ist bei dem Verfahren wörtlich zu nehmen. Zwar erfolgt der eigentliche Vorschub über Rollen mechanisch, doch gleichzeitig wird Luft in das Rohr gepumpt. Diese „Speedpipes“ sind innen geriffelt, um den Luftstrom zu kontrollieren. Dadurch wird die Leitung möglichst in der Mitte des Schutzrohres gehalten. Schwebend, mit wenig Reibung. Auf diese Weise kann die Glasfaser mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 Metern pro Minute materialschonend in das Rohr befördert werden. Dieser Idealwert dürfte angesichts der Bedingungen im Sauerland nicht immer erreicht werden, taugt aber als grobe Orientierung.

Mit einem Spezialgerät werden die Leitungen in die Erde gebracht.

Damit der Lichtleiter das Prozedere auch heil übersteht, kommen spezielle Maschinen zum Einsatz. Es wird nichts mehr von Hand bewegt, sondern über ein Gerät, was gleichmäßig für den schonenden Vorschub sorgt. Schon auf den ersten Blick wird klar: Bei diesem Verfahren wird mit hoher Präzision gearbeitet. Muskelkraft und notfalls Spülmittel zur Schmierung sind hier völlig fehl am Platz.

Derzeit liegt der Fokus auf den Verbindungen vom Hauptverteiler in der Ortsvermittlungsstelle an der Friedrich-Ebert-Straße zu den grauen Kästen am Straßenrand. Von dort kommt das fixe Signal in die einzelnen Haushalte. Doch die Hausanschlüsse werden ja bekanntlich erst in zukünftigen Bauabschnitten installiert.

Tief hinein in die Erde kommen die Glasfaserkabel für das schnelle Internet.

Was gerade an Kierspes Straßen passiert, ist zweifelsohne konsequent, aber komplett überfällig. Dabei wird ein Zwischenschritt übersprungen, der in den meisten Gegenden Deutschlands zumindest für erträgliche Internet-Geschwindigkeiten gesorgt hat. So wurde bereits vor mehr als zehn Jahren begonnen, die DSL-Gegenstelle aus den Ortsvermittlungsstellen herauszuholen und in die Kabelverzweiger umzusiedeln. Diese wurden dann wiederum per Glasfaser ans große Netz angebunden. Dadurch wurden die Kupferleitungen auf der letzten Meile sehr viel kürzer, und es konnten bis zu 100 Megabit Geschwindigkeit erzielt werden. Das Limit war hier nicht so sehr die DSL-Technik selbst, sondern die Länge der Kupfer-Doppelader zwischen Telefondose und der Gegenstelle beim Provider.

Bei dem Hochdruck, mit dem an den zahlreichen Baustellen gearbeitet wird, dürfte das Ende des Leidensdruckes aber nun absehbar sein. Quasi ein Lichtleiter am Ende des Tunnels!

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