Brautpaare und Michael Jackson zu Pferde

KIERSPE ▪ Als Vorgeschmack auf ein neues ereignisreiches reiterliches Jahr überraschten am Samstagnachmittag kleine und große Amazonen die zahlreich erschienenen Besucher mit anspruchsvollen Vorführungen. Ab 15 Uhr hatten die Mitglieder des Kiersper Reitvereines zu ihrer Jahresbeginn-Feier auf die festlich geschmückte Anlage in Hohenholten eingeladen.

Mit der Begrüßung durch den Vereinsvorsitzenden Thomas Vollmann startete das Programm mit den kleinen und großen Voltigierern in einer gemeinsamen Gruppe. „Aus Sicherheitsgründen mit Rücksicht auf die Kleinen zeigen die Voltis ihre Kunststücke diesmal nur am Holzpferd, obwohl sie alle Übungen auch am Großpferd Campino turnen können“, so Vollmann. Dann zeigten die Voltis ihr Können, die Jüngste mit sechs Jahren, wobei sie beim Auf- und Abgang durch die beiden Übungsleiterinnen Lisa Tenzer und Stefanie Zahle unterstützt wurden. Nicht nur ihnen galt der große Applaus, sondern ebenso den nachfolgenden Turnerinnen Lina Schröder und Amelie Meeser. Diese beiden stellten nach der Musik von „Abba“ in fetzigen Kostümen ihre Kür vor, mit der sie auf Turnieren bereits erfolgreich waren. Ein Stimmungswechsel erfolgte durch die anschließende Dressurquadrille, als die „Pferdeoldies“ – alle etwa zwanzig – mit leuchtenden Monden und Sternen auf dem Fell, die Halle erleuchteten. Die als Sandmänner verkleideten Reiterinnen bewiesen in allen Gangarten in synchron absolvierten Lektionen ihr reiterisches Vermögen zur Musik von Nena und dem Lied vom Sandmann. Auch wenn mal eine Sandmannmütze zu Boden fiel, behielten Reiterinnen und Pferde die Haltung.

Das sich anschließende „Pas de deux“ rührte romantisch an: „Braut und Bräutigam hoch zu Ross dürfte der Traum vieler Paare sein“, führte Vollmann in die Darbietung ein. So boten Anika Vetter auf Latjoo und Leonie Böllinghaus auf Anin nach der Musik „Marry you“ von Bruno Mars wohl dem ein oder anderen heiratswilligen Paar eine Alternative und überzeugten nicht nur durch das im Reitwind weich flatternde Brautkleid, sondern vor allem durch ihre hochkarätige Dressurvorführung.

Abwechslung muss sein: „Wir wollen die Halle rocken“, kommentierte Lisa Tenzer ihren Auftritt zusammen mit Paula Kuhbier im Nachhinein, bei dem beide in Michael Jackson-Outfit und zu dessen Musik Voltigierfiguren auf dem Holzpferd zur Schau stellten, was denn nach Urteil des Publikums mehr als gelungen war. Der anhaltende Applaus bestätigte hier nur den schon eingeheimsten Erfolg auf zahlreichen Turnieren im vergangenen Jahr.

Als Rentier und Nikolaus verkleidet brachten Anna Vollmann auf Mercy und Alexandra Nirwing auf Little Tiger die winterliche Stimmung mit einem zweiten Pas de deux in die Halle zurück. „Wie jung oder wie alt muss oder darf man sein, um solch reiterliche Leistungen zu vollbringen?“, fragte eine Zuschauerin bei der Betrachtung der Darbietung. Die Antwort einer langjährig reiterlich Erfahrenen lautete: „Es kommt auf das Pferd und auf die Person an.“

Bevor diese Frage weitergehend philosophisch diskutiert werden konnte, wurden die Gastkinder aufgefordert, aktiv zu werden. Die vier Schulpferde standen bereit, um mutigen Kindern einen ersten Eindruck des Reitens zu vermitteln. Jedes Kind konnte – sicher von aktiven Reitern geführt – eine Runde in der Halle auf dem Pferderücken erleben.

Gegen Ende der Veranstaltung stellte Heinz Kluth, langjährig erfahrener Springreiter des Vereins, seine jungen Springer „Team Kluth“ vor. Zu der Musik „Lauf Trab, kleines Schlumpfenpferd“ überwanden Ponys wie auch Großpferde die verschiedenen Hindernisse: „Kreuze, Steilsprünge und Oxer bieten nur in der Höhe, abhängig von der Pferdegröße, wirkliche Beschränkungen“, weiß Kluth. Demgemäß nahmen die Reiterinnen der Ponys bei der Vorführung nur die kleineren Hindernisse, um Verletzungen zu vermeiden, so auch die jüngste Springreiterin im Team, Pauline Jäger mit elf Jahren. Für sie wie für alle jungen Reiterinnen und Gäste gab es dann noch „süße“ Tüten.

Für das leibliche Wohl seiner Gäste hatte der Verein während der gesamten Veranstaltung in bekannt guter Qualität gesorgt. Auf der Hallentribüne gab es Glühwein zu erstehen, um die Körpertemperatur beim Zuschauen zu erhalten. Im oberen Geschoss hatte man die Qual der Wahl zwischen leckeren Kuchenangeboten, aber auch eine Auswahl deftiger Imbisse und natürlich gab es Kaffee und kalte Getränke. Im Anschluss an den offiziellen Teil klang die Feier gemütlich im Reiterstübchen aus.

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