Brandstiftung: Polizei sucht Zeugen

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Geschäftsführerin Andrea Bornträger in der provisorischen Montagehalle. ▪

KIERSPE ▪ Eine Woche ist nach dem verheerenden Großbrand in der Firma Plastika Orth und Wächter an der Osemundstraße vergangen. Für die Mitarbeiter und Geschäftsführerin Andrea Bornträger eine Woche mit viel Arbeit, die unter normalen Umständen so nicht ansteht.

Nach der Untersuchung durch Brandsachverständige der Polizei steht die Brandursache jetzt auch zweifelsfrei fest: Brandstiftung. Aus diesem Grund sucht die Kriminalpolizei Lüdenscheid jetzt auch nach möglichen Zeugen. Gegen 4.30 Uhr war der Brand am Sonntag, 13. März, an der Osemundstraße entdeckt worden. Zwei Müllcontainer gingen direkt neben der Halle in Flammen auf. Wer in den frühen Morgenstunden etwas bemerkt hat kann sich unter (0 23 51) 90 99 0 bei der Polizei in Lüdenscheid melden.

In der Firma Plastika herrscht jetzt so etwas wie geordnetes Chaos. Während in der abgebrannten Halle ein Fachbetrieb die Aufräumarbeiten übernommen hat, musste die Montage in eine Lagerhalle umgesiedelt werden. „Dort haben unsere Mitarbeiterinnen in den ersten Tagen ganz schön frieren müssen, denn die Stromleitung zur Halle hatte ebenfalls Schaden genommen“, dankte Geschäftführerin Andrea Bornträger ihren Angestellten für den Einsatz. Auf schnell herbeigeschafften Tischen werden die Teile jetzt zusammengebaut.

Die durch eine Brandschutzwand und -tür geschützte, aber direkt an die abgebrannte Halle angrenzende Spritzerei, konnte am Dienstag, nach einer gründlichen Reinigung, wieder ihren Betrieb aufnehmen. Auch die ersten Kunden wurden bereits wieder beliefert. „Da haben wir sehr viel Verständnis erfahren“, so Bornträger.

Die Arbeitstage für die Geschäftsführerin sind auch in dieser Woche noch länger als normal. Nach den Sachverständigen der Polizei kommen jetzt fast täglich Mitarbeiter der Versicherung. „Da gibt es einen für die Inneneinrichtung und Maschinen, einen für das Gebäude und einen für den wirtschaftlichen Schaden aufgrund des Produktionsausfalls“, so Bornträger. Somit bleibt weniger Zeit für den normalen Arbeitsalltag: „Man kommt nicht wirklich zur sonst üblichen Arbeit im Büro“, so die Geschäftsführerin.

Auch so hat der Brand der Frau ein wenig zugesetzt. „Von Samstag auf Sonntag konnte ich nicht wirklich gut schlafen“, erinnert sich Andrea Bornträger an das erste Wochenende nach dem Brand. Auch der Brandgeruch geht ihr nicht aus der Nase. Diesen kann derzeit auch jeder Besucher wahrnehmen.

Doch Andrea Bornträger zeigt auch Optimismus. Die Sachverständigen der Versicherung machten positive Aussagen, sodass die Geschäftsführerin davon ausgeht, dass die Halle nach dem Abriss komplett neu aufgebaut wird. „Da können wir jetzt modernisieren, denn die Halle war von der Aufteilung her auf dem Stand von 1985“, zieht Bornträger auch etwas Positives aus der Situation. Glücklicherweise konnten auch fast alle Werkzeuge der Firma durch eine Aufarbeitung gerettet werden. Bei vielen Maschinen sieht das allerdings anders aus.

In der Spritzerei waren die Arbeiter am Dienstag noch mit Schutzanzügen ausgestattet worden, denn überall tauchte feiner Ruß auf. Die abgebrannte Halle bietet immer noch einen chaotischen Eindruck. Die überall herumliegenden abgebrannten Kunststoffteile müssen jetzt fachmännisch entsorgt werden, ehe mit dem Abriss der Halle begonnen werden kann. Der Werkzeugbau ist indes schon fast komplett ausgeräumt. In einer neuen Halle soll dieser dann auch besonders abgetrennt sein, will Bornträger vorsorgen. Spätestens mit dem Neubau können die Mitarbeiter der Firma Plastika Orth und Wächter wieder nach vorne schauen. ▪ David Schröder

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