Magnesium und Benzin brennen auf dem Schulhof

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Noch ein kurzes Auflodern des Feuers, dann erstickt die Löschdecke den Benzinbrand innerhalb von Sekunden.

Kierspe - Erst gibt es eine kleine Staubexplosion, dann brennt Magnesium und schließlich noch ein Benzin-Wassergemisch. Viel los war am Montag auf dem Schulhof der Gesamtschule. Zum Glück waren diese Brände nur Teil einer Demonstration, und bei den „Brandstiftern“ handelte es sich um Feuerwehrleute.

Diese waren aber nicht nur zum Zündeln gekommen, sondern um den Schülern der achten Klasse das richtige Verhalten bei einem Brand näher zu bringen. Brandschutzerziehung sieht der Gesetzgeber für alle Schüler nordrhein-westfälischer Schulen vor – ein Grund, warum regelmäßig Grundschulen und Kindergärten von den Kiersper Wehrleuten besucht werden.

Dabei sollen aber die Schüler der Gesamtschule nicht vergessen werden. So waren am Montag alle sieben Klassen des achten Jahrgangs eingeladen, sich die Unterweisung der Wehrleute anzuhören, beziehungsweise anzuschauen.

"Für die Gefahr des Feuers sensibilisieren"

Los ging es im PZ mit einem kleinen Vortrag zu den „Brandklassen“ und der Beschilderung für Notfälle. „Wir wollen euch heute für die Gefahr des Feuers sensibilisieren, aber euch auch zeigen, wie leicht ihr euch schützen könnt“, erklärt Michael Brück, der gestern nicht als Schulsozialpädagoge im PZ stand, sondern in der Uniform der Feuerwehr. Unterstützt wurde er dabei von dem Brandschutzerzieher Michael Wern, der Feuerwehrfrau Rebecca Skurupa und Michele Heyer von der Jugendfeuerwehr.

Doch so interessant die Informationen im PZ auch waren, die Praxis schlägt die Theorie auch in diesem Fall. Da die Achtklässler deutlich älter als Grundschüler oder Kindergartenkinder sind, brannten auf dem Schulhof auch keine Kerzen, sondern Magnesiumspäne in einer Stahlwanne. Als dann Michael Wern auch noch Wasser in die Wanne schüttete, gab es ein explosionsartiges Auflodern, das einige Schüler zurückschrecken ließ.

Brandschutzerziehung an der Gesamtschule

Ähnliches wiederholte sich kurz darauf bei dem Brand eines Benzin-Wasser-Gemischs. Als Michael Wern den Strahl des Löschschlauchs auf die Wanne richtete, flammte das Gemisch erst richtig auf. Anschließend legten Michael Brück und Michele Heyer eine Löschdecke über das Feuer. Nach einem kurzen Auflodern waren die Flammen erstickt.

Im Theorieteil waren auch die Rauchmelder kurz Thema, die derzeit bereits in jedem Neubau angebracht werden müssen und in Zukunft auch in bestehenden Immobilien. „Dann muss auch in jedem Schlafzimmer ein Rauchmelder unter der Decke hängen, denn noch immer sterben jedes Jahr in Deutschland 600 Menschen an Rauchgas, darunter 200 Kinder und Jugendliche“, erklärte Wern. Eine kleine Umfrage unter den Schülern zeigte, dass längst noch nicht in jedem Haus die elektronischen Lebensretter Einzug gehalten haben und auch, dass etliche noch in Schubladen ruhen. Natürlich nutzten die Wehrleute die Veranstaltung auch für Werbung in eigener Sache, erklärten den Ausbildungsweg zum Feuerwehrmann beziehungsweise zur Feuerwehrfrau und verschwiegen auch nicht die Belastung, die sich aus dem Hobby ergeben kann. - von Johannes Becker

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