Überbelastung: Kiersper Bote wirft Post in den Müll

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Ein ehemaliger Bote aus Kierspe stand vor dem Amtsgericht. Er hatte ihm anvertraute Postsendungen unterdrückt.

Kierspe - Nachts arbeitete ein 38-jähriger Kiersper für eine Leiharbeitsfirma, tagsüber war er auf 450-Euro-Basis für die Post als Bote unterwegs. Lange Zeit bewältigte er die Doppelbelastung. Dann versagte sein „Akku“. „Es ging nichts mehr“, gestand der Mann dem Richter im Amtsgericht Meinerzhagen.

Aus Stolz habe er nicht zugeben wollen, dass er seinen zwei Jobs nicht mehr gewachsen war. Und so landeten Anfang April vergangenen Jahres zahlreiche Werbeprospekte, aber auch abonnierte Zeitungen und ein paar Briefe nicht bei den Menschen in Kierspe im Briefkasten sondern im Altpapiercontainer. „Ich hab die Tat begangen. Ich wollte was erreichen und hab mich überschätzt“, gab der 38-Jährige, der Geld für sein Haus brauchte, zu. Aufgrund des Vorfalls hatte er seinen Job bei der Post durch fristlose Kündigung verloren. Bei der Leiharbeitsfirma sei er immer noch tätig: „Aber nur noch tagsüber.“

In der Vergangenheit war der Mann einmal wegen Betrugs zu einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt worden. „Da weiß ich gar nichts von“, wandte sich der Angeklagte offenbar überrascht an den Richter. Der konnte nur auf die Richtigkeit des Bundeszentralregisters hinweisen. Daraufhin beantragte die Staatsanwaltschaft wegen Unterdrückung seiner anvertrauten Postsendungen 90 Tagessätze zu 20 Euro.

Angeklagter froh über Abschluss

„Was bedeutet das?“, fragte der Angeklagte merklich beunruhigt. Der Richter erklärte dem Mann, dass das eine Geldstrafe von 1800 Euro bedeute. „Muss man die auf einmal zahlen?“, hakte der Kiersper weiter nach. Der Richter stoppte die Fragenserie und machte dem Angeklagten klar, dass das lediglich der Antrag der Staatsanwaltschaft sei und das Urteil erst noch käme.

In seinem letzten Wort entschuldigte sich der 38-Jährige für sein Verhalten: „Es tut mir leid. Ich bin froh, dass das Ganze jetzt seinen Abschluss findet, da es mich sehr belastet. Wenn es ohne Gefängnis geht, bin ich damit einverstanden.“ 1000 Euro Geldstrafe lautete schließlich das Urteil.

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