Evakuierung und Entschärfung reibungslos geglückt

Bombenfund bei Baggerarbeiten für Freizeitpark in Kierspe

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Nach Abschluss der Entschärfung wurde die Bombe in einen Wagen der Kampfmittelbeseitigung geladen.

Kierspe - Um 15.15 Uhr am Mittwoch-Nachmittag präsentierte Feuerwerker Rainer Woitschek die beiden Zünder der 250-Kilogramm-Bombe, die am Vormittag bei Baggerarbeiten zur Verlegung der Volme gefunden wurde. In der Folge mussten zahlreiche Anwohner in Sicherheit gebracht und die Bundesstraße 54 gesperrt werden.

30 Minuten hatte Rainer Woitschek, Truppführer bei der Kampfmittelbeseitigung, benötigt, um die Bombe durch Entfernen der beiden Zünder und der Verstärkerladung unschädlich zu machen. „Es ist schon ungewöhnlich, dass dieser Bombentyp zwei Zünder hatte. Gut war, dass der Aufschlagzünder, der sich mit der Bombe tief in den Fels gegraben hatte, nicht so stark deformiert war, wie befürchtet“, erzählt Woitschek nach der Aktion.

Gegen 10.30 Uhr hatte ein Baggerfahrer die Bombe im Freizeitpark bei Grabungsarbeiten gefunden. Nach der Alarmierung der Polizei und des Ordnungsamtes wurde als erste Maßnahme der Raiffeisenmarkt geräumt, später auch die angrenzenden Firmen. Nach dem Eintreffen des Kampfmittelräumdienstes wurde entschieden, dass alle Anwohner in einem Radius von 250 Metern um die Fundstelle herum den Bereich verlassen mussten. Sie konnten das Kreativzentrum an der Kölner Straße aufsuchen, wo sie von städtischen Mitarbeitern mit Kaffee und kalten Getränken verpflegt wurden. Betroffen davon waren Anwohner der Volmestraße, Am Volmehang, Feldstraße, der unteren Kölner Straße und aus Teilen der Straße Windfuhr.

Bombenfund im "Volme-Freizeitpark"

Eine Anwohnerin, die im Rollstuhl saß und das Gebäude nicht selbstständig verlassen konnte, wurde kurzerhand von zwei Polizeibeamten herausgetragen und ins Kreativzentrum gefahren.

Während diese Vorbereitungen liefen, um eine Gefährdung der Menschen auszuschließen, hatte Woitschek die genaue Position der Bombe an die zuständige Stelle für Luftbildauswertung übermittelt. Dort schaute man sich die Luftbilder, die den Bereich rund um die Fundstelle zeigten, noch einmal genauer an, um ausschließen zu können, dass dort noch weitere Blindgänger liegen.

Das war zwar bereits vor dem Beginn der Arbeiten zum Volme-Freizeitpark geschehen, damals war der Bereich jedoch für unbedenklich gehalten worden.

Günstig an der Fundstelle war, dass diese unter der Böschung und dem Bahndamm lag und so die Gebäude dahinter geschützt waren. Überlegungen, die Fahrzeuge der Feuerwehr aus dem Gerätehaus Wehestraße zu fahren, um auf diese im Notfall zugreifen zu können, konnten daher fallengelassen werden. Auch die Hochdruck-Gasleitung, die hinter dem Damm verläuft, musste nicht „abgeschiebert“ werden.

Unverzichtbar dagegen war die Sperrung der B54 zwischen dem Ortseingang Kierspe und der Kreuzung Kölner Straße. Diese erfolgte jedoch so spät wie möglich – und damit erst gegen14.45 Uhr.

Die Straße konnte nach 30 Minuten wieder freigegeben werden und auch die Anwohner konnten dann wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Nur die Bombe verließ anschließend für immer Kierspe. Das erst im Januar 1945 gebaute Modell wird nun in einem Bunker in Hagen, dessen genaue Position geheim gehalten wird, zwischengelagert. Später, wenn genügend Munition zusammengekommen ist, wird diese nach Hünxe transportiert und dort vernichtet.

Die Arbeiten am Freizeitpark werden heute fortgesetzt.

Zu unserem Live-Ticker rund um die Entschärfung geht es  hier  entlang.

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