Landwirte warten zurzeit auf den ersten Grasschnitt

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Nico Wennekamp, der gestern die beiden Mähwerke inspizierte, stellte dabei fest, dass alle Messer noch in Ordnung und scharf waren. ▪

KIERSPE ▪ Das Gras steht teilweise schon sehr hoch auf den Wiesen und die Landwirte warten darauf, dass das Wetter für den ersten Schnitt trocken wird. Es ist auch langsam Zeit, denn teilweise befinden sich die Gräser bereits in der Blüte, was bedeutet, dass dann die Qualität nachlässt, weil dabei extrem viel Energie verbraucht wird.

„Unsere Hauptgräsersorte, das deutsche Weidelgras, blüht längst, genauso wie die gemeine Rispe. Der Wiesenschwingel und Wiesenfuchsschwanz sind sogar schon verblüht“, berichtet Landwirt Nico Wennekamp aus Höhlen. Sein Vater Heinz Wennekamp ergänzt, dass nur junges Gras die gewünschte optimal hohe Energiedichte besitze. Auch fehle derzeit die Sonne, die den Zuckergehalt ansteigen lasse. Weil durch das anhaltende kühle und regnerische Wetter das Gras schon so weit ist, führt dies zu einer Erhöhung des Rohfaseranteils. „Um die 22 Prozent wären ideal“, sagt Wennekamp. Erst sei das Frühjahr lange zu kalt und trocken gewesen, vor zwei, drei Wochen dann habe der Regen eingesetzt und die Natur sei explodiert, so dass auch das Gras sehr schnell wuchs. Jetzt müsse es dringend trocken werden und die Sonne scheinen.

Aber Heinz Wennekamp und sein Sohn Nico bauen darauf, dass die Wetterprognosen sich bewahrheiten und sich etwa ab Anfang bis Mitte nächster Woche das Wetter bessert. Dann heißt es für Wennekamps aber erst einmal noch zu warten, denn sie arbeiten beim Grasschnitt für die Silage mit einem Lohnunternehmer zusammen: „Und der ist in einem riesigen Gebiet von der rheinischen Tiefebene hinter Köln bis zum Siegerland im Einsatz. Nach dem Witterungsumschwung rechnen wir in fünf bis sieben Tagen mit ihm“, so Nico Wennekamp.

Die Meinerzhagener Zeitung begleitet die Landwirte Heinz Wennekamp aus Höhlen und Reiner Grafe aus Vornholt, die die beiden Vorsitzenden des landwirtschaftlichen Ortsvereins sind, in diesem Jahr im Rahmen einer Serie durch das Jahr und ermöglicht den Lesern so einen Blick hinter die Kulissen moderner landwirtschaftlicher Betriebe.

Berufskollegen, die entweder allein oder zusammen mit anderen den entsprechenden Maschinenpark vorhalten und selber mähen, können natürlich schon früher loslegen. Teilweise haben sie damit sogar bereits begonnen, als es an Pfingsten für zwei Tage schön war. In Kierspe gibt es noch immer recht viele Höfe, die mechanisiert sind.

Um sich stärker auf die Hauptaufgabe, die Milchviehwirtschaft und die damit zusammenhängenden Arbeiten konzentrieren zu können, haben Wennekamps vor einigen Jahren begonnen, im Bereich des Grasschnitts für die Silage mit Lohnunternehmern zu kooperieren. Hintergrund ist natürlich auch, dass für den erforderlichen Maschinenpark schnell 100 000 Euro und sogar weitaus mehr ausgegeben werden müssen, da die Geräte wegen der großen Flächen immer größer und leistungsfähiger geworden sind. „Und wir brauchen die Maschinen gerade mal nur etwa eine Woche im Jahr, die andere Zeit stehen sie herum“, gibt der Bauer aus Höhlen zu bedenken. Ziel war somit letztlich die Kostensenkung und zudem gab es arbeitstechnische und ökonomische Gründe.

Das heißt aber nicht, dass Wennekamps nicht selber auch mitzupacken müssen, sondern sie mähen und wenden das Gras nach wie vor noch mit eigenem Gerät selbst. Daher wurde jetzt der Maschinenpark für den ersten Schnitt vorbereitet: Die beiden Mähwerke werden hinsichtlich der Messer überprüft, die gegebenenfalls ausgetauscht werden müssen. Wie Nico Wennekamp gestern feststellte, waren jedoch alle sehr gut in Schuss. „Scharfe Messer senken den Dieselverbrauch um bis zu 15 Prozent“, bemerkt der Bauer. Die Maschine wurde ansonsten mit Fett abgeschmiert und es gab einen Testlauf, um zu sehen, ob sie funktioniert und keine verdächtigen Störgeräusche, die vielleicht auf defekte Lager hindeuten, zu hören sind. Aber alles war in Ordnung. Ähnlich wurde mit dem Graswender verfahren.

Der Lohnunternehmer kommt dann mit Schwader, Häcksler und Silierwagen, denn Wennekamps lassen das Gras häckseln, so dass es kleiner wird und sich der Verdichtungsgrad steigert. Denn Lufteinschlüsse müssen vermieden oder ganz gering gehalten werden, damit sich kein Schimmel bildet. ▪ Rolf Haase

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