Ein Blick über den Tellerrand

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Die Meinerzhagener Fotografin Ilka Albrecht (links) und die Kiersper Künstlerin Sabine Kramer entdecken in ihrer Ausstellung neue Horizonte. Am Samstagabend fand im Atelier in Mühlenschmidthausen die Vernissage statt. –

KIERSPE – Zwei Kreative, eine Idee: Vor einem Jahr beschlossen die Meinerzhagener Fotografin Ilka Albrecht und die Kiersper Künstlerin Sabine Kramer gemeinsam eine Ausstellung zu gestalten. Von Petra Schüller

Ihr Thema „Horizontale“ wählten sie mit Bedacht. Beide waren sich einig, dass dieser Schwerpunkt ein interessantes Spektrum eröffnen würde, das auch die Beschäftigung mit geistigen Horizonten, mit Perspektiv- und Haltungswechseln einschließt. Wer sich auf die gemalten und fotografierten Bildserien einlässt, erkennt, dass eine andere Sicht auf die Dinge genügt, um vieles in ganz neuem Licht erscheinen zu lassen.

Zur Eröffnung der Ausstellung am Samstagabend fanden sich so viele Kunstliebhaber und Freunde beider Gastgeberinnen ein, dass kaum alle im Untergeschoss des Ateliers von Sabine Kramer in Mühlenschmidthausen Platz fanden. Gitarrist Andreas Koch stimmte mit einfühlsamen Melodieläufen wie dem melancholischen „Canzone d’Amore“ der britischen Komponistin Maria Linnemann auf den Abend ein, bevor Christoph Bossu, ein Künstlerfreund der Gastgeberinnen, die Ausstellung eröffnete.

„Horizont – das bedeutet für Ilka Albrecht auch über den Tellerrand hinaus schauen. Sie hat diese Metapher bildlich umgesetzt“, machte Bossu aufmerksam. Die angesprochene Bildserie zeigt die Linie eines Tellers, die vor einem Himmel, einem in der Sonne orange-rot leuchtenden Feld oder Bäumen eine Horizontlinie bildet. Die Fotografin legte die Schärfe auf die Tellerränder, die mal farbig, mal in schlichtem Weiß einen Blickfang abgeben. Die Landschaften hinter den Rändern verschwimmen in Unschärfe – „die Linien werden dadurch organisch und gerundet, die scharfe Kante des Tellers schafft Spannungsbögen,“ so Bossu.

Schwarz-Weiß-Serie mit Körperlinien und Stillleben

Neben weiteren Fotografien zeigt die Ausstellung auch eine Schwarz-Weiß-Serie mit Körperlinien und Stillleben. Hier machte Ilka Albrecht die Horizontlinie durch gezielte Lichteffekte sichtbar.

Sabine Kramer sei vielen im oberen Volmetal durch ihre Kunst und ihre Malschule bekannt, so Bossu. „Die Horizonte sind in ihren Bildern nicht nur Bildordnungen, sondern grafische Abstraktionen.“ Sie entstünden mit Hilfe von Naturpigmenten und natürlichen Materialien. Sabine Kramer setzte sich intensiv mit dem Thema auseinander und schuf unter anderem eine Serie mit dem Thema „Horizonterweiterung“. Hier geht es um den Grad der Einsicht und des Verständnisses und die Enge oder Weite der Bildung. In all ihren Werken komme die Liebe zur Natur, ihre Faszination für Materialien und ihre Offenheit für neue Ideen zum Ausdruck, beschrieb Bossu. „Die Malerei kommt aus dem Herzen und das spürt der Betrachter.“ Abschließend ermunterte er: „Finden Sie beim Gang durch die Ausstellung Ihre eigenen Horizonte.“ Eine Aufforderung, der die Kunstinteressierten gerne nachkamen.

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