Bläserklassen: Ein echtes Erfolgsprojekt

Unter Leitung von Petra Menges brachte die Bläserklasse 6.3 mit „Smoke on the Water“ auch ein Stück Rockgeschichte auf die Bühne. ▪

KIERSPE ▪ Was 2007 an der Kiersper Gesamtschule auf den Weg gebracht wurde, erweist sich seither als echtes Erfolgsprojekt: Die Bläserklassen, in denen die Schüler über drei Jahre an die Musik herangeführt werden.

„Wir sind guter Hoffnung, dass viele unserer Schüler auch nach der 7. Klasse dabeibleiben und im Schulorchester oder einem Ensemble der Musikgemeinschaft Kierspe weiterspielen“, machte Schulleiterin Monika Hahn am Mittwochabend im voll besetzten PZ der Gesamtschule deutlich. An diesem Abend präsentierten die Bläserklassen und das Schulorchester „Montigny“ ihr Können und zeigten, dass auch in einer recht kurzen Zeitspanne Beachtliches erreicht werden kann. Bestes Beispiel war die Bläserklasse 5.3, die den Abend mit dem Song „Aura Lee“ von 1861 eröffnete – das Stück das Elvis Presley als Vorlage für „Love me tender“ diente. Ein wenig Lampenfieber war sicherlich im Spiel, schließlich traten die jüngsten Blasmusiker nach einem Jahr Instrumentalunterricht zum ersten mal vor großem Publikum auf. Doch unter Leitung von Peter Hoberg lief alles rund und das Ensemble wurde mit kräftigem Applaus bedacht. Auch die beiden Traditionals „New Orleans Function“ und „Oh when The Saints“ oder die Europahymne Ode „An die Freude“ klangen nach nur einem Jahr Praxis schon sehr harmonisch.

Welche musikalischen Fortschritte sich mit einem weiteren Jahr Spielpraxis einstellen, erlebte das Publikum mit dem Auftritt der Bläserklasse 6.3, die ebenfalls „Oh when The Saints“ zu Gehör brachten, allerdings wesentlich flotter und in einer anspruchsvolleren Fassung. Mit Gisallis „Superspy“ begleiteten die Zuhörer den Meisterspion akustisch auf der Suche nach dem Phantom, bevor bei „Smoke on the Water“ ein Stück Rockgeschichte erklang.

„Ich bin immer wieder gerührt zu sehen, dass ihr mit so viel Begeisterung und Können bei der Sache seid“, brachte die Schulleiterin zum Ausdruck, was vielen Eltern offenbar ebenfalls durch den Kopf ging. Das ließ sich jedenfalls aus ihrem begeisterten Applaus schließen. Auch Musiklehrer Johannes Koch versicherte den Schülern „Ihr habt das bisher mit Bravour gemeistert“ und informierte die Zuhörer: „Ein so anspruchsvolles Programm stampft man nicht mal eben so aus dem Boden. Wir erleben heute Abend eigentlich auch den Abschluss der Projektwoche.“ Die Konzertvorbereitungen seien im Rahmen des normalen Unterrichts nicht in diesem Umfang zu meistern gewesen. „Ich denke die gute Vorbereitung hört man an einigen anspruchsvollen Stellen auch heraus“, so Koch.

Zu guter Letzt brachte, das an diesem Abend auf rund 50 Musiker aus den Klassen 7.2, 7.3, 8.3 und 10.6 erweiterte, Schulorchester „Montigny“ mit Filmmusiken, Michel Jacksons „Heal the World“, dem Musicaltitel „The Lion King“ und weiteren bekannten Werken unter Leitung von Frank Biesterfeld ein vielseitiges Programm auf die Bühne. „Meine Klarinetten haben hier ein Tempo vorgelegt, da kommt sogar der Dirigent ins Schwitzen“, schmunzelte der, nachdem die äußerst flotte Version des bekannten „Cabaret“ von John Kander verklungen war und ergänzte lapidar: „Gar nicht schlecht, wir wollten es sowieso schneller machen.“

Stehend spendeten viele Zuhörer nach dem Konzert Applaus und wurden dafür vom Schulorchester mit einer schwungvollen Zugabe belohnt. Der Eintritt war an diesem Abend frei, am Ausgang konnten die Besucher jedoch Geld für die Unterstützung der Bläserklassen spenden. Auch 2011 ist das Interesse an der musikalischen Förderung ungemindert groß, wie Schulleiterin Hahn mitteilte: „Es haben sich sogar mehr Schüler für die neue Bläserklasse eingetragen, als wir aufnehmen können.“ ▪ Petra Schüller

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