Bismarckschüler spielen mit Sprache

Moritz und seine Mitschüler folgten aufmerksam den Geschichten von Harry Böseke.

KIERSPE ▪ Mit einer Mischung aus Erzählungen und Sprachspielen gestaltete Harry Böseke gestern Vormittag den Deutschunterricht des dritten Jahrgangs der Bismarckschule. Der Autor aus Müllenbach bei Marienheide lud die Mädchen und Jungen zum kreativen Umgang mit Worten und Buchstaben ein.

Los ging es in der Klasse 3c. Aufmerksam verfolgten die Schüler von Klassenlehrerin Simone Stöver, wie Böseke seinen Namen an die Tafel schrieb: „Mit Süßwaren habe ich nichts zu tun“, erklärte er, als dort unvollständig „Harry Bo“ stand. Wenn dies jemand behaupte, werde er „Harry Böse“. Lautes Gelächter brandete auf. Rasch hatte der Autor die Sympathien der Kinder gewonnen.

Keiner seiner Klassenbesuche laufe gleich ab. „Ich komme seit mehr als zehn Jahren regelmäßig in die Bismarckschule“, erklärte Böseke. Jeweils die Drittklässler versuche er, zum spielerischen Umgang mit Sprache anzuleiten. Zum Beispiel Veränderungen von Wortstrukturen und -bedeutungen thematisiere er. Anhand von Reimen, Alliterationen und Umkehrsätzen wecke er die Lust an Sprache. Zurufe und Fragen der jungen Teilnehmer lieferten jeweils ein nächstes Stichwort. Kindgerecht verpackte er diese in Erzählungen.

So war am Dienstagmorgen bei der 3c bald klar, wer auf hoher See „ankert“. Buchstaben zu vertauschen, lautete die Aufgabe. Zahlreiche Zeigefinger schnellten da innerhalb kurzer Zeit in die Höhe. Die Drittklässler waren sich sofort einig, es handele sich um einen „Tanker“. „Und was hat er geladen?“, fragte Böseke. Na, klar – „Nektar“. Die Jungen und Mädchen machten begeistert mit.

Dann griff Böseke zu einem Würfel. Je nach Augenzahl galt es nun, einen Satz mit entsprechend vielen Worten zu bilden. Schwierigkeit dabei: Alle Worte sollten mit den Anfangsbuchstaben des eigenen Vornamens beginnen. So stellten die Kinder in wenigen Minuten fest, dass „Jakob jedes Jahr Jaguare jagt“ und „Katharina keine Katzen kaufen kann“.

Der Pausengong beendete die Sprachspiele für manchen Schüler viel zu früh. Doch auch die Klassen 3a und 3b von Ekkehard Haas und Gisela Paulick erwarteten den Besuch des „Buchschreibers“, wie Emily treffend formulierte. Der Beruf von Harry Böseke interessierte die Kinder. Auf viele Fragen hin berichtete Böseke den Kindern, dass er viele Jahre Drehbücher für Radio und Fernsehen verfasst hatte und sich mittlerweile auf regionale Themen rund um seinen Wohnort Müllenbach konzentriert.

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