Geringe Niederschlagsmengen

Hobbymeteorologe zieht Bilanz für Kierspe: 2020 bislang extrem trocken

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Der Kiersper Hobbymeteorologe Marc Thiessenhusen hat sich die Zahlen seiner Messstation für die ersten sieben Monate dieses Jahres genau angesehen und kommt zum Schluss, dass das erste Halbjahr extrem trocken war.

Kierspe – Auch wenn es in den vergangenen Wochen viel Regen gab, „der Juli hat vieles rausgerissen bei den Niederschlagsmengen, aber die ersten sieben Monate waren viel zu trocken“, erklärt Hobbymeteorologe Marc Thiessenhusen.

Seit Jahrzehnten misst und beobachtet der Kiersper das Wetter in seiner Heimatstadt. Den Niederschlagsmengen und der Temperatur gilt dabei sein besonderes Augenmerk. Und waren es in den ersten Jahren vor allem rekordverdächtige Zahlen bei den Niederschlagsmengen, muss er jetzt Trocken- und Hitzejahre sammeln.

Waren von Januar bis März noch große Mengen Niederschlag gezählt worden, fielen die Monate April bis Juni sehr trocken aus, wobei der April und Mai die Spitzenreiter sind. Gerade einmal 31 Liter Regen auf den Quadratmeter wurden im April gemessen. Im Mittel der vergangenen 15 Jahre hat Thiessenhusen eine Menge von knapp 50 Litern pro Quadratmeter und Monat errechnet. Zum Vergleich: im Januar gab es 88,2 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter, im Februar waren es 236,4 Liter und im März 106 Liter.

Nach dem April hofften die Landwirte und Waldbauern vergeblich auf einen etwas nasseren Mai. Da regneten gerade einmal 27 Liter auf den Quadratmeter und im Juni waren es 60,4 Liter. Da stellten die 81 Liter im Juli schon eine deutliche Verbesserung dar.

Zusammenfassend kommt Thiessenhusen zu dem Ergebnis, dass das Jahr 2020 bislang noch trockener ist als das vergangene, das schon als eines der trockensten in die Geschichte einging. Gerade einmal 654,4 Liter Niederschlag pro Quadratmeter vom 1. Januar bis zum 31. Juli wurden 2019 gezählt. In diesem Jahr fielen nur 630,8 Liter Regen im gleichen Zeitraum auf den Quadratmeter – und das, obwohl es mit 29 Niederschlagstagen einen mehr gab als im Jahr zuvor.

Wetterbilanz für Kierspe: Weniger Hitzetage

Allerdings weicht das Jahr bei der Temperatur im Vergleich zum vorherigen nach unten ab. Gab es in den ersten sieben Monaten des Jahres acht Hitzetage, bei denen das Thermometer mehr als 30 Grad Celsius anzeigte, gab es in diesem Jahr nur einen, der war gestern und das Thermometer kam auch nur knapp über die Marke.

Auch bei den Tagen, die als Sommertage definiert werden, gab es in diesem Jahr nicht viel zu melden. 25 Grad Celsius müssen dabei überschritten werden. Das war im vergangenen Jahr 25 Mal der Fall, in diesem Jahr gab es nur zwölf solcher Tage. Der höchste Wert, der im vergangenen Jahr erreicht wurde, lag bei 37,4 Grad Celsius. Was an Wärme in diesem Jahr bislang fehlte, fehlte auch an Frosttagen. Nur an 45 Tagen wurden von Thiessenhusen weniger als 0 Grad Celsius gemessen, im vergangenen Jahr sank die Temperatur immerhin noch an 65 Tagen unter den Gefrierpunkt – immer bezogen auf die Zeit von Januar bis Juli.

„Der Winter in diesem Jahr war sehr viel milder als der des vergangenen Jahres“, fasst der Kiersper zusammen. Den bislang durchwachsenen Sommer bezeichnet er dagegen als normal, nicht aber das trockene Frühjahr.

Wetterbilanz für Kierspe: Milder Winter

Sichtbar wird der milde Winter auch an den Temperatur-Mittelwerten. Den Mittelwert für den Januar dieses Jahres errechnet Thiessenhusen mit 3,1 Grad Celsius, im Mittel liegt dieser aber bei 0,9 Grad Celsius. Im Februar 2020 wurde ein Mittelwert von 4,1 Grad Celsius errechnet, während dieser im Mittel der langjährigen Messungen in Kierspe bei 1,3 Grad Celsius liegt.

Da überrascht es auch nicht, dass es im Januar dieses Jahres gerade einmal einen einzigen Eistag gab und im Februar gar keinen. Während es bei den genannten Frosttagen ausreicht, dass die Temperatur einmal am Tag die Null-Grad-Marke unterschreitet, darf bei Eistagen die Temperatur nicht eine Minute über Null Grad Celsius klettern.

Interessant, wenn auch nicht außergewöhnlich ist, dass die Frosttage auch noch dann gezählt werden, wenn die Höchsttemperaturen schon Werte deutlich jenseits der 20 Grad Celsius erreichen. So gab es im März noch 14 Frosttage, im April waren es immerhin noch sieben und im Mai sechs. Die höchste im Mai gemessene Temperatur lag bei 25,4 Grad Celsius (21. Mai) und im April wurden 22,9 Grad Celsius (8. April) gemessen.

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