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Aus Gerücht wird Fakt: Neuer Supermarkt im Volmetal

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Von: Johannes Becker

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Gleich am Anfang des Gewerbegebiets Meienborn und damit nahe der Hauptstraße soll der neue Netto-Markt entstehen. Allerdings muss dafür der Bebauungsplan geändert werden
Gleich am Anfang des Gewerbegebiets Meienborn und damit nahe der Hauptstraße soll der neue Netto-Markt entstehen. Allerdings muss dafür der Bebauungsplan geändert werden © Becker, Johannes

Was Anfang der Woche nur ein Gerücht war, ist nun ein Fakt: Es wird keinen Supermarkt oberhalb des Tankstellengeländes in Rönsahl geben. Stattdessen soll der Markt nun im Gewerbegebiet Meienborn seinen Platz finden.

Rönsahl - Schon seit einiger Zeit deutete sich an, dass Karl-Friedrich Bengelsträter, in dessen Besitz sich das Grundstück nahe der Tankstelle befindet, nicht unbedingt an eine Supermarktkette verkaufen würde. Er habe eine bestimmte Preisvorstellung, wenn diese nicht erfüllt würde, werde das Grundstück auch nicht verkauft, sagte er damals auf Nachfrage der Meinerzhagener Zeitung. Verkauft hat er nun aber doch, allerdings wohl an den Betreiber der Tankstelle.

Bereits damals war im Dorf die Rede davon, dass die Stadt beabsichtige, wenn die Ansiedlung an der gewünschten Stellen nicht gelingen würde, eine eigene Fläche im Gewerbegebiet Meinenborn – neben der Zufahrt und nahe der Hauptstraße – für die Ansiedlung eines neuen Marktes anzubieten. Damals stand, genau wie auch noch jetzt, der Bebauungsplan solchen Plänen im Weg. Denn bei der Aufstellung des Plans hatte man gerade „Einzelhandelsbetriebe, die sich an den Endverbraucher wenden und zentren- und nahversorgungsrelevante Sortimente“ anbieten, von der Ansiedlung in dem neuen Gewerbegebiet ausgeschlossen.

Dieser Ausschluss war erfolgt, um die bestehenden Geschäfte nicht zu gefährden und einen geordneten Übergang innerhalb des Ortes zu ermöglichen – immer mit der Planung, die Fläche nahe der Tankstelle mit einem neuen Supermarkt bebauen zu können.

Doch aus gesundheitlichen Gründen des Inhabers des jetzigen Edeka-Geschäfts und seinen Plänen, den eigenen Einzelhandel bereits zum Jahresende aufzugeben, kam nun Tempo in die Pläne.

Stadt will schnell handeln

„Ja, der Eigentümer des Grundstückes (Bengelsträter, Anmerkung der Redaktion) hat anderweitig verkauft“, teilte Bürgermeister Olaf Stelse auf Anfrage der MZ mit. „Das ist sehr unglücklich für uns. Denn dadurch ist viel Zeit ins Land gegangen, die wir hätten nutzen können, andere Ansiedlungsflächen für einen Markt zu suchen“, so Stelse.

Rainer Schürmann, Leiter des Sachgebiets Bauen und Planen, erklärte, dass die Ansiedlung eines Marktes im Gewerbegebiet durchaus möglich sei, wenn der Bebauungsplan entsprechend geändert würde. „Bis zu einer Marktgröße von 800 Quadratmetern ist das möglich“, so der Stadtplaner.

Derzeit, so Stelse und Schürmann, sei man im Gespräch mit dem Investor und auch dem Betreiber der Netto-Märkte, um möglichst schnell zu einem Ergebnis zu kommen.

„Bereits am 24. November sollen die Planungen Thema im Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Wirtschaftsförderung sein. Eine Woche später soll im Rat dieses Thema besprochen werden, möglichst mit dem Ziel, den Bebauungsplan kurzfristig zu ändern“, erklärt Schürmann.

Doch selbst wenn der Rat diese Änderung beschließt, dauert es noch einige Zeit, bis der neue Plan greift – unter anderem durch die vorgeschriebenen Fristen, die auch eine Offenlegung beinhalten. Schürmann: „Wenn alles optimal läuft, das kann in rund einem Jahr mit dem Bau des neuen Marktes begonnen werden.“

Um die Rönsahler in dieser Zeit nicht gänzlich unversorgt zu lassen, soll das Sortiment im Bereich der Grundversorgung in der „Stimmungskiste“, Am Stade, erweitert werden. Das hat Daniel Waniek auch bereits vor Wochen so bestätigt – nach wie vor ist er dabei, zu schauen, welche Produkte zukünftig in seinem Laden zu finden sein werden, um gerade immobilen Rönsahlern weite Wege zu ersparen.

Hotel „Zur Leye“

Doch nicht nur bei der Ansiedlung eines Supermarktes ist Bewegung entstanden, sondern auch bei der weiteren Nutzung des Grundstücks, auf dem jetzt noch die Ruine des Hotels „Zur Leye“ steht. Im September wurde das marode Gebäude samt Grundstück an einen Investor versteigert, der bislang vor allem als Betreiber mobiler Pflegedienste in Erscheinung getreten ist.

Problematisch war, dass das angrenzende Gebäude sich nicht im Besitz des neuen Investors befand und ein Abriss nur im Ganzen wirklich sinnvoll erschien.

Mittlerweile hat die Stadt Kierspe das angrenzende Gebäude erworben und verkauft es an den Investor weiter, der dort unter anderem altersgerechtes und barrierefreies Wohnen ermöglichen will, „mit ergänzenden Angeboten“, wie es Stelse beschrieb.

Nach Informationen der Meinerzhagener Zeitung ist wohl daran gedacht, dass die Arztpraxis ihren Standort innerhalb des Dorfes verlagern könnte, um sich dort anzusiedeln.

Unterhalb des neu zu errichtenden Gebäudes soll demnach auch eine Tiefgarage entstehen, die von der Straße „Am Stade“ angefahren werden kann.

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